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DAX: Zwischen Hoffen und Bangen – Teil II

T. Theuerzeit
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kwietsche3 – 26. Februar 2008 – 9:55
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Die negative Daten- und Zahlenflut aus den USA reißt nicht ab. Nach wie vor geht das Inflationsgespenst um und auch der negative Trend im US-Wohnungsbaumarkt hält weiter an. Den Aktienmärkten dies- und jenseits des Atlantiks schadet diese Unsicherheit. In der vergangenen Woche scheiterte der Deutsche Aktienindex ein weiteres Mal an der 7.060er Hürde. Das Hoffen und Bangen geht weiter....

Die Technik

Zu Beginn der vergangenen Woche sah es noch gar nicht so schlecht aus - der DAX startete einen weiteren Angriff auf die 7.060er Marke. Bei 7.079 Punkten jedoch endete der Impuls und die Bären übernahmen abermals das Ruder. Damit hat die Widerstandszone zwischen 7.040/190 Punkte weiterhin Gültigkeit und gewinnt zudem an Signifikanz.

Die letzten beiden Wochenkerzen dokumentieren die ganze Stärke der Widerstandszone. Von den wichtigen und bedeutenden Tiefständen ist der DAX aber immer noch ein gutes Stück entfernt und die Markttechnik bleibt ebenfalls inline. Zwar droht diese zunehmend weg zu brechen, jedoch aktuell besteht noch Hoffnung. Wie der Tageschart zeigt, steht die letzte Woche angesprochene Zone zwischen 6.750 / 6.650 Punkte nun im Rampenlicht.

Letzte Woche schrieb ich:

„Formaltechnisch ist der jüngste tertiäre Aufwärtstrend seit dem 23.01.08 intakt. Er verläuft per Montag bei 6.798 Punkten und steigt pro Tag mit 24 Punkten an. Ein Tagesschluss darunter würde einen ersten Warnschuss darstellen. Kritisch jedoch wird es erst mit einem Tagesschluss unter der Unterstützungszone. Dann bekommt die Diskussion um einen Doppelboden (WFormation) neue Nahrung.“

Am Freitag war es dann soweit, der DAX hat die tertiäre Aufwärtstrendlinie nach unten hin gebrochen. Bislang wurde das Unterstützungsbündel zwischen 6.750 / 6.650 Punkte verteidigt.

Wenn man sich einem sehr negativen Szenario nicht verschließen möchte, dann kann man den jüngsten Aufwärtsimpuls seit dem 23.01.2008 auch als Bärenflagge interpretieren. Eine Vollendung vorausgesetzt, wäre das rechnerische Kursziel bei rund 5.600 Punkten zu suchen. Unterstellt man jedoch nur ein aufsteigendes Dreieck (und dessen negative Vollendung), so kommt man auf ein Kursziel von 6.230 Punkten. Dieses Kursziel deckt sich übrigens auch mit der Berechnung aus einem vermeintlichen Doppeltopp bei 7.060 Punkten (für weitere Kursziele siehe letzten Kommentar).

Aus rein technischer Sicht überwiegen, zumindest im DAX, die negativen Zeichen. Doch Obacht, es macht durchaus auch Sinn, sich noch einmal mit der Oberseite zu beschäftigen – wenn eventuell auch nur temporär. Ein Blick auf die USAktienindizes und deren Entwicklung, vor allem die am vergangenen Freitag, könnte hier den Startschuss für einen neuen Aufwärtsimpuls anzeigen.

Bei Dow Jones Industrial, S&P 500 sowie bei der Nasdaq Composite hatten sich die Kurse ebenfalls in ein Dreieck hineinmanövriert. Eine Entscheidung stand an und die schien, zumindest mit der Eröffnung des Freitagshandels auch gefallen zu sein – zur Unterseite. Doch zum Handelsschluss legten alle Indizes deutlich zu und konnten sich in ihre vorherige Ausgangslage (Dreieck) zurückschieben.

