kwietsche3 – 29. April 2008 – 8:56
Der Deutsche Aktienindex legte in der vergangenen Woche in der Spitze um 1,5% auf 6.945 Punkte zu. Zum Wochenschluss jedoch büßte er noch einmal einen Teil seiner Gewinne ein und ging mit einem Wochengewinn von 0,77% ins Wochenende. Die Datenlage dies- und jenseits des Atlantiks hielt eher negative Überraschungen bereit. Dennoch schob sich der DAX über das letzte Reaktionshoch bei 6.845 Punkten und setzte aus technischer Sicht ein neues Signal.
Die Technik
Der tertiäre Aufwärtstrend seit dem 17.3.2008 ist weiterhin voll intakt. Letzte Woche stand die Bewährungsprobe der angesprochenen Bullenflagge (grün) auf der Agenda. Souverän wurde diese gemeistert und der DAX setzte sich abermals gen Norden ab. Damit ist er weiterhin voll auf Zielkurs – 7.250 Punkte (formaltechnisches Kursziel aus der Bullenflagge). Zuvor jedoch gilt es das alte Kursziel von rund 7.060 Punkten aus der inversen SKS-Formation abzuarbeiten. Der angesprochene 90-Tagedurchschnitt kommt nun bei 6.984 Punkten herein. Wie letzte Woche bereits angesprochen - ein Durchmarsch wird es hier nicht geben. Der Freitag zeigt schon einmal einen Vorgeschmack – der DAX schob sich bis auf 39 Punkte an den 90-Tagedurchschnitt heran und trat vorerst den geordneten Rückzug an. Die Indikatoren haben sich weiter gen Norden geschoben und verhalten sich nun divergent zum Kursverlauf. Der Bruch der 6.848/60er Zone ist damit noch nicht in trockenen Tüchern. Ein Fehlsignal - mit seinen Folgen - muss fortan einkalkuliert werden.

Das Sentiment
Das taktische animusX®-Sentiment legt auch in der abgelaufenen Woche weiter zu. Aktuell werden Werte um 40% gemessen. Während sich die Lage in der vergangenen Woche noch nicht überhitzt darstellte, wird es jetzt zwar nicht kritisch aber spürbar „wärmer“. Die letzte Woche angesprochene Sorglosigkeit hinsichtlich der Sentimentwerte würde ich so nun nicht mehr unterschreiben.

Zu diesem Ergebnis kommt man auch, wenn man den animusX®-OverconfiX isoliert betrachtet. Gerade bei den Profis übersteigt der Index die, aus der Historie heraus, wichtige Marke von 2,2 Punkten. Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit liefert der Chart auch direkt – die Phase zwischen der 26. und 29. KW 2007.

Zur Erinnerung:
Der animusX®-OverconfiX misst die Overconfidence (Selbstüberschätzung) der Investoren. Der aktuelle Wert zeigt, dass die Investoren mit der jüngsten Entwicklung des DAX sehr zufrieden sind – sie offensichtlich gute Gewinne eingefahren haben. Oftmals sind das jene Phasen in denen man „mutiger“ wird und bereit ist, ein höheres Risiko einzugehen. Dieses Verhalten begünstigt Sprunghandlungen und zum Teil irrationale Verhaltensweisen.
Fazit
Der tertiäre Aufwärtstrend ist formaltechnisch als intakt zu bezeichnen. Auch die Tatsache, dass der DAX seinen jüngsten Widerstand um 6.840/60 Punkte überwunden hat, ist positiv zu werten. Dennoch, dieses frische Signal ist noch nicht in trockenen Tüchern. Die Markttechnik, aber auch die Sentimenttechnik gibt Grund zur Sorge, dass sich hier ein Fehlsignal entwickeln kann. Ein hinreichendes Kriterium dafür wäre ein Tagesschluss unter der 6.840er Marke. Ebenfalls sollten vor diesem Hintergrund Trendverletzungen (Aufwärtstrend) nicht mehr auf die leichte Schulter genommen werden. Hält sich der DAX oberhalb der „Make or Break“ Marke (6.840), so sind die 7.060/100er Zone aus jetziger Sicht sicherlich interessant, seit der positiven Einschätzung ab 6.200 Punkte, einmal über Gewinnmitnahmen nachzudenken. Taktisch bleibt die Einschätzung mit positiv und strategisch mit neutral bestehen. Ein Tagesschluss unter 6.840 Punkte würde die taktische Einschätzung zunächst neutralisieren.