Inflationsdaten dämpfen Zinssenkungserwartungen in der Eurozone

Pfeiffer/Traub
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kwietsche3 – 18. April 2008 – 15:03
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Der Europäische Rentenmarkt musste in dieser Woche leichte Kursverluste hinnehmen. Dabei wurde die technische Unterstützungslinie des Bund-Futures bei rund 114,60 Punkten nach unten durchbrochen. Neben den zahlreichen Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks spielte die Entwicklung der Aktienmärkte wieder eine wichtige Rolle bei den verzinslichen Wertpapieren. Den ersten Handelstag der Woche beendete der Bund-Future nahezu unverändert. Die anfänglich positive Stimmung an den Anleihenmärkten wurde durch die Aussage des luxemburgischen Notenbankchefs Mersch belastet, der sagte, dass es keinen Raum für eine Zinssenkung der EZB gäbe. Am Dienstag drückten neben den Kursgewinnen an den Aktienmärkten der starke Anstieg der US-Erzeugerpreise und der über den Erwartungen liegende Geschäftsklimaindex der New York Fed auf die Anleihenkurse.
Beim ZEW-Index gingen die Konjunkturerwartungen für Deutschland im April überraschend stark zurück auf minus 40,7 Punkte. „Hier macht sich vermutlich die Sorge vor den Folgen des starken Euros bemerkbar“, so Sabine Traub, Leiterin des Rentenhandels an der Stuttgarter Börse. „Denn irgendwann laufen auch die Devisenabsicherungsgeschäfte, die auf einem viel höheren Niveau des US-Dollars geschlossen wurden, aus, und einige Unternehmen werden dies sicherlich spüren“, so Traub. Über den Erwartungen liegende Quartalsergebnisse beflügelten zur Wochenmitte die Aktien, was wiederum die Anleihen belastete. Zudem kamen mit den Preiszahlen für den Euroraum wieder Inflationssorgen hoch. Die Teuerungsrate lag im März bei 3,6 Prozent, die Kernrate stieg von 1,8 Prozent auf 2,0 Prozent an.
Nach Bekanntgabe der neuen Inflationszahlen deutete am Donnerstag Bundesbankpräsident Weber sogar an, dass zur Sicherung der Preisstabilität eventuell eine Zinsstraffung notwendig sein könnte. Der Euro konnte in den vergangenen Tagen wieder zulegen, die Marke von 1,60 US-Dollar wurde bislang aber noch nicht überschritten.

Anlegertrends: Dividendenausfall bei Thomson belastet Anleihe

Die Hybrid-Anleihe des französischen Anbieters von Medientechnik Thomson hat weiter an Wert verloren, nachdem bekannt wurde, dass Thomson entgegen seiner früheren Ankündigung für das vergangene Jahr keine Dividende ausschütten wird (WKN: A0GFX3). Bei dieser Anleihe kann laut Bedingungen der Emittent auf eine Zinszahlung verzichten, wenn keine Dividende ausgeschüttet wird.
In dieser Woche waren unter anderem Emerging-Markets-Anleihen in Stuttgart rege nachgefragt. So erfreute sich die in Euro notierte Venezuela-Anleihe mit Fälligkeit im März 2015 starker Beliebtheit. Bei einem aktuellen Kurs von 86,10 Prozent ergibt sich eine Rendite von 9,87 Prozent (WKN: A0DZ45). Außerdem kauften viele Anleger eine Südafrika-Anleihe mit fünfjähriger Restlaufzeit (WKN: 507281).