Angst vor einer beschleunigten Inflation belastet die Anleihen

S. Dosenovic
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dosenovic – 28. April 2008 – 8:59
Eingestellt in:

Zürich/Frankfurt/New York/Tokio

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

wir starten frisch und ausgeruht in eine neue Handelswoche. Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf die am Freitag veröffentlichten Wirtschaftszahlen werfen, bevor wir uns den Entwicklungen auf den internationalen Kapitalmärkten widmen.

Die Bekanntgabe der Zahlen zum Geldvolumen in der Eurozone für März 2008 durch die Europäische Zentralbank ergab, dass die Geldmenge M3 ist im März-Jahresvergleich um 10,3 Prozent gestiegen ist nach zuvor +11,3 Prozent. Das Dreimonatsmittel des M3-Wachstums liegt bei 11,1 Prozent nach zuletzt 11,5 Prozent. Dieses Ergebnis wurde von 11,4 Prozent revidiert.
Die Geldmenge M1 ist im Berichtsmonat im Vergleich zum Vorjahr um nur 2,9 Prozent gestiegen nach einem Anstieg von 3,7 Prozent im Vormonat. Der Durchschnitt der letzten drei Monate beträgt 3,6 Prozent.
Die Kreditvergabe im privaten Sektor ist gleichzeitig gegenüber dem Vorjahr um 10,8 Prozent gestiegen nach einem 11,0-Prozent-Anstieg im Monat zuvor. Mit der aktuellen Veröffentlichung liegt das Dreimonatsmittel bei 11,0 Prozent.

Der EZB-Ratsmitglied Bini Smaghi sprach in einem am Freitag im Il Mondo veröffentlichten Interview von einem nicht mehr tolerierbaren Inflationsniveau im Euroraum.

Der endgültige Verbraucherstimmungsindex der Uni Michigan notiert im aktuellen Monat bei 62,6 nach 63,1 in der vorläufigen Fassung. Die Marktteilnehmer hatten erwartet, dass die vorläufige Veröffentlichung von 63,1 innerhalb des Bereichs von 63,2 bis 64,2 revidiert werden würde. Der Index hat im Monat zuvor bei 69,5 notiert.

Die US-Börsen haben sich uneinheitlich präsentiert. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Gewinn von 0,33 Prozent auf 12.891,86 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index konnte 0,65 Prozent auf 1.397,84 Punkte zulegen. An der Technologiebörse Nasdaq gab der Composite-Index 0,25 Prozent auf 2.422,93 Punkte ab, während der NASDAQ 100 0,31 Prozent auf 1.918,58 Punkte verlor.
Die Papiere von Microsoft büssten 5,75 Prozent auf 29,83 Dollar ein.
Gefragt waren die Finanzwerte: Merrill Lynch gewannen 3,22 Prozent auf 49,64 Dollar, die Citigroup verteuerten sich um 3,26 Prozent auf 26,60 Dollar. Die Aktien von JPMorgan schlossen 1,75 Prozent höher auf 47,79 Dollar.
Die Angst vor einer beschleunigten Inflation lastete am vergangenen Freitag auf dem US-Anleihemarkt.
Die zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 3,500 Prozent verloren 9/32 auf 96-30/32 Punkte, ihre Rendite betrug 3,86 Prozent. Der Longbond büsste 22/32 auf 96-16/32 ein, er rentierte mit 4,59 Prozent.

Der deutsche Aktienindex konnte um 1,10 Prozent auf 6.896,58 Punkten höher schließen und beendete somit die Woche mit einem Plus von 0,78 Prozent. In Dax-Titeln auf Xetra wurden 155,8 Mio. Aktien im Wert von 6,4 Mrd. Euro umgesetzt. Der MDAX kletterte um 0,98 Prozent auf 9.271,62 Punkte. Der TecDAX gewann 0,10 Prozent auf 844,13 Zähler hinzu.
Die dollarsensitiven Papiere von BMW notierten zum Handelsschluss um 4,3 Prozent höher auf 35,02 Euro.
Die Papiere von Lufthansa schossen nach Quartalszahlen 4,1 Prozent in die Höhe auf 18,08 Euro.
ThyssenKrupp verloren im Fahrwasser von Nippon Steel 1,4 Prozent auf 39,36 Euro.
Der Juni-Bund gewann einen Tick auf 113,51 Prozent, touchierte aber aufgrund des schwachen Michigan-Index im Handelsverlauf die Marke von 113,84 Prozent. Es war insgesamt eine schöne Spanne, das Tagestief belief sich auf 113,10 Prozent. Rund 840.968 Kontrakte wechselten die Hände.

