EUR/USD auf Rekordkurs?

Dr. Rettinger
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Daxvestor – 19. April 2008 – 5:42
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Der Wechselkurs des Euros gegenüber dem US-Dollar stieg über die Marke von 1,5900 und erreichte damit ein neues Allzeithoch. Es hat viele Anläufe gebraucht, um den Widerstand bei 1,59 USD signifikant zu überwinden. Kurzfristig schien es, dass damit ein weiterer Damm gebrochen ist. Doch der Anstieg erwies sich als Bullenfalle. Am Freitag erhielt der Dollar durch die Beruhigung am Aktienmarkt Auftrieb und EUR/USD fiel wieder deutlich zurück. Die Korrektur bei EUR/USD dürfte sich erst einmal fortsetzen, bevor der Wechselkurs mittelfristig seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen kann.

EZB-Notenbanker reden den Euro stark
Der Impuls für die zwischenzeitliche Rallye bei EUR/USD kam diesmal nicht aus den USA, sondern aus Europa. Die Inflationsrate in der Eurozone stieg im März unerwartet stark von 3,3 auf 3,6 Prozent. Das ist das höchste Niveau seit Bestehen der Währungsunion. In allen großen Staaten der Eurozone nimmt die Inflation zu. In Deutschland wurde mit +3,3 Prozent der höchste Stand seit zwölf Jahren gemessen. Hauptinflationstreiber sind die Preise für Energie und für Nahrungsmittel. Der Index der Nahrungsmittelpreise stieg im März um 6,2 Prozent und der Energiepreisindex sogar um 11,2 Prozent. Mehrere Mitglieder des Zentralbankrats der EZB nahmen den Inflationsanstieg zum Anlass, um möglichen Zinssenkungen eine Absage zu erteilen. Auch der EZB-Vorsitzende Trichet unterstrich nochmals, dass der Fokus der Notenbank derzeit auf der Inflationsbekämpfung liegt. Eine Zinswende in der Eurozone wäre aber das Einzige, was für eine echte Trendumkehr bei EUR/USD sorgen könnte.

Zinserhöhungen dennoch unwahrscheinlich
Die deutschen Mitglieder des EZB-Rats Jürgen Stark und Axel Weber stellen sogar in Frage, ob das aktuelle Zinsniveau hoch genug ist, um die Inflation wieder in den Griff zu bekommen. Immerhin peilt die EZB ein Inflationsziel von 2,0 Prozent an. Dennoch sind Zinserhöhungen eher unwahrscheinlich. Dagegen spricht vor allem die weiterhin fragile Lage am Geldmarkt. Zudem dürfte der Aufwärtsdruck beim Ölpreis aufgrund der Abkühlung der Weltkonjunktur im Jahresverlauf nachlassen. Auch der kräftige Anstieg der Nahrungsmittelpreise ist zum Teil die Folge einer spekulativen Übertreibung, die sich in den nächsten Monaten abbauen dürfte.

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