kwietsche3 – 14. März 2008 – 15:55
Der Europäische Rentenmarkt konnte in dieser Woche von den angeschlagenen Aktienmärkten profitieren und notiert nach wie vor auf hohem Niveau. Zu Wochenbeginn hatten die Gerüchte über Liquiditätsprobleme bei der US-Investmentbank Bear Stearns die Aktienmärkte belastet und den Anleihen Auftrieb gegeben. Am Dienstag sorgten dann mehrere Notenbanken für ein regelrechtes Feuerwerk an den Aktienmärkten. Die amerikanische Notenbank (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die Notenbanken Kanadas, Englands und der Schweiz kündigten massive Liquiditätsspritzen an. Allein die Fed pumpt rund 200 Milliarden US-Dollar ins Bankensystem um Liquiditätsprobleme bei US-Banken zu verhindern. Die Europhorie an den Aktienmärkten, und damit die Belastung an den Rentenmärkten, hielten allerdings nicht lange an. „Die Marktteilnehmer zweifeln offenbar, dass die Schritte der Notenbanken ausreichen, um die Märkte dauerhaft zu beruhigen. Denn die fundamentalen Probleme am US-Immobilienmarkt existieren nach wie vor“, so Oliver Gebhard, Rentenhändler an der Stuttgarter Börse. Am Mittwoch und Donnerstag belasteten die neuen Allzeithochs bei Euro und Rohöl erneut die Stimmung an den Aktienmärkten, wovon die Rentenmärkte profitieren konnten. Die US-Sorte WTI hat erstmalig die Marke von 110 US-Dollar nach oben durchbrochen und konnte kurzfristig sogar bis auf 111 US-Dollar ansteigen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet äußerte sich in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview besorgt über die aktuellen Wechselkursentwicklungen. Trichet betonte auch die Äußerungen der US-Behörde, wonach ein starker US-Dollar im Interesse der USA liege. Nach der Veröffentlichung gab der Euro leicht nach, konnte im Laufe des Donnerstags aber ein neues All-Time-High über der Marke von 1,56 US-Dollar erklimmen.
Anlegertrends: Guten Umsätze im Anleihenhandel
In dieser Woche erfreute sich der Anleihenhandel an der Stuttgarter Börse reger Umsätze. „Einige Anleger nutzen die hohen Notierungen derzeit zum Abbau von Anleihen-Positionen“, so Oliver Gebhard. Der Großteil der Umsätze kommt allerdings durch Nachfrage seitens der Anleger zustande. „In unruhigen Börsenzeiten kommt es oftmals zu Umschichtungen in Anleihen. Man kann die aktuelle Entwicklung als eine Art Flucht in sichere Werte sehen“, so der Rentenexperte weiter. Gute Umsätze wurden unter anderem in den DaimlerChrysler-Anleihen WKN A0GHZX und A0DDFR registriert. Eine neue Unternehmensanleihe der Deutschen Bank ist in dieser Woche in Stuttgart zum Handel zugelassen worden. Der Bond läuft bis 7. März 2011, der Kupon ist fest und beträgt 4,5 Prozent. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 50.000 Euro nominal (WKN: DB5S6X)