Ist eine Entkoppelung der Emerging Markets möglich?

F. Schulz
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Daxvestor – 11. Februar 2008 – 7:53
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Die US-Indizes bewegen sich wieder in Richtung der Jahrestiefststände und Anleger stellen sich nun die berechtigte Frage ob die Emerging Markets zwangsläufig mitziehen werden, falls diese unterboten werden. Schließlich besteht - wie Sie selbst täglich erleben - zumindest kurzfristig eine enge Korrelation zwischen den US-Vorgaben und der Entwicklung der Emerging Markets.

Mittel bis langfristig hingegen zeichnet sich ein völlig anderes Bild: Sowohl der marktbreite S&P 500 Index als auch der NASDAQ Composite notieren heute in Euro gerechnet unter dem Stand vom 11. Februar 2004. Der MSCI EM Index hat sich hingegen in den vergangenen 4 Jahren auch in Euro gerechnet mehr als verdoppelt, er befindet sich in einem langfristigen Aufwärtstrend und er hat im Oktober 2007 ein neues Allzeithoch gebildet. Eine Entkoppelung von der amerikanischen Seitwärtsbewegung war also durchaus möglich!

Emerging Markets bleiben eine Megastory

Diese Entkoppelung von den schwachen US-Vorgaben ist bei Betrachtung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen keine Überraschung: Während die USA mit niedrigen Zinsen und hohen Staatsdefiziten seit dem Jahr 2000 gegen eine strukturelle Wirtschaftskrise kämpfen, erleben die Emerging Markets einen realen Wirtschaftsboom von historischem Ausmaß. Natürlich werden die Emerging Markets während einer US-Rezession nicht im Tempo der vergangenen 3 Jahre weiter wachsen können, doch noch gibt es keine binnenkonjunkturellen Anzeichen dafür, dass sie selbst vor Wirtschaftskrisen stehen.

Beispiel China: Die Weltbankhat hat die Wachstumserwartung der Volkrepublik in den vergangenen Tagen wegen der „drohenden US-Rezession“ um 1,2% herunter gesetzt, doch mit 9,6% Wachstum erwarten die Ökonomen immer noch ein Top-Wachstum. Überraschend auch: Immer mehr Ökonomen sehen in der drohenden US-Rezession sogar eine Chance für China. Eine durch externe Faktoren ausgelöste Abkühlung werde die drohende Überhitzung der Wirtschaft (Stw. Inflation) abwenden und daher langfristig hohes Wachstum erhalten. Zudem können Exportausfälle am US-Markt den Druck auf Peking erhöhen den eigenen Konsumsektor durch staatliche Programme anzutreiben. Ein starker Konsumsektor – da sind sich alle Beobachter einig – ist eben genau die Voraussetzung dafür, dass China den Wachstumsschnitt der vergangenen 3 Jahrzehnte (über 8%) auch für eine weitere Dekade aufrecht erhalten kann.

2001 war Startschuss der Emerging Markets Rallye

Auch im Jahr der US-Rezession von 2001 war eine relative Entkoppelung der Emerging Markets möglich. Es viertelte sich zwar das Wirtschaftswachstum der Industrieländer innerhalb eines Jahres von 4% auf durchschnittlich 1% doch das durchschnittliche Wachstum der Emerging Markets fiel nur von 5,8% auf 4,1% zurück. Zwar erlebten die Emerging Markets anfangs starke Einbußen im Exportsektor, doch die Binnendynamik blieb nicht nur bestehen sondern nahm in den Folgejahren sogar kräftig zu. Als sich im Jahr 2002 die Niedrigzinspolitik der FED an den Weltmärkten durchsetze begann der MSCI Emerging Markets Index einen Gipfelsturm, der ihm zwischenzeitig mehr als 300% Performance einbrachte. Die US-Rezession war also eine historisch seltene Einstiegsgelegenheit.

Fazit: Sobald sich die Unsicherheit legt erwarte ich, dass der Markt eine langfristige Einstiegschance in den mit einem durchschnittlichen KGV08e von 14 sehr günstig bewerteten Emerging Markets wittert. Lassen Sie sich daher nicht von kurzfristigen Turbulenzen aus dem Markt drängen!

Erfolgreiche Investments in den Boom-Märkten der Zukunft wünscht Ihnen

Ihr

Florian Schulz

Chef-Redakteur Emerging-Markets-Trader

http://www.emerging-markets-trader.de

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