Demmelhuber – 17. Januar 2008 – 21:06
Liebe Leser,
die Märkte sind seit Jahresbeginn kräftig eingebrochen. Der Dax konnte sich
mit einem Minus von 8,1% noch einigermaßen behaupten, MDAX (-14,3%) und TecDax
(-16,3%) stürzten regelrecht ab.
In den letzten Jahren hatte man sich an steigende Kurse gewöhnt. Umso
nervöser haben einzelne Marktteilnehmer auf die derzeitige Schwächephase
reagiert. Als Herausgeber des Chart-Signal.de Börsenbriefs erhalte ich aktuell
sehr viele Anfragen, wie man sich in einem solchen Marktumfeld verhalten solle.
Eine Pauschalantwort hierauf gibt es nicht, da ich weder die Risikobereitschaft
noch die Anlagementalität eines jeden einzelnen kenne. Einen Rat kann ich jedoch
immer mit auf den Weg geben: nämlich das Risiko im Depot zu reduzieren, bis
wieder ruhigere Zeiten eingekehrt sind. Doch welche Wege gibt es, das Risiko zu
minimieren? Hier ein kurzer Überblick über die drei wichtigsten Möglichkeiten.
Cash - der sichere Hafen: Erhöhen Sie durch den Verkauf einzelner Wertpapiere
die Cashquote und reduzieren Sie damit das Risiko in ihrem Depot. Neben dem
klassischen Tagesgeldkonto bieten sich auch geldmarktnahe Fonds oder
Immobilienfonds an (sofern ohne Ausgabeaufschlag erhältlich).
Short-Positionen: Man ist von seinen Aktien überzeugt, die Firmen sind
fundamental gut aufgestellt und haben auch trotz der aktuellen Finanzkrise sehr
gute Zukunftsaussichten. Es gäbe also keinen Grund, seine Aktien zu verkaufen.
In diesem Fall würde sich eine Short-Position auf einen breit gefächerten Markt
(z.B. Dax) sehr gut zur Depotabsicherung eignen. Im Idealfall gleichen die
Gewinne des Short-Zertifikats die Verluste der Aktien im Depot komplett aus.
Diversifikation: Das Marktrisiko ist gestiegen - das Kursrisiko jeder
einzelnen Aktie aber noch umso mehr. Der Kurssturz der Hypo Real Estate ist nur
ein Beispiel für viele Aktien, die in den letzten Monaten extrem eingebrochen
sind. Um dieses Risiko hinsichtlich der Einzelkursentwicklung zu minimieren,
empfiehlt sich aktuell eine sehr breite Diversifikation, um die Risiken zu
streuen und hierdurch das Gesamtrisiko des Depots zu senken.
Im meinem Musterdepot habe ich das Risiko insbesondere durch zweier
Short-Positionen deutlich gesenkt. Dank der Gewinne mit den Short-Zertifikaten
auf TUI und den DAX entwickelte sich das Musterdepot seit Jahresbeginn mit einem
Minus von -3,0% deutlich besser als der Markt und baute somit seinen Vorsprung
gegenüber seinen Vergleichsindices weiter aus. Hier nun eine kurze Analyse des
Eurostoxx50, der nach wie vor sehr klare Strukturen ausbildet.
Tages-Chart

Rückblick:
Wie in der Analyse in der letzten Woche befürchtet, durchbrach der Eurostoxx
seinen mittelfristigen Aufwärtstrendkanal signifikant nach unten. Die nächste
bedeutende Unterstützung ist im Bereich der 3900 anzusiedeln.
Interpretation:
Infolge des Bruchs der eingezeichneten Aufwärtstrendlinie hat sich die
technische Situation erheblich verschlechtert. Dementsprechend ist in den
kommenden Wochen mit weiteren Verlusten bis knapp 3900 zu rechnen, auch wenn
eine mehrtägige Korrektur aufgrund der überverkauften Marktsituation durchaus im
Bereich des Möglichen erscheint. Ein bedeutendes Kaufsignal gäbe es erst wieder
im Falle eines Breaks der Widerstandsregion zwischen 4500 und 4550 Punkten.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Handelstag,
Ihr Felix Demmelhuber
Chart-Signal.de Börsenbrief
http://www.chart-signal.de
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auf die sich die Analyse bezieht, bzw. in den letzten 12 Monaten nicht an
der Emission des analysierten Finanzinstruments beteiligt war. Es besteht
kein Interessenskonflikt.