Unsere Meinung
kwietsche3 – 19. März 2008 – 12:05
Die fulminante Bruchlandung, die die Investmentbank Bear Stearns soeben hingelegt hat, war in vielfacher Hinsicht bemerkenswert: Die Beinahepleite dokumentiert, welche Abgründe sich in den Bilanzen der Institute noch auftun können, wie wenig beschwichtigenden Aussagen zu glauben ist (Ausgabe der PB vom 17.3.) und wie stark Notenbank und Konkurrenz (in diesem Fall die rettende JP Morgan Chase) daran interessiert sind, dass es nicht zum Äußersten (einer Pleite) kommt. Die Druckwellen dieses Wall Street-Bebens waren auch hier in Deutschland, also weit weg vom Epizentrum, deutlich zu spüren. Jedoch zu Recht: Schließlich hat der vergangene Sommer mit einer Vielzahl spektakulärer Skandale (von IKB bis SachsenLB) eindrucksvoll untermauert, dass amerikanische Finanzintermediäre problematische Wertpapiere massiv nach Europa exportieren konnten. Doch der Fall Bear Stearns hat hierzulande noch aus einem anderen Grunde beunruhigt: Das Instititut trat seit kurzer Zeit auf dem deutschen Zertifikatemarkt auf. Zwar lag der Marktanteil unter einem Prozent, doch hätte eine Pleite des Emittenten immer noch Löcher in etliche Depots gerissen und zudem eine verheerende Signalwirkung für den gesamten deutschen Derivatemarkt gehabt. Anleger kamen diesmal mit dem Schrecken davon, das kann beim nächsten Mal aber auch anders ausgehen. Seien Sie sich beim Erwerb eines jeden Derivats bewusst, dass das Emittentenrisiko nicht irgendeine rein theoretische Größe ist. Es sollte in der Zusammensetzung eines jeden Portfolios mit Selektion und Diversifikation beachtet werden.
HERZLICHST IHR
PLATOW BÖRSENTEAM
mit freundlichen Grüßen
with kind regards
Roger Peeters
CEFA; Dipl.-Betriebswirt
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