Dollar wieder gefragt

Dr. Rettinger
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Daxvestor – 29. April 2008 – 4:10
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Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über die weitere Geldpolitik. Bernanke & Co. könnten ein Ende der Zinssenkungen ankündigen. Der US-Dollar war in den letzten Tagen wieder gefragt. Insbesondere gegenüber dem Euro, aber auch gegenüber dem Yen und dem Schweizer Franken wertete der Greenback auf. Das ist auf den ersten Blick überraschend, befindet sich die US-Konjunktur doch weiter im Sinkflug. Insbesondere am Immobilienmarkt ist noch kein Boden in Sicht. Der Abwärtsdruck bei den Immobilienpreisen hat sich weiter beschleunigt. Die Probleme am Hypothekenmarkt werden unter diesen Umständen anhalten.

Wende in der US-Geldpolitik?
Grund für den Aufwertungsdruck auf den Dollar ist in erster Linie die Spekulation über ein Ende der Zinssenkungspolitik der US-Notenbank. An den Märkten ist eine Reduzierung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 2,00 Prozent bei der Sitzung am Mittwochabend eingepreist. Noch vor wenigen Wochen haben viele Marktteilnehmer mit einer stärkeren Zinssenkung gerechnet. Doch die Lage an den Finanzmärkten hat sich zuletzt deutlich beruhigt. Die US-Notenbank könnte zudem ein Wende in der Geldpolitik ankündigen. Sie dürfte ihren Fokus verstärkt auf die Inflationsgefahr richten. Zwar werden sich die realwirtschaftlichen Daten in den kommenden Monaten weiter verschlechtern, aber die Geldpolitik wirkt stimulierend genug. Angesichts eines negativen Realzinses hat die Notenbank ihrerseits alles getan, um die Konjunktur wieder in Schwung zu bringen. Weitere kräftige Zinssenkungen würden in dieser Hinsicht wenig bringen. EUR/USD fiel unter die wichtige Unterstützung bei 1,5720 USD. Damit wurde die kurzfristige Aufwärtstrendlinie gebrochen. Die Korrektur dürfte sich fortsetzen.

Russland mit Zinserhöhung
Russland hat mit einer hohen Inflation zu kämpfen. Die Preissteigerungsrate erhöhte sich zuletzt auf über 14 Prozent. Die russische Notenbank reagierte darauf mit, allerdings moderaten, Zinserhöhungen. Bei einem kurzfristigen Zinssatz von 6,50 Prozent sind die Realzinsen weiterhin deutlich im negativen Bereich. Eine Aufwertung des Rubels, dessen Wechselkurs gegenüber einem Währungskorb fixiert wird, zählt ebenfalls zu den Instrumenten der Notenbank, um den Inflationsdruck zu dämpfen. Zuletzt konnte der Rubel gegenüber dem Euro an Wert zulegen. Das war aber vor allem auf den Kursrückgang von EUR/USD zurückzuführen.

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