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DAX: Zwischen Hoffen und Bangen

T. Theuerzeit
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kwietsche3 – 19. Februar 2008 – 10:44
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Per Saldo beendete der Deutsche Aktienindex die vergangene Woche positiv. Bis Donnerstag notierte der DAX sehr fest und legte in der Spitze um 4,7% bis auf 7.062 Punkte zu. Am Freitag holten ihn dann die Sorgen hinsichtlich einer Rezession in den USA wieder ein – der DAX gab rund 3,25% seiner Wochengewinne wieder ab. Damit scheiterte bereits der zweite Versuch, die Widerstandszone 7.040/190 Punkte zu überwinden. Kein gutes Zeichen...

Die Technik

Mit Blick auf den Wochenchart wird deutlich, hier ist grundsätzlich noch nichts verloren. Von den wichtigen und bedeutenden Tiefständen ist der DAX noch ein gutes Stück entfernt und die Markttechnik bleibt ebenfalls inline. Die letzte Wochenkerze besticht jedoch mit einem sehr langen Docht und deutet die Kräfte der Bären an. Die Widerstandszone zwischen
7.040/190 Punkte bleibt weiterhin die entscheidende Marke. Auf der Unterseite gewinnt nun die Zone zwischen 6.750 / 6.650 Punkte zunehmend an Bedeutung wie auch der Tageschart zeigt.

Entsprechend dem Kursverlauf liegt hier ein massives Unterstützungsbündel vor. Formaltechnisch ist der jüngste tertiäre Aufwärtstrend seit dem 23.01.08 intakt. Er verläuft per Montag bei 6.798 Punkten und steigt pro Tag mit 24 Punkten an. Ein Tagesschluss darunter würde einen ersten Warnschuss darstellen. Kritisch jedoch wird es erst mit einem Tagesschlussunter der Unterstützungszone. Dann bekommt die Diskussion
um einen Doppelboden (W-Formation) neue Nahrung.

Die nächsten Unterstützungen lägen bei rund:
6.384 (Doppelboden – Charttechnik)
6.494 (Quantitativ – Fibonacci-Projektion)
6.396 (Quantitativ – Fibonacci-Projektion)
6.230 (Formaltechnisch – aus „Doppeltopp“ bei 7060)
6.110 (Formaltechnisch – Trendbestätigendes Dreieck)

Weiterhin negativ zu werten ist die Tatsache, dass die Tradingindikatoren ihren oberen Scheitel durchlaufen haben und nun Druck gen Süden aufbauen. Letzte Woche schrieb ich:

„Der DAX hat in der Spitze bereits 61,8% der Aufwärtsbewegung von 6.384 bis 7.059 Punkten korrigiert. Aus statistischer Sicht ist damit die Wahrscheinlichkeit eines neuen Bewegungshoch über 7.059 Punkten gesunken. Gewisse Zeitprojektionen deuten daraufhin, dass in der abgelaufenen Woche, spätestens in der 7. Kalenderwoche, ein Bewegungstief erzielt wurde / wird.“

Das Bewegungstief haben wir in der Tat letzte Woche gesehen und ein neues Bewegungshoch über 7.059 Punkte stellte sich bislang auch als unmöglich dar. Aus technischer Sicht haben sich die Gewitterwolken wieder zusammengezogen.

Das Sentiment

Letzte Woche schrieb ich:

„Beim taktischen animusX®-Sentiment zeichnet sich indes mehr und mehr die Stabilisierungsthese der Divergenzbildung ab. Während der DAX auf Wochenschlussbasis (!) ein neues Bewegungstief ausgebildet hat, notiert das taktische animusX®-Sentiment weiterhin oberhalb seines jüngsten Tiefs. Ein nahezu ähnliches Verhalten sah man bereits in der Märzkorrektur letzten Jahres. Auch hier sind nur die Wochenschlusskurse betrachtet wenngleich das aktuelle Tief bereits etwas ausgeprägter als im März 2007 ist.“

Dem ist nichts hinzuzufügen – das Chart mit den aktuellen
Daten spricht für sich.

