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Siemens baut Windturbinen-Fertigung in China auf

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Dioxin – 31. März 2008 – 20:00

DJ Siemens baut Windturbinen-Fertigung in China auf

Von Selina Williams
DOW JONES NEWSWIRES

BRÜSSEL (Dow Jones)--Die Siemens AG wird in China ein Werk zur Fertigung von Windkraftanlagen bauen. Andreas Nauen, der Leiter von Siemens Wind Power, sagte Dow Jones Newswires am Montag im Interview, der Konzern habe entschieden, den Aufbau einer Fertigung in Asien wie geplant umzusetzen. Die Nachfrage in China habe im vergangenen Jahr die eigenen Erwartungen übertroffen.

Geplant ist nach Nauens Darstellung ein Werk mit einer Kapazität von 1.000 MW installierter Leistung. Die Fertigung soll 2010 beginnen und ein Jahr später voll ausgelastet sein. Siemens habe entschieden, in China zu bauen, weil dort das Wachstum stärker als erwartet gewesen und das Land eines der asiatischen Kernmärkte im Windenergiebereich sei, erläuterte Nauen.

Die Entwicklung der Windenergie ist 2007 nach Darstellung des Global Wind Energy Council (GWEC) sowohl in den USA als auch in China stärker ausgefallen als geschätzt. Das geht aus dem in der vergangenen Woche veröffentlichten jährlichen Bericht des Weltverbandes zur globalen Windenergie hervor, dem neben Turbinenherstellern auch regionale Verbände und Organisationen angehören.

Asien dürfte beim Wachstum selbst den bislang führenden europäischen Windkraftmarkt überholen, prognostiziert GWEC. Zunehmende Fertigung in China trage dazu bei, dass Engpässe bei wichtigen Windradkomponenten das Wachstum in Asien nicht unterbrechen, heißt es in dem Bericht.

Nach Angaben von Nauen hat Siemens bislang nicht entschieden, ob das Werk in China zusammen mit dem örtlichen Partner Shanghai Electric Group Co errichtet wird, dem größten börsennotierten Hersteller von Kraftwerkskomponenten in China.

Siemens Wind Power hat sich für die nächsten Jahre ambitionierte Ziele gesetzt. Der Marktanteil an den jährlich installierten Leistungen soll sich bis zum Jahr 2011 nahezu verdoppeln und von derzeit 8% bis 9% auf dann mindestens 15% steigen. Die installierte Leistung soll sich dabei von rund 1.500 MW im Jahr 2007 auf 4.500 MW verdreifachen. 2008 sollen es nach Angaben Nauens bereits 2.000 MW sein.

Die weltweite Kreditklemme dürfte das Geschäft mit Windkraftanlagen nicht beeinträchtigen, schätzt Nauen. Die Finanzierung der Siemens-Aufträge für das laufende und das nächste Jahr sei bereits abgesichert.

Siemens wesentliche Wettbewerber auf dem Windkraftmarkt sind die dänische Vestas, Enercon aus Aurich, GE Wind aus den USA, die spanische Gamesa und die indische Suzlon Energy Ltd.

Nach Einschätzung von GWEC wird der weltweite Windenergiemarkt bis 2012 um mehr als 155% auf 240 Gigawatt installierte Leistung steigen. Um 146 GW zusätzliche Leistung binnen fünf Jahren zu installieren können, müssen mehr als 277 Mrd USD investiert werden. Der weltweite Anteil des mit Windkraft erzeugten Stroms wird dadurch auf 3% der gesamten weltweiten Stromerzeugung wachsen. Im vergangenen Jahr lag die Quote noch bei 1%.

Webseiten: http://www.powergeneration.siemens.com/
http://www.gwec.net/

-Von Selina Williams, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 111,
unternehmen.de@dowjones.com
DJG/DJN/rio/jhe

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March 31, 2008 14:28 ET (18:28 GMT)

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