Anleihen erholen sich nach schwachem Wochenstart wieder

Pfeiffer/Traub
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kwietsche3 – 29. Februar 2008 – 16:07
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In einer Handelswoche voller Konjunkturdaten kam es am Europäischen Rentenmarkt per Saldo erneut zu einer Seitwärtsbewegung. Zu Wochenbeginn wurden die Rentenmärkte von den Gerüchten über einen baldigen Rettungsplan beim angeschlagenen US-Anleihenversicherer Ambac belastet. Die veröffentlichten Daten zum US-Immobilienmarkt deuteten zwar auf eine weitere Abschwächung hin, lagen aber über den Erwartungen und schwächten die Anleihen. Der am Dienstag veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex überraschte mit einem Anstieg auf 104,1 Punkte, nach erwarteten 103,4 Punkten die Märkte. „Zusammen mit anderen Konjunkturdaten macht der positive ifo-Index die Erwartungen einer baldigen Leitzinssenkung in der Eurozone wenig wahrscheinlich“, so Sabine Traub, Leiterin des Rentenhandels an der Stuttgarter Börse. Schwache US-Konjunkturdaten und die Aussagen des Vizechefs der amerikanischen Notenbank Fed haben den US-Dollar geschwächt und dem Euro zu neuen Höchstständen weit über der psychologisch wichtigen Marke von 1,50 US-Dollar verholfen. Donald Kohn hatte das schwache US-Wachstum als größeres Problem bezeichnet als die Inflation. Damit konnten die Anleger beruhigt werden, die befürchtet hatten, dass die Fed aufgrund des ansteigenden Preisdrucks die erwarteten
Leitzinssenkungen eventuell aussetzt. „Und das noch weitere Leitzinssenkungen anstehen, davon gehen die meisten Marktteilnehmer nach der Rede von Chef-Notenbanker Ben Bernanke am Mittwoch Nachmittag vor dem US-Repräsentantenhaus aus“, so Traub. Bernanke hatte betonte, dass die Fed alles tun wird, um die amerikanische Wirtschaft nicht in die Rezession abgleiten zu lassen. Im zweiten Teil seiner Anhörung am Donnerstag warnte der Fed-Chef davor, dass kleinere Banken noch in größere Schwierigkeiten geraten könnten. Zusätzlich zu diesen Ausführungen drückten noch die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit unerwartet hohen 373.000 Anträgen und die Bestätigung des schwachen US-Wachstums um 0,6 Prozent im vierten Quartal auf die Aktienmärkte und verhalfen im Gegenzug den Anleihemärkten zu ordentlichen Kursgewinnen.

Anlegertrends: Fremdwährungsanleihen beliebt bei Privatanlegern

Fremdwährungsanleihen sind bei den Anlegern an der Stuttgarter Börse zunehmend beliebt. Insbesondere Anleihen in Südafrikanischem Rand werden nachgefragt. So beispielsweise die Anleihen der Landwirtschaftlichen Rentenbank (WKN: A0JQNA), der Rabobank (WKN: A0E7M9) und der LBBW (WKN: 663014). Der Anstieg der Euros gegenüber dem US-Dollar auf ein neues Rekordhoch über 1,52 Dollar hat einige Anleger animiert, in Dollar-Anleihen einzusteigen. „Neben der Verzinsung erhoffen sich die Anleger Kursgewinne durch eine Erholung des Dollars“, vermutet Sabine Traub. Gute Umsätze wurden in der Dollar-notierten Bundesanleihe WKN 103010, sowie der Österreich-Anleihe (ebenfalls US-Dollar notiert) mit der WKN 878276 generiert. Die Türkei hat eine neue Anleihe in US-Dollar begeben, die nun auch an der Stuttgarter Börse handelbar ist (WKN: A0TSA5). Fällig wird die Neuemission am 5. März 2038, der Kupon beträgt 7,25 Prozent. Bei diesem Bond beträgt die kleinste handelbare Einheit 2.000 US-Dollar. Der Bereich der Strukturierten Anleihen hat in dieser Woche wieder Zuwachs bekommen. Die DZ BANK hat ihre COBOLD-Familie erweitert. Bei der „COBOLD 89“ liegt der deutsche Automobilhersteller BMW als Referenzunternehmen zugrunde. Die Anleihe verzinst sich mit einem Kupon von fünf Prozent und läuft bis 21. Dezember 2012 (WKN: DZ1G4F). Der „COBOLD 90“ liegt das Unternehmensquartett Bayer, E.ON, Henkel und Siemens zugrunde. Der Neuemission liegt ebenfalls ein Kupon von fünf Prozent zugrunde, das Papier läuft etwas mehr als drei Jahre (WKN: DZ1G4Y). Im Falle eines Kreditereignisses bei einem der Referenzunternehmen erfolgt die Andienung einer Anleihe des ausgefallenen Unternehmens in Höhe des investierten Nominalvolumens. Die kleinste handelbare Einheit beträgt bei beiden COBOLD-Anleihen 1.000 Euro nominal.
Mit den Neuemissionen der Bank Nederlandse Gemeenten und der Lloyds TSB sind zwei weitere Banktitel handelbar. Die Lloyds-Emission ist eine Hybrid-Anleihe mit Laufzeit bis 5. März 2018. Bis März 2013 verzinst sie sich mit einem festen Kupon von 5,625 Prozent. Danach beträgt der variable Kupon 3-Monats-Euribor plus 203 Basispunkte. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 50.000 Euro nominal (WKN: A0TR7S). Die andere Bank-Anleihe ist mit einem festen Kupon von 3,875 Prozent und einer Laufzeit bis 21. Februar 2013 ausgestattet. Die kleinste handelbare Einheit: 1.000 Euro nominal (WKN: A0TRNJ). Das Land Belgien ist in dieser Woche mit einer neuen Euro-Staatsanleihe vertreten. Die Anleihe läuft bis 28. März 2011, der feste Kupon liegt bei 3,5 Prozent (WKN: A0TR02). Seit Mittwoch ist ein neuer Länder-Jumbo des Landes Niedersachsen handelbar (WKN: 159067). Der Kupon beträgt 4,25 Prozent, die Anleihe läuft bis 27. Februar 2018. Die Depfa ist ebenfalls seit Mitte der Woche mit einer Neuemission vertreten. Die Laufzeit endet am 15. März 2013, der feste Zinssatz beträgt 4,00 Prozent (WKN: A0S8XU). Die kleinste handelbare Einheit bei beiden Anleihen: 1.000 Euro nominal. Per Donnerstag wurden vier neue niedrigverzinsliche Anleihen der DZ BANK in den Handel an der Stuttgarter Börse aufgenommen. Die Anleihen sind im März 2010, 2011, 2012 oder 2014 fällig und verzinsen sich mit festen Zinssätzen zwischen 2,4 und 3,3 Prozent.