Die Talfahrt hält an!

D. Kirschbaum
Kirschbaum – 24. März 2008 – 1:33
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Der Greenback hat es aber zur Zeit auch wahrlich nicht leicht. Kaum zeigte er wenn auch schwache Erholungstendenzen, kam der nächste Keulenschlag. Die amerikanische FED kündigte eine weitere Geldschwemme an. In einer konzertierten Aktion gemeinsam mit anderen Notenbanken werden den Kreditmärkten ca. 200 Mrd. Dollar zur Verfügung gestellt. Vor allem der Dollar-Geldmarkt steckt scheinbar in extremen Liquiditätsnöten. Normalerweise leihen sich Banken gegenseitig täglich Geld in großem Umfang. Im Zuge der US-Hypothekenkrise ist dieses Geschäft jedoch fast zum Erliegen gekommen - aus Misstrauen untereinander. Jeder befürchtet bei der Konkurrenz erhebliche Schieflagen - und das zu Recht wie am Freitag das Beispiel Bear Stearns erschreckend gezeigt hat. Eines der renommiertesten US-Investmenthäuser wäre ohne fremde Hilfe vermutlich schon Konkurs gegangen. Bei solchen Horror-Meldungen, die jetzt nach und nach an die Oberfläche kommen, muss einem angst und bange werden. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass wir bislang erst die Spitze des Eisbergs dieser Wirtschaftskrise gesehen haben.

Entsprechend brachen die Aktienkurse weltweit erneut kräftig ein. Neben den Aktienmärkten war aber insbesondere der Dollar der Leidtragende. Am Dienstag folgte dann die erwarteten Leitzinssenkung um nochmals 75 Basispunkte auf nunmehr 2,25 Prozent. Zur Erinnerung: Im letzten Sommer betrug der Refinanzierungssatz noch 5,25 Prozent!! Die Zinsdifferenz zwischen den USA und Europa und Asien schmolz so schnell wie Schnee in der Sauna. Der Dollar als Anlagewährung wird immer unattraktiver.

Fast könnte man meinen, die Amerikaner beschwören eine Dollar-Schwäche regelrecht herauf. Für sie selbst ist diese Entwicklung auch zweifellos ein Segen, verringert es doch automatisch ihre hohen Auslandsschulden. Für die ausländischen Finanzierer des "American Way of Life" ist die Dollar-Abwertung dagegen ein Fluch, denn es verwässert ihre Kredite. Man sollte deshalb das Damoklesschwert eines Dollar-Crashs nicht unterschätzen. Irgendwann reicht es den Gläubigern und sie fordern ihre Schulden zurück...

Charttechnisch ist der Dollar momentan vor allem gegenüber dem japanische Yen stark angeschlagen. Eine massive langfristige Unterstützung bei rund 102 Yen, die noch dazu mit dem unteren Ende des mittelfristigen Abwärtstrends zusammenfällt, hat das Währungspaar wie ein scharfes Messer durch warme Butter durchschnitten. Kurz darauf fiel auch die eher psychologisch bedeutsame 100 Yen-Kursmarke. Die Dynamik dieses neuerlichen Abschwungs überrascht und dürfte jegliche Hoffnung auf eine baldige Trendwende zu Nichte gemacht haben. Dennoch haben wir in unserem Realen Derivate-Musterdepot (Infos auf unserer Homepage unter www.derivate-investments.de) zu Wochenbeginn die Gelegenheit genutzt, unseren Gewinn von über 124 Prozent in dieser Position zu realisieren!! Der Dollar ist trotz aller fundamentalen und technischen Negativfaktoren kurzfristig überverkauft. Zweifellos trieben zuletzt auch viele Zinsspekulationen den Verfall. Die Entscheidung der FED dürfte daher erst einmal wieder ein gewisses spekulatives Moment aus dem Markt nehmen.

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