Daxvestor – 21. April 2008 – 5:54
Brasilien erlebte in den 80er und 90er Jahren mehrere Währungskrisen, Inflationsspiralen und stand nicht nur einmal kurz vor dem Staatsbankrott. Das Land war zudem abhängig von Energieimporten, die die Handelsbilanz immer wieder vermiesten. Noch im Jahr 2005 konsumierte der Staat mit täglich 2,2 Mio. Barrel deutlich mehr Öl als er produzierte (1,6 Mio. Barrel).
Ganz anders begann das neue Jahrtausend: Dank des Rohstoffbooms (Agrar und Metalle) wurden der ehemals säumige Schuldner Brasilien zu einem Nettogläubiger des Auslands und die Inflation stabilisierte sich. Die Währungsreserven liegen mittlerweile bei fast 200 Mrd. USD.
In weiteren 10 Jahren könnte das Land sogar eine völlig neue Rolle in der Welt spielen. Neu entdeckte Ölfelder können die Ölreserven potentiell verfünffachen und das Land auf Augenhöhe mit Russland (60 Mrd. Barrel Ölreserven und 9,7 Mio. Barrel Tagesproduktion) führen.
3 Mega-Ölfunde nacheinander, folgen weitere?
Im November 2007 hat der staatliche Ölkonzern Petrobras den Fund des Megaölfelds Tupi mit 5-8 Mrd. Barrel Reserven bekannt gegeben. Kurz darauf, im Januar 2008, wurde mit dem Ölfeld Jupiter ein potentiell ähnlich großes Feld entdeckt. Nun sickerte ein möglicherweise geradezu märchenhafter Fund durch: Sagenhafte 33 Mrd. Barrel Öl- und Gasreserven könnten laut Haroldo Lima, dem Präsidenten der brasilianischen Erdölagentur, in Carioca, dem Nachbarfeld von Tupi, liegen. 33 Mrd. Barrel entsprechen bei einem aktuellen Ölpreis von 111 USD einem Marktwert von 3,7 Billionen USD. Das Feld wäre der größte Ölfund außerhalb Irans seit 30 Jahren und bei einer Erschließung das drittgrößte operierende Ölfeld der Welt.
Besonders erfreulich: Bisher konzentriert sich die Exploration vor der brasilianischen Küste vor allem auf die Santos-Zone und das ähnlich große Explorationsgebiet Espirito Santo ist zwar geologisch ähnlich beschaffen aber kaum erforscht. Die 3 Großfunde in Santos zeigen, dass auch in Espirito Santo gigantische Vorkommen schlummern können.
Brasiliens Energieexporte könnten also langfristig so wichtig für die USA werden wie das russische Öl und Gas für Europa. Dies würde jährlich weit über 100 Mrd. Petrodollars in das Land bringen und da Brasilien ein demokratisches Land ist dürfte hiervon auch sehr viel bei der Bevölkerung ankommen.
Fazit: Die neusten Ölfunde vor der brasilianischen Küste sind definitiv die Emerging Markets Nachricht der Woche!
Erfolgreiche Investments in den Boom-Märkten der Zukunft wünscht Ihnen
Ihr
Florian Schulz
Chef-Redakteur Emerging-Markets-Trader
http://www.emerging-markets-trader.de
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