Aus sentimenttechnischer Sicht sind sich private als auch institutionelle Investoren einig und trauen dem DAX kurzfristig offensichtlich weiteres Aufwärtspotenzial zu. Auf mittlere Sicht trennt sich aber langsam die Spreu vom Weizen. Während hier die Privaten ebenfalls recht positiv gestimmt sind, sind die Profis zurückhaltender.

Das spiegelt sich nicht nur in den Subindizes des strategischen animusX®-Sentiment wider sondern kommt auch in der aktuellen Sonderumfrage zum Ausdruck. Deren Frage war: Glauben Sie, dass die Aktienmärkte eine langfristige Trendwende vollzogen haben und nun in den Baissemodus übergegangen sind? Während die Ergebnisse der Profis gegenüber der Sonderumfrage von vor vier Wochen nahezu unverändert notieren, hat sich die Einschätzung der Privaten deutlich zugunsten „buy the dips“ verschoben.
Obwohl die Profis letzte Woche reagiert haben, bleibt deren durchschnittliche Shortquote nach wie vor auf einem hohen Niveau. Und auch die durchschnittlichen Cashquoten sind nach wie vor auf historischen Höchstständen. Zu sehr ähnlichen Ergebnissen hinsichtlich der Cashquote kommt im Übrigen auch das Fund Manager Survey von Merill Lynch mit dem Titel „When Cash is King“.

Letzte Woche schrieb ich:

„Vielleicht glauben die Investoren nur noch an einem kurzen eventuell schmerzhaften Rücksetzer. Die Sichtweise für die kommenden drei Monate würde damit implizieren, dass dieser Rücksetzer dann für den Auf- und Ausbaubau neuer / bestehender Positionen genutzt würde. Zu voreilig möchte ich hier aber noch nicht sein, da es sich bislang nur um einen
zaghaften Dreh handelt. Den animusX®-Ratios zufolge würde dieser Positionsauf-/ausbau dann vorzugsweise um 6.410/390 Punkte erfolgen.“

Auch daran hat sich, den animusX®-Ratios zufolge, nichts verändert. Das Gros der Investoren warten auf Levels um 6.410/930 Punkte, wenngleich ein Teil in Richtung 6.490/510 Punkten abgewandert ist.

Die Unsicherheit ist und bleibt hoch, daran hat auch die kleine Rallye letzte Woche nichts geändert. Im Gegenteil, der Abprall an der 7.060er Marke und die jüngsten US-Wirtschaftsdaten von vergangenem Freitag haben einige Investoren noch einmal in das Lager der Unentschlossenen getrieben. Dieses ist nun mit rund 40% relativ gut besucht. Kommt diese Masse in Bewegung, wird der sich dann etablierende Impuls im DAX dynamisch und heftig sein – die Vola sollte wieder zunehmen. Die entscheidenden Trigger dafür liegen auf der Hand: 7.060 / 7.190 und 6.750 / 6.650 Punkte.

Fazit

Die wichtigen Triggermarken sind genannt - 7.060 / 7.190 und 6.750 / 6.650 Punkte. Wie letzte Woche einmal angedacht, wären im ersten Fall Kurse um 7.210, 7.310 bis 7.800 Punkte möglich. Fallen hingegen letztgenannte Triggermarken muss wenigstens einmal in Richtung 6.400 Punkte gedacht werden. Ein weiteres Szenario wären neue Tiefstkurse mit den im Technikteil beschriebenen Konsequenzen und Marken. Die durchschnittlichen Shortquoten notieren nach wie vor noch deutlich über ihrem historischen Durchschnitt von rund 3%. Letzte Woche konnten wir sehen, welche Richtung im DAX entsprechende Schmerzen bei den Investoren auslöste. Daran hat sich im Wesentlichen also nichts geändert. Die taktische Sichtweise bleibt mit positiv bestehen und ändert sich auf negativ sobald die tertiäre Aufwärtstrendlinie auf Tagesschluss unterschritten wird. Die strategische Sichtweise bleibt ebenfalls mit neutral bestehen.