kwietsche3 – 7. März 2008 – 16:04
In einer Handelswoche voller Wirtschaftsdaten vollzog der Europäische Rentenmarkt eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau. Zu Wochenbeginn kamen mit dem USEinkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe einmal mehr schwache Konjunkturdaten aus den USA. Der Index fiel im Februar auf 48,3 Punkte und damit auf ein neues Fünfjahrestief zurück. Der am Mittwochabend veröffentlichte Konjunkturbericht der amerikanischen Notenbank, das so genannte Beige Book, machte eine weitere Konjunkturabschwächung deutlich. Sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die Bank of England haben am Donnerstag die Leitzinsen bestätigt und erwartungsgemäß keine Veränderungen vorgenommen. Im Anschluss an die Zinsentscheidung veröffentlichten die europäischen Notenbanker ihre mit Spannung erwarteten Prognosen zum Wirtschaftswachstum und zur Inflation in der Euro-Zone. Aufgrund der sich abkühlenden US-Wirtschaft und der anhaltenden Finanzkrise wurden die Prognosen für das Wirtschaftswachstum in diesem und im kommenden Jahr leicht nach unten revidiert. Ihre Inflationsprognose erhöhte die EZB wegen des jüngsten Anstiegs der Nahrungsmittel- und Energiepreise deutlich. In diesem Jahr werde die Teuerung auf Werte zwischen 2,6 und 3,2 Prozent anziehen, sagte der Chef der EZB, Jean-Claude Trichet. Im Dezember hatten die Experten der EZB noch eine Inflationsrate zwischen zwei und drei Prozent prognostiziert. Im kommenden Jahr werde die Teuerung dann auf 1,5 bis 2,7 Prozent (Dezember-Projektionen: 1,2 bis 2,4) sinken. KW 8 „Äußerungen zu den Rekordhochs des Euro hat Trichet vermieden und damit den Hoffnungen einiger Marktteilnehmer auf eine baldige Zinssenkungen eine Absage erteilt“, so Sabine Traub, Leiterin des Rentenhandels an der Stuttgarter Börse. „Für Trichet steht die Inflationsbekämpfung an erster Stelle“, kommentiert Traub. Mit der Veröffentlichung der US-Häuserdaten am Donnerstagnachmittag wurde der Rentenmarkt einmal mehr unterstützt. Die Meldung, dass sich die Zwangsversteigerungen in den USA auf einem Rekordniveau befinden, konnte dem Euro zusätzlich zu Trichets Ausführungen weiteren Auftrieb verleihen. In dieser Woche konnte die Europäische Währung gegenüber dem US-Dollar zeitweise eine neue Höchstmarke von mehr als 1,54 US-Dollar erklimmen. Die noch heute Nachmittag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten (14:30 Uhr MEZ) werden von den Marktteilnehmern bereits mit Spannung erwartet. Die Schätzung des Lohnbuchhaltungsunternehmens ADP, der zufolge 23.000 Jobs im privaten Sektor abgebaut worden sind, blieb am Markt ohne Auswirkungen. „Weil die ADP-Daten in den vergangenen Monaten als Indikator mehrmals schon ein falsches Signal geliefert haben, messen die Marktteilnehmer diesen keine so große Bedeutung mehr zu“, so Traub. Da die wöchentlichen Arbeitslosenzahlen allerdings ebenfalls schwach ausfielen, erwarten die Marktexperten auch heute Nachmittag keine positiven Daten.
Anlegertrends: Zahlreiche Neuemissionen an der Stuttgarter Börse
Mit der Einführung der neuen KfW-Anleihe in US-Dollar trägt die Börse Stuttgart der guten Nachfrage nach Fremdwährungsanleihen Rechnung. Der feste Kupon beträgt 4,375 Prozent. Die Neuemission wird am 15. März 2018 fällig. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 1.000 US-Dollar. Bei einem aktuellen Euro/Dollar-Kurs von 1,54 Dollar entspricht dies 649,35 Euro (WKN: A0E9C6). Mit den Neuemissionen der LBBW haben die Strukturierten Anleihen in dieser Woche wieder Zuwachs bekommen. Seit Donnerstag sind die „LBBW Synthia 24 Plus“ und die „LBBW Synthia 25 Plus“ mit Endfälligkeit am 19.06.2009 an der Stuttgarter Börse handelbar. Der erstgenannten Anleihe liegen die BMW AG und die E.ON AG als Referenzunternehmen zugrunde (WKN: LBW9VC). Sollte kein Kreditereignis eintreten, wird die Anleihe zum Rückzahlungsbetrag von 104,2 Prozent (inklusive einem Bonus von 4,2 Prozent) getilgt. Der „LBBW Synthia 25 Plus“ liegen folgende fünf Unternehmen als Referenz zugrunde: Allianz SE, Continental AG, Volkswagen AG, Deutsche Telekom AG und Siemens AG. Auch bei dieser Anleihe bekommt der Anleger anstelle einer Zinszahlung im Rahmen der Tilgung einen Bonus von 5,4 Prozent auf den Nominalbetrag (WKN: LBW9VD). Im Falle eines Kreditereignisses bei einem der Referenzunternehmen werden die Anleihen durch einen entsprechenden Barausgleich vorzeitig getilgt. Die kleinste handelbare Einheit beträgt jeweils 1.000 Euro nominal. Lettland ist in dieser Woche ebenfalls mit einer Neuemission vertreten (WKN: A0TSCK). Die Anleihe verzinst sich mit einem festen Kupon von 5,5 Prozent und läuft bis zum 5. März 2018. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 1.000 Euro nominal. Die Anleihe erfreut sich bereits jetzt guter Nachfrage seitens der Anleger. Kaum sind die neuen Corporate Bonds (Unternehmensanleihen) von General Electric und Allianz an der Stuttgarter Börse in den Handel aufgenommen worden, berichten die Händler bereits über große Umsätze. Die GE-Anleihe verfügt bei einer fünfjährigen Laufzeit über eine 4,875-prozentige Verzinsung (WKN: A0TR7R). Der Kupon der Allianz-Anleihe beträgt fünf Prozent, die Laufzeit beträgt ebenfalls fünf Jahre (WKN: A0TR7K). Die kleinste handelbare Einheit entspricht bei der Allianz-Anleihe 50.000 Euro nominal. Bei der GE-Anleihe liegt diese bei 1.000 Euro nominal. Seit heute ist eine neue Anleihe der British American Tobacco am Börsenplatz Stuttgart handelbar (WKN: A0TSJQ). Die Neuemission verzinst sich mit einem festen Kupon von 5,875 Prozent und läuft bis zum 12. März 2015. Die Neuemission der National Australia Bank kann seit Donnerstag in Stuttgart gehandelt werden. Das Papier notiert in Euro, läuft bis zum 4. März 2011 und verzinst sich mit einem festen Kupon von 4,75 Prozent. Die kleinste handelbare Einheit liegt hier bei 50.000 Euro nominal (WKN: A0TR7Q).