kwietsche3 – 29. Januar 2008 – 9:55
Da kann auch der legendäre Finanz-Jongleur Nick Leeson nicht in Ansätzen mithalten: Ein "kleiner Händler" der französischen Großbank Société Générale mit dem mittlerweile nicht nur in der Börsenszene weltbekannten Namen Jérome Kerviel verantwortet einen Verlust von 4,9 Mrd. Euro, der das Institut in eine veritable Krise gerissen hat. Wie beim spektakulären Leeson-Fall kam dem Hasardeur zugute, dass er die internen Kontroll- Mechanismen durch eine frühere Tätigkeit im Middle Office bestens kannte und dementsprechend wirksam aushebeln konnte. Dies kann erklären, dass Kerviel seine Schieflage so lange geheim halten und wohl noch ausbauen konnte, ohne dass jemand etwas bemerkt hat. Entschuldigen kann dies die Fehler im Risikomanagement ganz sicher nicht. Dass eine Bank von Weltformat sich in eine derartige Schieflage bringen lässt, bleibt kein Problem der Société Générale alleine. In einer Phase des tiefsten Misstrauens innerhalb der Finanzbranche ist der Flurschaden solch eines Debakels immens. Future-Geschäfte, wie Kerviel sie im Grundsatz tätigte, führt jede Bank durch. Welch Schaden hierbei entstehen kann, weiß nun alle Welt. Was gibt die Sicherheit, dass nach Kerviel, Leeson, dem WestLBDebakel mit VW-Aktien und vielen anderen Skandalen kommende Woche nicht schon die nächste Schlagseite an die Öffentlichkeit kommt? Es gibt trotz aller medialen Aufregung wenig Hoffnung, dass sich derartige Fälle nicht wiederholen. Genauso wie die Firmen ihre Risk-Management-Systeme verbessern, rüsten pfiffige Händler auf. Es scheint, als gäbe es keine sicheren Kontrollsysteme. So muss wohl auch die Börse mit derartigen Schockwellen, die den Markt bewegen, leben.
HERZLICHST IHR
PLATOW BÖRSENTEAM
mit freundlichen Grüßen
with kind regards
Roger Peeters
CEFA; Dipl.-Betriebswirt