kwietsche3 – 25. April 2008 – 13:19
Der Europäische Rentenmarkt musste in dieser Woche erneut Kurseinbußen hinnehmen. Einmal mehr standen die Inflationssorgen im Mittelpunkt des Geschehens. Nachdem die OPEC am vergangenen Wochenende eine Erhöhung der Förderquoten abgelehnt hatte, kletterten die Rohölpreise auf neue Rekordstände. Die Sorgen der Marktteilnehmer wurden auch durch die Aussagen einiger EZB-Mitglieder unterstrichen. So warnte der Präsident der finnischen Notenbank Liikanen vor dem Risiko einer steigenden Inflation trotz schwächeren Wirtschaftswachstums. Sein österreichischer Amtskollege Liebscher ging noch einen Schritt weiter und schloss sogar Leitzinserhöhungen nicht aus. „In den nächsten Monaten wird es vermutlich aber keine Bewegung nach oben oder unten geben. Wir erwarten unveränderte Leitzinsen“, so Sabine Traub, Leiterin des Rentenhandels an der Stuttgarter Börse. Die Erwartung gleich bleibender Leitzinsen bzw. sogar die Hoffnung einzelner Marktteilnehmer auf eine Zinserhöhung hatte dem Euro Rückenwind verliehen. Am Dienstag konnte die Europäische Einheitswährung erstmals die Marke von 1,60 US-Dollar überschreiten. Im Laufe der Woche gab der Euro seine Kursgewinne aber wieder ab und notiert aktuell bei 1,5586 US-Dollar. Auch von Vertretern der amerikanischen Notenbank kamen schärfere Töne. So sagte der Präsident der Philadelphia Fed, Plosser, dass das Zinsniveau in den USA niedrig genug sei, um das Wachstum zu unterstützen. Von der Konjunkturdatenseite kamen erst am Donnerstag marktbewegende Neuigkeiten. Der unter den Erwartungen liegende ifo-Geschäftsklimaindex konnte die Rentenkurse deutlich nach oben bewegen. Wie das Münchener ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Donnerstag im Rahmen seines monatlichen Konjunkturtests mitteilte, fiel der Geschäftsklimaindex auf 102,4 Punkte, nachdem er im März bei 104,8 Punkten gelegen hatte. Mit den guten USKonjunkturdaten am Nachmittag, in Form der besser als zuvor prognostizierten Auftragseingänge und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, kam es dann allerdings wieder zur heftigen Gegenbewegung.
Anlegertrends: Argentinien-Anleihen unter Druck
Zu den Umsatzspitzenreitern in dieser Woche gehört unter anderem die neue Anleihe der Deutschen Telekom (WKN: A0TT2M). Aktuell notiert der Bond unter pari und weißt gegenüber dem Laufzeitende im April 2015 eine Rendite von 5,78 Prozent auf. Die kleinste handelbare Einheit ist privatanlegerfreundlich gestaltet und liegt bei 1.000 Euro nominal. Am Dienstag wurde bekannt, dass ein New Yorker Gericht auf Antrag von Anlegern, die nicht am Anleihen-Umtauschprogramm teilgenommen haben, entschied, einen Teil des argentinischen Vermögens einzufrieren. Mit dieser Nachricht nahm die Unsicherheit am Markt wieder zu. Die alten Argentinien-Anleihen verloren in den vergangenen Tagen rund 1,5 bis zwei Basispunkte und auch die neuen Argentinien-Anleihen mussten Federn lassen. Mit der „LBBW Synthia 27 Plus Ländle“ ist bei den Neueinführungen in dieser Woche auch wieder eine Credit Linked Note vertreten. Bei den Referenzschuldnern handelt es sich – wie der Name bereits verrät – um Unternehmen aus dem Bundesland Baden-Württemberg. Zugrunde liegen Porsche, Daimler, EnBW und Südzucker. Anstatt einer Zinszahlung wird die Anleihe am Ende der Laufzeit zu 104,5 Prozent - inklusive einem Bonus von 4,5 Prozent – zurückgezahlt. Sollte während der Laufzeit bei einem der Referenzschuldner ein Kreditereignis eintreten, wird die Anleihe durch einen entsprechenden Barausgleich vorzeitig getilgt. Die reguläre Laufzeit endet am 19. Juni 2009. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 1.000 Euro nominal (WKN: LBW9YA). Seit Mittwoch sind erstmals Anleihen der Glencore International AG in Stuttgart notiert. Glencore ist eine im Rohstoffhandel weltweit tätige Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Baar in der Schweiz. Die Unternehmensgruppe ist unter anderem in der Produktion, Verarbeitung und dem Handel mit Aluminium, Aluminiumoxid, Bauxit, Eisenlegierungen, Nickel, Zink, Kupfer, Blei, Kohle und Öl, sowie Agrarprodukten tätig. Bei den drei Neueinführungen handelt es sich um eine Neuemission, sowie um zwei Anleihen, die 2004 und 2006 emittiert wurden. Die Neuemission ist bei einer Fälligkeit im April 2015 mit einem Kupon von 7,125 Prozent ausgestattet (WKN: A0TUEM). Die anderen beiden Anleihen sind mit Kupons von 5,375 und 5,25 Prozent, sowie Restlaufzeiten von 3 ½ bzw. 5 ½ Jahren ausgestattet (WKNs: A0DDJY und A0GZP5). Das Königreich Belgien ist seit Donnerstag mit einer neuen Staatsanleihe vertreten (WKN: A0TUG4). Die Anleihe verzinst sich mit einem festen Kupon von 4,00 Prozent, am 28. März 2014 wird der Bond fällig. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 0,01 Euro. Auch Finnland und Irland sind in dieser Woche mit neuen Staatsanleihen vertreten. Die Finnland-Anleihe ist mit einem festen Kupon von 4,375 Prozent ausgestattet und am 4. Juli 2019 endet die Laufzeit (WKN: A0TUKW). Der Bond aus Irland läuft bis 18. Juni 2019. Der feste Zinssatz beträgt 4,4 Prozent (WKN: A0TTZW). Seit Donnerstag ist eine Neuemission des Landes Sachsen-Anhalt an der Stuttgarter Börse notiert (WKN: A0SFPD). Fällig wir die Anleihe am 22. April 2013. Der Kupon der festverzinslichen Anleihe liegt bei 4,125 Prozent. Kleinste handelbare Einheit und auch Mindeststückelung sind 1.000 Euro nominal.