kwietsche3 – 25. März 2008 – 9:15
Ein Auf und Ab bestimmte in dieser Woche den Europäischen Rentenmarkt. Nachdem der Wochenstart einen Aufschwung brachte, folgte die Trendwende schon wieder am Montagnachmittag. Der Dienstag war von Schwankungen und einem Abwärtstrend gekennzeichnet, bis am Mittwoch schließlich die Erholung einsetzte. Seit Mittwochabend behauptete sich der Rentenmarkt, der am Donnerstag mit Kursgewinnen startete. Nach wie vor überwiegen Skepsis und Unsicherheit am Markt, die das Verhalten der Handelsteilnehmer bestimmen, was wiederum Liquiditätsengpässe zur Folge hat. „Amerikanische Bankentitel ließen sich schlecht handeln. Bei den Anleihen der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers wurde der Handel zeitweise fast ganz eingestellt“, berichtet Oliver Gebhard, Rentenhändler an der Börse Stuttgart. Die Nachricht über die bevorstehende Zahlungsunfähigkeit der US-Investmentbank Bear Stearns brachte weltweit die Aktienmärkte ins Wanken und Panik machte sich breit. Durch ein Eingreifen der US-Notenbank und die Übernahme des Konzerns durch JP Morgen konnte diese abgewendet werden. Erneut hat sich bestätigt, dass die Folgen der US-Immobilienkrise noch nicht überstanden sind und versteckte Risiken durch faule Kredite noch immer bestehen. Daraufhin senkte die amerikanische Notenbank Fed in einer außerordentlichen Sitzung in der Nacht von Sonntag auf Montag den Diskontsatz um 25 Basispunkte und am Dienstag in einer turnusmäßigen Runde den Zinssatz fürs Tagesgeld um 75 Basispunkte auf nun 2,25 Prozent. Damit möchten die amerikanischen Währungshüter ein Zeichen setzen, dass sie bereit sind, so viel Liquidität in die Märkte zum pumpen, wie notwendig ist, um die Vertrauenskrise im Interbankensektor abzufedern. Anleger tendierten daher zu Umschichtungen in als noch sicher geltende Anleihen wie Bundesanleihen. Für Erleichterung an den Aktienmärkten sorgten wider Erwarten die Quartalszahlen von Goldman Sachs und Lehman Brothers, die zwar Gewinneinbußen verzeichneten, welche allerdings nicht so hoch ausfielen wie erwartet. Dies führte wiederum zu Kursrückgängen an den Rentenmärkten und nach Bekanntgabe der Leitzinssenkung der Fed auch zu einer kurzfristigen Euphorie an den Aktienmärkten. Mit Nachwirkungen der Finanzkrise ist aber Experten zufolge weiterhin zu rechnen.
Anlegertrends: Lebensmittelriese weckt in turbulenten Zeiten Anlegerinteresse
Kraft Foods ist der zweitgrößte Lebensmittelhersteller der Welt. Zur Produktpalette des Nahrungsmittelriesen gehören international bekannte Marken wie Milka, Philadelphia oder Miracel Whip. Insgesamt verteilen sich über 50.000 Mitarbeiter auf 159 Produktionsstätten in 72 Ländern. Der Jahresumsatz liegt bei 34 Milliarden Dollar. Nun sind zwei Unternehmensanleihen auf den Lebensmittelkonzern an der Börse Stuttgart zugelassen worden, die beide in Euro notieren. Die erste (WKN: A0TSXM) hat einen Kupon von 5,75 Prozent und ist am 20.03.2012 fällig. Bei der zweiten (WKN: A0TSY0) liegt die Verzinsung bei 6,25 Prozent und die Laufzeit endet am 20.03.2015. Die Mindeststückelung beträgt bei beiden 50.000 Euro nominal. Ab heute ist ein Euro-Jumbo der ING Bank (WKN: A0TS1D) an der Stuttgarter Börse handelbar, der am 19.03.2013 ausläuft und mit 4,25 Prozent verzinst ist. Hier liegt die kleinste handelbare Einheit ebenfalls bei 50.000 Euro nominal. Mit der „Synthia 26 Plus“ hat die LBBW eine Credit Linked Note begeben, die seit dieser Woche auch in Stuttgart zum Handel angeboten wird. Referenzunternehmen sind BASF und Daimler. Das Papier (WKN: LBW9WS) läuft am 19.06.2009 aus, die Mindeststückelung liegt bei 1.000 Euro. Tritt bei keinem der Unternehmen ein Kreditereignis ein, liegt der Rückzahlungsbetrag bei 104,25 Prozent inklusive einem Bonus von 4,25 Prozent. Im Falle eines Kreditereignisses wird die „Synthia 26 Plus“ durch einen entsprechenden Barausgleich vorzeitig zurückgezahlt.