EZB verwässert weiter

S. Dosenovic
dosenovic – 24. März 2008 – 9:10
Eingestellt in:

Zürich/Frankfurt/New York/Tokio

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die am vergangenen Donnerstag veröffentlichte Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den Vergangenen Staaten auf 378.000 gestiegen. Die Volkswirte hatten 355.000 neue Anträge nach zuvor 356.000 erwartet. Bitte beachten Sie, dass dieser Wert von 353.000 revidiert worden ist.

Die US-amerikanischen Frühindikatoren sind im Februar um 0,3 Prozent gesunken. Erwartet wurde ein Bereich von -0,2 bis -0,3 Prozent, nachdem im Vormonat ein Minus in Höhe von 0,4 Prozent verzeichnet worden ist. Damit wurde der Vormonatswert von -0,1 Prozent nach unten revidiert.

Der Philly Fed Index notiert im aktuellen Monat bei -17,4. Der Markt hatte hier mit einem Bereich von -18,0 bis -20,0 gerechnet, nachdem der Index im Vormonat bei -24,0 gestanden hatte.

Die Bekanntgabe des wöchentlichen Erdgasberichts der Energy Information Administration (EIA) zur US Lagerhaltung ergab, dass die US-amerikanischen Erdgasvorräte, die Nat Gas Inventories in der letzten Woche um 85 Bcf auf 1.313 Bcf zurückgegangen sind. Bereits in der vorangegangenen Woche waren die Bestände in den Vereinigten Staaten um 86 Bcf geschrumpft, im Vorjahr hatten sie bei 1.528 Bcf gelegen.

Die US-Börsen konnten am Donnerstag kräftig zulegen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss um 2,2 Prozent fester bei 12.361 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verteuerte sich um 2,4 Prozent auf 1329 Punkte. Der Nasdaq Composite ging um 2,2 Prozent höher bei 2258 Punkten aus dem Handel.
Hier standen besonders die Titel der US-Anleihefinanzierer und der Banken auf der Käuferliste der Händler.
Fannie Mae konnten um 11,7 Prozent zulegen, während sich Freddie Mac um 9 Prozent verteuerten.
Die Papiere von Lehman Brothers kletterten um ganze 15,2 Prozent nach oben, gefragt wurden aber auch die des Konkurrenten Morgan Stanley, die sich um 14,3 Prozent verteuerten. Merrill Lynch schnellten um 13 Prozent nach oben.

Der deutsche Aktienindex gab um 0,7 Prozent auf 6319 Punkte nach. ThyssenKrupp gaben um vier Prozent nach, nachdem die Analysten von Goldman Sachs das Kursziel nach unten korrigiert hatten. So wird einer der wenigen soliden Werte zur Zeit heruntergeprügelt.
Die Commerzbank hat die Prognose von 9 100 auf 7800 heruntergesenkt. Jetzt `mal allen Ernstes, wie kommt man auf 9100 Punkte zum Jahresende? Wo sind die sichtbaren wirtschaftlichen Begleiterscheinungen, die die Prognose rechtfertigen würden?
Die Europäische Zentralbank hat über die Osterfeiertage, nachdem sie bereits am vergangenen Dienstag 25 Mrd. Euro in die Märkte gepumpt hat, weitere 15 Mrd. Euro über die Ostertage zur Verfügung gestellt, frei nach dem Motto: Viel hilft viel.
Die europäische Zentralwährung wird weiter verwässert, ohne dass es jemand merkt. In den nächsten Tagen kommt wahrscheinlich die nächste Aufwärtswelle im EUR/USD und jeder wird sich auf den schwachen Dollar konzentrieren. Die europäische Zentralwährung verliert Tag für Tag an Kaufkraft gegen die BRIC-Staaten und keiner merkt es, weil die Menschen die Tagespresse lesen und das dort gelesene gedankenlos nachplappern. Ein perfektes Szenario um die dumme Masse hinter das Licht zu führen.
Wenn ich fünf Stück Kuchen habe und ich mache fünfundzwanzig daraus, dann fallen die Stücke kleiner aus. Dafür muss man keine Volkswirtschaft studieren, dass kann ein Erstklässler nachvollziehen, ein Volkswirt aber nicht mehr, weil er den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.
Der chinesische Yuan wird die neue Leitwährung werden und das einzige, was Europa und der USA übrig bleiben wird, werden leere Worthülsen sein, denn USA kann nicht mehr und in Europa wird man mit dem zusammenbrechenden Immobilienmarkt, ausgehend von Spanien, beschäftigt sein. Sehr viele Ein-Familien-Häuserbesitzer, die noch nicht abbezahlt haben, werden sich auf der Strasse wiederfinden. Das sieht doch ein Blinder mit Krückstock. Das Motto lautet jetzt mehr denn je: Cash is king.
USA und Europa werden in Zukunft von Ihrem hohen Ross heruntersteigen müssen und am eigenen Leib erfahren, wie es ist unter einer Wirtschaftsdiktatur zu leben. Wenn ich im neuen Spiegel das reiche Kind auf dem goldenen Schaukelpferd sehe und das afrikanische Kleinkind mit schmutzbeschmierten Gesicht, dass mit fünf in der Goldmine des reichen weissen Mannes schuftet, dann kann man doch die gegenwärtige Entwicklung in Europa und USA nur begrüßen.

