Unsere Meinung
kwietsche3 – 30. Januar 2008 – 17:09
Ausgelebter Shareholder Value in Form von Aktienrückkaufprogrammen gehört zu den beliebtesten, aber auch zu den umstrittensten Kapitalmaßnahmen, die börsennotierte Unternehmen durchführen können. In den USA sind diese Programme seit langem beliebt, in Deutschland sind sie seit Ende der neunziger Jahre im Markt etabliert. Der Charme dieser verdeckten Form der Ausschüttung ist schnell erkannt: Die kursstützende Wirkung schlägt bei allen Anlegern positiv im Depot durch. Durch die reduzierte Anzahl der Papiere wird das Ergebnis je Aktie erhöht, was die Titel auch auf der Bewertungsseite attraktiver macht. Dieser "Trick" funktioniert natürlich nur, wenn der Gewinn nicht sinkt und die Aktien auch wirklich verschwinden, also eingezogen werden. Letzteres ist gar nicht so selbstverständlich. Und die Gewinnkontinuität gerät durchaus in Gefahr, wenn die Firma die Maßnahme auf Pump finanziert und deshalb noch die Zinsen bezahlen muss. Diese Unsitte, Rückkäufe auf Kredit durchzuführen, ist zum Glück abseits der USA kaum verbreitet. Die Aktien erst mal länger in der Bilanz liegen zu lassen, kommt jedoch auch in Euroland vor. Ärgerlich in der derzeitigen Phase, denn die Baisse führt sicher zu der einen oder anderen Sonderabschreibung bei gehaltenen eigenen Aktien. Weniger ist eben halt oft mehr: Rückkaufprogramme haben ihre Berechtigung, jedoch nicht um jeden Preis. Der Cashflow muss vorhanden sein, ein bilanzielles Risiko sollte durch ein schnelles Einziehen deutlich reduziert werden. Dann klappt es auch mit dem Shareholder Value-Gedanken.
HERZLICHST IHR
PLATOW BÖRSENTEAM
mit freundlichen Grüßen
with kind regards
Roger Peeters
CEFA; Dipl.-Betriebswirt
- Zugriffe:
