Überflüssig

W. Braun
kwietsche3 – 7. März 2008 – 9:36
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Im November 2003 hatte die Deutsche Börse ein Einsehen mit den Banken und ihren Börsenhändlern: Wegen der geringen Nachfrage seitens der Kunden wurden die zuvor verlängerten Handelszeiten wieder zurückgenommen. Seither ist im Xetra-Handel wie früher um 17.30 Uhr Schluss. Nur die Präsenzbörsen sind auch heute noch bis 20.00 Uhr offen. Obwohl die Umsätze im Späthandel dünn sind, denkt die Deutsche Börse aktuell darüber nach, die Handelszeit auf dem Parkett weiter zu verlängern. Den Angaben zufolge ist ein Handelsbeginn ab acht Uhr im Gespräch. Diskutiert wird offenbar auch eine Verlängerung des Parketthandels am Abend bis 22 Uhr. Immerhin soll im Xetra-Handel alles beim Alten bleiben.

Offiziell wird die geplante Verlängerung mit dem Wettbewerb durch außerbörsliche Handelsplattformen, etwa die Berliner Tradegate, begründet. Großer Konkurrenzdruck für Frankfurt gibt es auch aus Stuttgart. Die Schwaben, die bei Derivaten führend in Deutschland sind, machen ihre Systeme gerade fit für längere Öffnungszeiten. Der größte Druck kommt aber wohl von den Zertifikate-Anbietern selbst. Der Markt wächst rasant und die Banken, die derzeit ja in vielen Bereichen unter Druck stehen, verdienen in diesem Segment prächtig. Längere Handelszeiten nähren die Hoffnung, in diesem margenstarken Bereich noch stärker abzukassieren. Letztlich dürften die längeren Börsenzeiten also vorwiegend von Profitgier getrieben sein.

Wir halten die Pläne für überflüssig. Ein paar Zocker mögen sich zwar über die Neuerungen freuen, für den Normalanleger ist der Status Quo aber völlig ausreichend. Wer es nicht schafft von 9 bis 17.30 Uhr Geld an den Finanzmärkten zu verdienen, der wird mit zwei oder drei Stunden mehr Handelszeit auch nicht zu den Gewinnern zählen.

In diesem Sinne

Wolfgang Braun

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