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EU-Markt für nachbörsliche Prozesse soll attraktiver werden

Deutschland
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Dioxin – 21. April 2008 – 16:10
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DJ EU-Markt für nachbörsliche Prozesse soll attraktiver werden

FRANKFURT (Dow Jones)--Am Markt für nachbörsliche Prozesse bei Wertpapiergeschäften ist die EU verglichen mit den USA weiterhin im Nachteil. Europa sei den USA zwar mit Blick auf den wirtschaftlichen Umfang ebenbürtig, erklärte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Montag bei einer Konferenz zu Clearing und Abwicklung in Frankfurt.

Anders als die USA mit ihrem großen einheitlichen Markt, müssten die europäischen Unternehmen aber bei grenzübergreifenden Transaktionen eine erheblich größere Komplexität bei diesem Geschäft schultern und höhere Kosten tragen.

"Die Lücke muss in Europa geschlossen werden und zeigt deutlich, dass konkrete Schritte nötig sind, um Europa erheblich wettbewerbsfähiger und zu einem für Emittenten und Investoren attraktiveren Ort machen, sagte Trichet. Dazu müsse ein Binnenmarkt für Clearing und Abwicklung geschaffen werden, der so sicher, effektiv und billig sei wie nationale Märkte.

EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy verwies bei der gleichen Veranstaltung auf "ermutigende" Fortschritte mit dem zu Jahresbeginn in Kraft getretenen freiwilligen Verhaltenskodex der Industrie. Aufgrund der komplexen Aufgabe, die bestehenden Infrastrukturen zu vernetzen, sei es nicht überraschend, dass es dabei noch einige "Zahnungsprobleme" gebe, sagte McCreevy. Aber "endloses Verzögern" wird nicht akzeptiert, fügte er hinzu. Der Code sei die "letzte Chance" für die Branche zu beweisen, dass sie selbst adäquate Lösungen liefern könne.

McCreevy äußerte sich zudem zu dem geplanten Abbau steuerlicher Hürden für grenzübergreifende Clearing- und Abwicklungsgeschäfte. So werde die Kommission basierend auf den Arbeiten der Fiscal Compliance Group (FISCO) Anfang 2009 Empfehlungen zur Quellensteuererhebung vorlegen. FISCO hat vorgeschlagen, hierbei künftig auf die Übermittlung detaillierter Informationen über wirtschaftliche Eigentümer durch die Verwahrstelle zu verzichten.

Anstelle dessen solle ein Intermediär für die Beitreibung oder die Gewährung der Steuerbefreiung verantwortlich sein. Auch seien weitere Gespräche mit Industrie, Mitgliedstaaten und der neuen EU/OECD-Arbeitsgruppe geplant, erklärte McCreevy. Zudem erwarte die Kommission im Laufe des Jahres Experten-Empfehlungen zur Beseitigung rechtlicher Hindernisse.

-Von Angelika Steinfort, Dow Jones Newswires; 32 2 7411490,
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DJG/ang/kth

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April 21, 2008 10:30 ET (14:30 GMT)

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