Nippons Börsen haben am vergangenen Freitag sehr fest geschlossen.
Der Nikkei-225-Index stieg um 2,38 Prozent auf 13.863,47 Punkte und somit auf ein Acht-Wochen-Hoch. Der TOPIX konnte 2,47 Prozent auf 1.339,91 Punkte zulegen.

Der Juni-Kontrakt im Crude Oil hat sich um $2.46 oder 2.1 Prozent auf $118.52 verteuert.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, richten Sie ihr Augenmerk bitte auf folgende Uhrzeiten, wenn die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten erfolgt:

8:10 Uhr MEZ: Hier ist die Bekanntgabe der Zahlen zur GfK Konsumklimastudie für Mai 2008 angesetzt.

Das Trademonster-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern einen erfolgreichen Handelstag. Es folgen nun die Devisenhandelsstrategien für den heutigen Tag, die wir mit bestem Fachwissen und Expertise für Sie erstellen.

EUR/USD

Aktueller Kurs: 1,5629
Tageshandelsspanne: 1,5573-1,5782
Empfehlung: Short
Ziel: 1,5622

Wir würden heute eine Aufwertung der europäischen Zentralwährung bis in den 1,5757-1,5782-Bereich abwarten, um dort eine Short-Position zu etablieren.

Auch auf die Gefahr hin, dass wir ein Teil der möglichen Short-Bewegung verpassen, sind wir nicht gewillt hier mehr zu riskieren.

Bitte setzen Sie hierbei ein enges Stop.

Im Falle unseres Szenarios liegt das Ziel bei 1,5622.

USD/CHF

Aktueller Kurs: 1,0332
Tageshandelsspanne: 1,0226-1,0412
Empfehlung: Flat
Ziel: k. A.

Hier bleiben wir zum Wochenbeginn erst einmal draußen.

Das Aufsuchen der Nähe der 1,0412-Marke könnte uns zu einer kleinen Short-Position bewegen. Das Ziel würde dann bei 1,0368 liegen.

Wir sind uns aber nicht sicher, ob dieses Szenario heute eintrifft und möchten lieber eine ruhige Kugel schieben.

EUR/JPY

Aktueller Kurs: 163,38
Tageshandelsspanne: 163,22-165,12
Empfehlung: Long
Ziel: 164,72

Hier sind wir heute bullish.

Wir kaufen eine kleine Position zu aktuellen Notierungen (163,38).

Ein sehr enges Stop wird auf die 163,22-Marke gesetzt.

Unser Ziel liegt bei 164,72.

GBP/USD

Aktueller Kurs: 1,9806
Tageshandelsspanne: 1,9733-1,9972
Empfehlung: Flat
Ziel: k. A.

In diesem Devisenpaar möchten wir zum Wochenbeginn draußen bleiben und uns zunächst die Entwicklung im EUR/USD ansehen.

Die Lage ist momentan zu angespannt und zu undurchsichtig um hier Geld zu riskieren.

EUR/GBP

Aktueller Kurs: 0,7900
Tageshandelsspanne: 0,7833-0,7942
Empfehlung: Flat
Ziel: k. A.

Auch hier gilt das Gleiche: Wir warten zunächst einmal ab und werden uns dann im Verlauf der Woche richtig positionieren.

Nichts ist beim Handeln schöner als liquide zu sein, wenn der Markt eine gute Gelegenheit bietet.

Zitat des Tages

Bildung soll allen zugänglich sein. Man darf keine Standesunterschiede machen. (Konfuzius)

Wichtiger Hinweis

Dieser Marktkommentar stellt keine Aufforderung zur Teilnahme an Devisengeschäften dar. Die hier dargestellten Marktanalysen werden von der forexone AG (www.forexone.ch) erstellt. Diese Analysen stellen keine Handlungsempfehlungen von TRADE MONSTER dar. Für die Richtigkeit der Daten und Analysen kann TRADE MONSTER keine Gewährleistung übernehmen. Sie soll Ihnen lediglich Informationen und Hilfen geben, kann und will aber eine gründliche Ausbildung bzw. Einweisung in den Handel mit Devisenkontrakten nicht ersetzen. Wir übernehmen keine Haftung für Verluste, die aus Nutzung der hier dargestellten Inhalte und Informationen entstehen.

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