Buy & Hold oder lieber Markttiming?

Heiko Aschoff
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kwietsche3 – 14. März 2008 – 15:51
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Die Aktienmärkte fahren regelmäßig Achterbahn. Diese Tatsache haut keinen mehr vom Hocker. Ebenso selbstverständlich ist die Erkenntnis, dass die heftigen Kursausschläge entscheidend sind für die Rendite eines Anlegers. Aber hätten Sie gedacht, dass wenn man die 10 schlechtesten Tage im DAX seit 1958 vermieden hätte, ein Anleger rund 140% mehr hätte verdienen konnte als jemand, der durchgehend investiert war? Wer dagegen die 10 besten verpasste, hätte nur rund die Hälfte verdient.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der renommierten IESE Business School in Barcelona. Eine weitere zentrale Aussage der Studie ist die These, dass die täglichen Renditen an den Aktienmärkten nicht der Gauß’schen Normalverteilung folgen. Extreme Ausschläge kommen wesentlich häufiger vor als sie es eigentlich dürften. Damit wird die klassische Portfoliotheorie nach Markowitz & Sharpe bis hin zum CAPM in Frage gestellt. Viele Hedgefonds- und Anlagestrategien beruhen auf diesen Modellen, also demnach auf einem wackeligen Fundament.

Eine Auswertung für den DAX über den Zeitraum von Anfang 1990 bis Ende 2006 bestätigt diesen Zusammenhang. Verpasst man nur einige der besten Tagesgewinne, sinkt die Gesamtperformance. Vermeidet man dagegen einige der größten Tagesverluste, verbessert sie sich erheblich. Ohne die 100 schlechtesten Tagesverluste sogar um ein Vielfaches wie die folgende Grafik zeigt. Das Startkapital betrug 1000 Euro.

Quelle: IESE Business School, Barcelona

Die obere Darstellung verwendet eine logarithmische Skalierung. Der große Renditeunterschied wird erst in der linearen Darstellung richtig sichtbar. Die folgende Grafik ist bis auf diesen kleinen Unterschied identisch mit der oberen.

Quelle: IESE Business School, Barcelona

Anhänger der Kaufen & Halten Strategie könnten argumentieren, dass es unmöglich ist, die schlechtesten Tage zu vermeiden und die besten Tage zu erwischen. Deshalb sei es am besten, immer investiert zu sein. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass in dem Beobachtungszeitraum nur drei Baissejahre vorkamen. Wie wäre das Ergebnis in einem reinen Baissemarkt ausgefallen?

Auf der anderen Seite legt die Studie nahe, dass sich bereits ein mittelmäßiges Timing sehr vorteilhaft auf die Gesamtperformance auswirken kann. Das es geht, beweisen einige herausragende Trader weltweit. Aber es gibt auch extrem erfolgreiche Value Investoren vom Schlage eines Warren Buffett, deren Anlagepolitik sich durch eine lange Haltedauer auszeichnet. Fest steht jedenfalls, dass nur wenige Tage im Jahr einen entscheidenden Einfluss auf die Gesamtperformance haben, während der Rest des Jahres unbedeutend verläuft. Kommt Ihnen das nicht bekannt vor? Steht dahinter nicht die Börsenweisheit, nur besonders attraktive Chance- / Risikoverhältnisse zu handeln, die leider nur wenige Male im Jahr vorkommen? Dazu passt die Tatsache, dass die Märkte in der Realität überwiegend in einem Seitwärtstrend verlaufen, der nur von kurzen Trendphasen unterbrochen wird. Geduld und Disziplin sind an der Börse eine Tugend, Overtrading eine Todsünde.

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Ihr Heiko Aschoff
Diplom-Kaufmann
www.institutionell.INFO