kwietsche3 – 12. Februar 2008 – 9:20
Die Berichtssaison für das Schlussquartal 2007 ist nun auch in Deutschland angelaufen und zumindest bislang sind die großen Katastrophen eher die Ausnahme geblieben. Zwar beherrschten Firmen, die für bittere Enttäuschungen sorgten (etwa die Hypo Real Estate oder Infineon) die Schlagzeilen, doch hielt sich der Kummer insgesamt in Grenzen. Die mit Hochspannung erwartete und unter dem Strich erfreuliche Bilanzvorlage der Deutschen Bank hatte eindrucksvoll gezeigt, was in der gerade für Finanzunternehmen schwierigen Phase machbar ist, dokumentierte jedoch genauso exemplarisch, wie schwer die Börse zu begeistern ist. Denn Applaus zollten zwar etliche Kommentatoren, die Anleger zeigten sich hingegen unbeeindruckt. Am Ende des Tages bewegte sich die Aktie kaum. Wohl auch zu Recht. Schließlich ist der Ausblick mit einigen Fragezeichen versehen, was momentan wiederum wohl die ehrlichste Form der Aktionärsinformation ist. Denn wie es an den vor allem für die Banken relevanten Märkten weitergeht, ist auch im Februar 2008 vollkommen unklar. Das ist bitter für alle, die gehofft haben, dass es reicht, wenn die Wirtschaftsprüfer zum Jahresultimo einmalig allen Unrat aus den Bankbilanzen herausholen. Das wird schon deshalb nicht funktionieren, weil Bewertungen von Finanzportfolios dynamische Prozesse sind, die naturgemäß niemals abgeschlossen sein können. Steigt etwa die Arbeitslosenzahl in den USA an, werden "gute Kredite" an Arbeitnehmer ganz schnell zu "schlechten Krediten", die wertberichtigt gehören. 2008 kann und wird sich in der Finanzbranche und auf dem Börsenparkett noch einiges tun. Zumindest die Ungewissheit bleibt gewiss.
HERZLICHST IHR
PLATOW BÖRSENTEAM
mit freundlichen Grüßen
with kind regards
Roger Peeters
CEFA; Dipl.-Betriebswirt