EU und China wollen Handelsungleichgewicht ausbalancieren

Deutschland
Dioxin – 25. April 2008 – 12:57

DJ EU und China wollen Handelsungleichgewicht ausbalancieren

PEKING/BRÜSSEL (Dow Jones)--Die EU hofft, ihr stetig steigendes Handelsdefizit mit China verringern zu können. "Es gibt große Ungleichgewichte und wir haben uns beide auf die Notwendigkeit verständigt, unseren bilateralen Handel wieder ins Gleichgewicht zu bringen", erklärte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso am Freitag nach Gesprächen mit dem chinesischen Premier Wen Jiabao bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Peking. Eine erste Bilanz der Fortschritte solle beim Gipfeltreffen in der zweiten Jahreshälfte unter französischer EU-Ratspräsidentschaft in Frankreich gezogen werden.

Einen neuen Impuls für die bilaterale Handelspolitik verspricht sich die EU von zwei Arbeitsgruppen, die bei dem Treffen in Peking offiziell ins Leben gerufen wurden. Im Rahmen des so genannten "High Level Economic and Trade Mechanism" sollen sie sich mit dem Handelsungleichgewicht, den Klagen der Europäer über mangelnden Marktzugang und dem Schutz des geistigen Eigentums beschäftigen sowie mit Finanz- und Währungsfragen.

Beide Seiten haben zudem ein Abkommen über die friedliche Nutzung von Kernenergie unterzeichnet, sowie eine Absichtserklärung für die Zusammenarbeit in der Forschung für saubere und erneuerbare Energie. Spätestens beim Gipfeltreffen seien weitere Forschungsabkommen zu den Themen Energie, Klimawandel, Biotechnologie und Gesundheit geplant, sagte Barroso.

Peking habe zudem angedeutet, im Kampf gegen den Klimawandel den heimischen C02-Ausstoß drosseln zu wollen, unter der Voraussetzung, dass alle Industriestaaten sich zu gemeinsamen Reduktionszielen bis 2020 verpflichten und die Klimaschutzbemühungen finanziell unterstützt werden.

Barroso war mit einer außergewöhnlich großen Delegation nach Peking gereist. "Ich bin mit neun Kommissaren gekommen, um unsere strategische Partnerschaft mit China zu bestätigen und zu fördern", sagte der Kommissionspräsident.

Er sprach sich erneut gegen einen Boykott der Olympischen Spiele aus. Diese sollten in einer friedvollen Atmosphäre abgehalten werden. Er habe deutlich gemacht, dass die EU die territoriale Integrität und Einheit Chinas achte und dies natürlich auch für Tibet gelte, sagte Barroso. "Unser Meinungsaustausch über Tibet hat mich ermutigt, und ich hoffe bald positive Entwicklungen zu sehen", erklärte der Kommissionspräsident.

DJG/ang/frh/kth

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April 25, 2008 07:57 ET (11:57 GMT)

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