Nippons Börsen haben wenig verändert geschlossen. Nikkei 255 verabschiedete sich kaum verändert bei 12,480.09 Punkten aus dem Handel, während der breiter gefasste Topix 4.11 Zähler oder 0.3 Prozent auf 1,224.15 Punkte dazugewinnen konnte.

Der Mai-Kontrakt im Crude Oil hat vergangene Woche $6.90 oder 6.4 Prozent auf $101.84 eingebüsst. Wer noch immer glaubt, der Newsflow macht die Kurse, dem ist nicht mehr zu helfen. Er macht sie schon, aber anders als es die meisten denken. Wenn Sie das Vorhergesagte verstehen wollen, müssen Sie sich aus der Herde herausbewegen und das können Sie nur, wenn Sie im Vollbesitz Ihrer geistigen Kräfte sind und nicht im Stehen schlafen. Im Stehen schlafen Sie nicht mehr, wenn Sie auf Gluten, Kochsalz, Chlor und Katalase verzichten. Und wenn Sie jetzt denken, der Dosenovic verliert so langsam aber sicher seinen Verstand: Einfach eine Woche lang ausprobieren, aber konsequent, und staunen.
Darüber würde ich mich einmal richtig freuen, wenn die Leute auf mich zukommen und sagen: Horche `mal, ich habe das gemacht und ich fühle mich jetzt viel besser. Dann würden Sie nämlich auch das Kursziel der Commerzbank bei 9100 Punkten verstehen.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, richten Sie ihr Augenmerk bitte auf folgende Uhrzeiten, wenn die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten erfolgt:

14:30 Uhr MEZ: Hier ist die Bekanntgabe der Zahlen zum Chicago National Activity Index (CFNAI) für Februar 2008 angesetzt.

15:00 Uhr: Der Tag wird durch die Veröffentlichung der Zahlen zu den US-amerikanischen Verkäufen bestehender Häuser (Existing Home Sales) für Februar 2008 abgerundet. Erwartet werden 4,85 bis 4,86 Mio. Hausverkäufe in den Vereinigten Staaten, nachdem es im Vormonat noch 4,89 Mio. gewesen sind.

Das Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag. Es folgen nun die Devisenhandelsstrategien für den heutigen Tag, die wir mit bestem Fachwissen und Expertise für Sie erstellen.

EUR/USD

Aktueller Kurs: 1,5371
Tageshandelsspanne: 1,5261-1,5431
Empfehlung: Short
Ziel: 1,5315

- Wir kaufen zu aktuellen Kursen (1,5588). Bitte halten Sie die Positionsgröße im maximal mittleren Bereich. Ein Stop wird etwas weiter unter die 1,5549-Linie gesetzt. Unser Ziel liegt bei 1,5733.- Wir verbuchen einen Verlust in Höhe von 42 Pips.

Heute ist im 1,5417-1,5431-Bereich nach guten Einstiegen auf die Verkäuferseite Ausschau zu halten. Dieses Szenario wäre erst bei einem erneuten deutlichen Bruch der 1,5455-Marke nach oben gefährdet.

Sollte das Anlaufen der obengenannten Zone ausbleiben sind bei einem Bruch des 1,5332-1,5336-Bereiches kleine Scalping-Positionen zunächst in Richtung der 1,5316-, dann der 1,5292-Marke zu etablieren.

