Börse paradox?

W. Braun
kwietsche3 – 25. April 2008 – 8:12
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Rund zehn Prozent hat der DAX von seinem Jahrestief zugelegt, beim TecDAX sind es sogar über 25 Prozent. Dabei reißen die schlechten Nachrichten aus der Finanzbranche in Form von Milliardenabschreibungen nicht ab. Börse paradox?

Nicht wirklich! Der aktuelle Aufwärtstrend bei den Kursen zeigt nur, wie abhängig die Börsen von Stimmungen sind. Vor ein paar Wochen herrschte bei den Anlegern noch blanke Angst. Selbst die Citigroup, einst der weltweit führende Finanzkonzern, wurde zeitweise als Pleitekandidat herumgereicht. Der Konkurs einer solchen Branchengröße hätte tatsächlich katastrophale Auswirkungen für die Finanzmärkte gehabt. Spätestens mit der Rettungsaktion für Bear Stearns hat die US-Notenbank aber klar gemacht, dass sie größere Bankenpleiten mit allen Mitteln verhindern wird. Zusammen mit den erfolgreichen Kapitalerhöhungen bei einigen Geldhäusern nährt das die Hoffnung, dass der Höhepunkt der Krise überschritten ist.

Die fundamentalen Daten, die für die langfristige Börsentendenz wichtiger sind als die kurzfristige Stimmungslage, machen allerdings nach wie vor Sorgen. Wegen der immensen Verschuldung der US-Haushalte und der Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt könnte die Wirtschaftsflaute längern andauern als die Experten bislang vermuten. Damit wären die Gewinnprognosen für die Unternehmen unhaltbar, die Bewertung der Aktien zu hoch.

So lange die Hoffnung auf ein Ende der US-Immobilienkrise anhält, dürfte sich die Erholung an den Börsen fortsetzen. Aus charttechnischer Sicht hat der DAX durchaus noch Luft bis 7.100 Zähler. Wenn sich die Fundamentaldaten bis dahin aber nicht bessern, könnte der nächste Stimmungsumschwung dann wieder für Kursverluste sorgen.

In diesem Sinne
Wolfgang Braun

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