Unsere Meinung
kwietsche3 – 19. Februar 2008 – 10:09
Der mittlerweile zurückgetretene Vorstandslenker der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, war nur der erste aufgedeckte Steuersünder mit Geldern in Liechtenstein. Wahrscheinlich dürfte in den kommenden Wochen ein Steuerskandal von fast schon historischen Dimensionen sukzessive ans Licht der Öffentlichkeit gelangen. Medienberichten zufolge geht es um eine dreistellige Anzahl von Verdächtigen und einen Betrag in Milliardenhöhe. Öffentlichkeit und Politiker sind erschüttert und reagieren aufgebracht. Zum Wochenschluss wurde die Tonlage stündlich schärfer, schon ziehen erste Politiker über "neue Asoziale" vom Leder. Besonnen zeigen sich die Anleger auf dem Parkett. Die Personalie Zumwinkel wurde für die Post-Aktie als Non-Event gewertet. Das Papier konnte sich zum Wochenschluss gar positiv vom DAX absetzen. Dennoch sollten Anleger die Dimension des Falls und die daraus resultierenden "Kollateralschäden" nicht unterschätzen. Viele Medien und Politiker haben wenig Interesse an differenzierter Aufarbeitung, wettern stattdessen gegen "die da oben", vermischen Unternehmer, Unternehmen und angestellte Vorstände nach Belieben und reden von "der Wirtschaft" kaum anders als von der Mafia. Diese negative Stimmung ist ausgesprochen gefährlich. Schon jetzt ist in Deutschland das öffentliche Verständnis für (notwendige) Gewinne von Unternehmen auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Es ist zu befürchten, dass reißerische Aussagen über Abzocker in den Chefetagen die ausgeprägte Wirtschaftsfeindlichkeit in der Bevölkerung erhöhen. Leidtragende wären nicht die wenigen schwarzen Schafe, sondern alle Unternehmungen, mittelbar natürlich auch deren Aktionäre.
HERZLICHST IHR
PLATOW BÖRSENTEAM
mit freundlichen Grüßen
with kind regards
Roger Peeters
CEFA; Dipl.-Betriebswirt
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