Bei entsprechender Marktdynamik ist auch das Anlaufen der 1,5261-Marke denkbar. Bitte versuchen Sie in diesem Fall sehr zügig das Stop nachzuziehen, insbesondere nach dem Bruch des 1,5332-1,5336-Bereiches.

USD/CHF

Aktueller Kurs: 1,0170
Tageshandelsspanne: 1,0109-1,0266
Empfehlung: Long
Ziel: 1,0231

- Das machen wir heute und verkaufen leer zu aktuellen Notierungen (1,0020). Das Stop wird knapp 38 Pips höher bei 1,0058 gesetzt. Unser Ziel liegt bei 0,9872. Wichtig sind die 0,9952- und die 0,9908-Marke. - Wir verbuchen einen Verlust in Höhe von 38 Pips. So macht man ein schönes Tagesergebnis der letzten Woche, die insgesamt gut verlief, an dem letzten Handelstag zunichte. Dennoch: Verlusttage gehören aber nun einmal zum Geschäft.

Heute ist im 1,0109-1,0121-Bereich nach Einstiegen auf die Käuferseite Ausschau zu halten. Sollte dieser Bereich nicht angelaufen werden, ist eher ein Stehen an der Seitenlinie zu bevorzugen.

Hier werden sich in Kürze wieder gute Möglichkeiten zum Leerverkaufen anbieten, da sollte man einfach geduldig sein.

EUR/JPY

Aktueller Kurs: 153,65
Tageshandelsspanne: 153,16-155,32
Empfehlung: Long
Ziel: 154,52

Wir sind hier am Donnerstag draußen geblieben.

Es bleibt nach wie vor ziemlich foggy in diesem Devisenpaar. Heute ist am ehesten darauf zu achten, ob die 153,16-Marke nach unten hält. Achtung, das ist keine Aufforderung für Selbstmord-Kommandospezialisten, sondern letztendlich nur das Nennen einer Marke.

Sollte diese halten, ist mit leichten Positionen in Richtung der 154,52-Linie zu arbeiten. Hier sind zunächst Gewinne mitzunehmen.

Anschließend kann dann wieder von der 154,33-Linie ab in Richtung der 155,32-Marke gearbeitet werden.

GBP/USD

Aktueller Kurs: 1,9795
Tageshandelsspanne: 1,9612-1,9871
Empfehlung: Flat
Ziel: k. A.

- Heute verkaufen wir zu aktuellen Notierungen (1,9787). Das Stop wird sehr eng auf die 2,0011-Marke gesetzt. Unser Ziel liegt an der 1,9681-Marke.- Hier liegt ein Schreibfehler vor, das Stop wurde natürlich sehr eng auf 1,9811-Marke gesetzt. Das hat sich mehr oder minder gut handeln lassen, 15-20-Pips Gewinn, je nach dem Gemütszustand des Händlers konnten hier hängen bleiben.

Wir bleiben heute in diesem Devisenpaar draußen und schauen erst einmal ob die Gesamtbetrachtung des Marktes stimmt.

EUR/GBP

Aktueller Kurs: 0,7769
Tageshandelsspanne: 0,7733-0,7812
Empfehlung: Short
Ziel: 0,7733

Wir haben in diesem Devisenpaar am Donnerstag nicht gehandelt.

Heute sollte man einen Bruch der 0,7762-Marke mit mittelschweren Positionen in Richtung des 0,7733-0,7736-Bereiches handeln. Es wäre natürlich toll, wenn vorher die 0,7807-0,7812-Zone angelaufen wird, aber man wird sehen.

Wie es auch immer kommt, denken Sie daran: wenn Sie im Markt sind, dann sollten Sie auch handeln und nicht beten.

Zitat des Tages

Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt. (Laotse)

Wichtiger Hinweis
Dieser Marktkommentar stellt keine Aufforderung zur Teilnahme an Devisengeschäften dar. Die hier dargestellten Marktanalysen werden von der forexone AG (www.forexone.ch) erstellt. Diese Analysen stellen keine Handlungsempfehlungen von TRADE MONSTER dar. Für die Richtigkeit der Daten und Analysen kann TRADE MONSTER keine Gewährleistung übernehmen. Sie soll Ihnen lediglich Informationen und Hilfen geben, kann und will aber eine gründliche Ausbildung bzw. Einweisung in den Handel mit Devisenkontrakten nicht ersetzen. Wir übernehmen keine Haftung für Verluste, die aus Nutzung der hier dargestellten Inhalte und Informationen entstehen.

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