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Endlich Kaufkurse!

Andreas Hoose
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kwietsche3 – 16. Januar 2008 – 16:05
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In den vergangenen Jahren wurde regelmäßig zum Start in das neue Börsenjahr eine Anlegerregel zitiert, wonach die ersten fünf Tage im Januar Aufschluss geben sollen über den weiteren Verlauf der anstehenden zwölf Monate.

In diesen Tagen ist davon weit und breit weder zu hören noch zu lesen. Kein Wunder: Banken und Finanzinstitute, die erst im Dezember ihre Jahresprognosen abgegeben hatten, würden sich bis auf die Knochen blamieren: Im Durchschnitt rechnen die Finanzhäuser beim DAX für 2008 mit Zuwächsen zwischen sechs und acht Prozent. Dazu hätte ein moderat im Plus startender Index gepasst.

Die Realität sieht „etwas“ anders aus: Es war der schlechteste Börsenauftakt seit ungefähr 30 Jahren, der Dow Jones rutscht immer weiter ab, in Japan stehen mittlerweile gut zehn Prozent minus zu Buche. Jetzt ist das Geschrei groß: Flugs werden Kursziele nach unten angepasst, Prognosen über den Haufen geworfen. Dabei wird gerne vergessen, dass auch fallende Kurse zum Börsenalltag gehören.

Wir als antizyklisch vorgehende Investoren sehen das Ganze ohnehin sehr gelassen: Endlich sind zahlreiche grundsolide Unternehmen so günstig geworden, dass man sie unter langfristigen Aspekten wieder kaufen kann. Vielleicht noch nicht heute oder morgen, ein wenig Geduld kann jetzt nicht schaden. Aber weil wir wissen, dass man die interessantesten Schnäppchen in schwierigen Börsenphasen findet, sind wir für das anstehende Börsenjahr sehr zuversichtlich.

Allerdings wollen wir das mit einer Randbemerkung versehen: Geduld ist unter Börsianern leider keine sehr weit verbreitete Tugend. Die meisten wollen schnell reich werden, am besten über Nacht. Dass dies eine Illusion ist, eine teure obendrein, das müssen viele Anleger erst recht schmerzhaft lernen.

2008 könnte in dieser Hinsicht eine gute Schule werden: So wie die Dinge liegen, werden jetzt erst einmal kleinere Brötchen gebacken. Die Chance liegt darin, zu erkennen, dass sich nichts erzwingen lässt, Reichtum an der Börse schon gar nicht. Wer jedoch ein Portion Geduld mitbringt, der wird in ein paar Monaten vielleicht feststellen, dass ihm gar nichts Besseres passieren konnte als ein holpriger Start in das neue Börsenjahr.

Wie wir die Lage jetzt einschätzen, wann und wo wir einsteigen, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die heute erscheint. Anmeldungen unter www.antizyklischer-börsenbrief.de