Was bleibt sind positive Kerzensignale (Hämmer) gepaart mit Fehlsignalen zur Unterseite. In diesem Zusammenhang ist besonders von Bedeutung, dass sich die Entscheidung sehr lange herausgezögert hatte – die Kurse also weit in die Dreiecksspitze gelaufen waren. In diesem Fall sind erratische
Kursbewegungen keine Seltenheit und oftmals kommt es zunächst auch zu einem Ausbruch auf der falschen Seite. Dieser Entwicklung folgt für gewöhnlich und rein methodisch ein heftiger Impuls auf der Gegenseite.

Es besteht also gegenwärtig die große Gefahr, dass es doch noch zu einem unerwarteten Szenario bei Dax, Dow & Co. kommt. Vorsichtshalber nenne ich hier noch einmal die erwarteten Kursziele beim Überwinden der 7.060/190er Region: 7.210, 7.310 bis 7.800 Punkte im DAX (siehe vorherige Kommentare).

Das Sentiment

Die seit drei Wochen beschriebene Divergenz im taktischen animusX®-Sentiment hält an und die letzte Woche hinterlässt bei den Investoren kaum negative Spuren. Hier kann ich mich nur wiederholen: „Beim taktischen animusX®-Sentiment zeichnet sich indes mehr und mehr die Stabilisierungsthese der Divergenzbildung ab. Während der DAX auf Wochenschlussbasis (!) ein neues Bewegungstief ausgebildet hat, notiert das taktische animusX®-Sentiment weiterhin oberhalb seines jüngsten Tiefs. Ein nahezu ähnliches Verhalten sah man bereits in der Märzkorrektur letzten Jahres. Auch hier sind nur die Wochenschlusskurse betrachtet wenngleich das aktuelle Tief bereits etwas ausgeprägter als im März 2007 ist.“

Per Saldo haben sich die durchschnittlichen Investitionsquoten ebenfalls kaum verändert. Lediglich die durchschnittlichen Shortquoten wurden weiter leicht reduziert und nähern sich wieder ihren historischen Durchschnittswerten an. Die Investoren zögern noch mit ihren Neuengagements. So signalisiert es auch nach wie vor die hohe Cashquote. Alles wartet gespannt auf eine Richtungsentscheidung. Zum Ausdruck kommt diese Haltung zudem durch das Lager der unentschlossenen Investoren. Dieses erreicht aktuell den zweithöchsten Wert seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 2004. Eines ist damit klar: Die Wahrscheinlichkeit, dass viele Investoren einem vermeintlich neuem Signal folgen, ist sehr hoch. Dies wird den dann eingeschlagenen Impuls dynamisieren. Umso stärker wird dieser vermutlich sein, wenn sich herausstellt, dass man zuvor die falsche Seite eingegangen ist (siehe Fehlsignal in den US-Indizes).

Fazit
Die Unsicherheit ist und bleibt hoch. Aus technischer Sicht haben sich die dunklen Wolken verdichtet. Wahrhaben möchte das aber offensichtlich noch keiner so richtig. Die Investoren sind einmal mehr in das Lager der Unentschlossenen gewechselt. Dieses erreicht nun Werte von 52%. Kommt diese Masse in Bewegung, wird der sich dann etablierende Impuls im DAX dynamisch und heftig ausfallen – erst recht wenn die Investoren feststellen, dass sie eventuell einem Fehlsignal aufgesessen sind. (siehe US-Indizes). Wie letzte Woche beschrieben, hat sich die taktische Einschätzung mit Tagesschluss unterhalb der tertiären Aufwärtstrendlinie auf negativ verändert – genau zum Wochenschluss. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation in den US-Indizes halte ich diese Einschätzung jedoch nicht aufrecht und warte eine weitere negative Bestätigung ab. Ggf. erhalten Sie in der neuen Woche ein Update hierzu. Vorerst bleibt die taktische Einschätzung also mit positiv bestehen. Die strategische Sichtweise bleibt ebenfalls mit neutral bestehen.