kwietsche3 – 8. April 2008 – 9:28
Am Europäischen Rentenmarkt kam es in dieser Woche zu etwas schwächeren Notierungen. Einmal mehr wurde das Geschehen bei den Anleihen überwiegend von den Aktienmärkten dominiert. Als der DAX am Dienstag trotz negativer Nachrichten aus dem Finanzsektor knapp drei Prozent zulegen konnten, gab der richtungsweisende Bund-Future Kontrakt 64 Basispunkte ab. Zur Wochenmitte lieferte die Schätzung des Lohnbuchhaltungsunternehmens ADP für die Privatwirtschaft einen ersten Vorgeschmack auf den heute Nachmittag (14.30 Uhr) anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. Anstelle des erwarteten Rückgangs um 40.000 Stellen wurde ein Zuwachs von 8.000 Jobs bekannt gegeben. „Diese Zahl sollte allerdings nicht überinterpretiert werden, da die ADP-Schätzung als Indikator für den Arbeitsmarktbericht auch schon ein falsches Signal geliefert hat“, so Sabine Traub, Leiterin des Rentenhandels an der Stuttgarter Börse. Am Mittwoch trat Ben Bernake, Chef der amerikanischen Notenbank Fed, vor dem US-Kongress vor die Mikrophone und äußerte sich zu den Perspektiven der US-Wirtschaft. Bernnake sprach dieses Mal nicht nur von einer Wachstumsabschwächung, sondern meinte, dass eine Rezession, also ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung in zwei aufeinander folgenden Quartalen im ersten Halbjahr möglich sei. Für das zweite Halbjahr erwarte er aber eine Erholung. Die Aktiennotierungen kamen in Folge dessen etwas unter Druck, wovon die Anleihenkurse am Donnerstag leicht profitieren konnten.
Der Handel am Freitagmorgen war dann vom Warten auf den US-Arbeitsmarktbericht geprägt, dem wichtigsten Konjunkturindikator in dieser Woche.
Anlegertrends: Verschiedene Neueinführungen in Stuttgart
In dieser Handelswoche erfreuten sich besonders die Unternehmensanleihen der Emittenten Lanxess (WKN: A0E6C9, S&P-Rating: BBB) und HeidelbergCement (WKN: A0TP7J, S&P-Rating: BBB-) einer hohen Nachfrage. Beide Anleihen verfügen über eine Laufzeit bis 2012, die Lanxess-Anleihe rentiert aktuell bei ca. 5,92 Prozent, die HeidelbergCement-Anleihe bei ca. 6,25 Prozent.
Seit Dienstag ist eine Neuemission der französischen Großbank BNP Paribas am Börsenplatz Stuttgart gelistet. Am 04. April 2011 wird die Anleihe fällig, der feste Kupon beträgt 4,75 Prozent. Die kleinste handelbare Einheit ist privatanlegerfreundlich gestaltet und liegt bei 1.000 Euro nominal (WKN: BN1XX8).
Der amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T ist seit vergangenem Montag mit einer neuen Anleihe an der Stuttgarter Börse vertreten. Der Bond verzinst sich mit einem festen Kupon von 6,125 Prozent und läuft bis 2. April 2015. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 50.000 Euro nominal (WKN: A0TTHZ).
Telstra, ein australischer Telekommunikationsdienstleister ist in dieser Woche ebenfalls mit einer Neuemission vertreten. Die Anleihe notiert in Euro und verzinst sich mit einem Kupon von 6 Prozent. Fällig wird sie am 8. April 2013. Auch hier liegt die kleinste handelbare Einheit bei 50.000 Euro nominal (WKN: A0TTQV)
Per heute wurde eine Null-Kupon-Anleihe der Norddeutschen Landesbank in den Stuttgarter Anleihenhandel aufgenommen (WKN: NLB1BE). Bei einem aktuellen Kurs von 85,0 Prozent ergibt sich – berechnet auf die Fälligkeit am 30. März 2012 – eine Rendite von 4,17 Prozent. Kleinste handelbare Einheit und zugleich auch Mindeststückelung sind 500 Euro nominal.
Auch in dieser Woche wurden neue Credit Linked Notes in den Handel eingeführt. Die Commerzbank ist mit der „Colibri Plus 34“ auf folgende deutsche Aktiengesellschaften vertreten: Continental, Deutsche Telekom, Metro, Siemens und Volkswagen. Falls kein Kreditereignis eintritt, wird die Anleihe am 24. Juni 2013 fällig. Die Verzinsung erfolgt vierteljährlich und beträgt 3-Monats-Euribor plus 315 Basispunkte (aktuell 7,886%). Im Falle eines Kreditereignisses erfolgt die Tilgung durch Zahlung eines Barausgleichbetrages (WKN: CB00DG). Bei der DZ Bank gibt es sogar ein Jubiläum – die „DZ Bank COBOLD 100“ ist seit Montag in Stuttgart handelbar (WKN: DZ100C). Als Referenzunternehmen liegen hier zugrunde: Bayer, Daimler, Deutsche Telekom, E.ON und Porsche. Der feste Kupon beträgt 7,00 Prozent, die Laufzeit endet am 22. Juni 2011. Sollte es hier zu einem Kreditereignis kommen, wird die Anleihe des ausgefallenen Unternehmens angedient. Bei beiden Anleihen beträgt die kleinste handelbare Einheit 1.000 Euro nominal.