kwietsche3 – 25. April 2008 – 10:39
Google ist doch immer wieder für eine Überraschung gut. Wenn ein Börsenliebling wie der Konzern aus Mountain View in einer Phase, wie wir sie gerade erleben, mit Zahlen rausrückt, die deutlich besser sind als erwartet, dann kann das einen ganzen Sektor nach oben bugsieren. Wir werden das vermutlich demnächst bei den US-Technologieaktien erleben...
Das Zahlenwerk, das am Donnerstag nach Börsenschluss bekannt gegeben wurde, war jedenfalls prächtig. Der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber hat im ersten Quartal einen erstaunlichen Gewinnsprung erzielt: Wegen des starken Auslandsgeschäfts verdiente der Konzern 1,31 Milliarden Dollar, oder gut 30 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Umsatz kletterte um 42 Prozent auf 5,19 Milliarden Dollar. Die Erwartungen wurden damit deutlich übertroffen. Sogar abgebrühte Analysten sind begeistert und empfehlen die Aktien jetzt hurtig wieder zum Kauf. Nach einem Sprung beim Aktienkurs am fast 25 Prozent wohlgemerkt – wir wollen das lieber nicht kommentieren.
An der Nasdaq jedenfalls lässt man sich angesichts solcher Überraschungen nicht lumpen. Was Sie hier sehen, das ist ein starkes Kaufsignal auf dem Point & Figure Chart:

Aus genau diesem Grund, einer zu erwartenden Rallye bei Google und im Technologie-Sektor, hatten wir den Lesern des Antizyklischen Brösenbriefs vor wenigen Tagen bei Kursen von 440 US-Dollar zu einem Long-Einstieg geraten. Am Freitag gegen 20 Uhr MEZ notiert die Google-Aktie in den USA bei 542 US-Dollar. Unser Unlimited Turbo Bull der Commerzbank auf Google (WKN CZ2526) liegt zur gleichen Zeit mit 74 Prozent im Gewinn. Dabei ist das noch ein vergleichsweise konservatives Papier mit einem Hebel von 2,5 ...

Das Beispiel zeigt erneut, dass es sinnvoll ist, eine Gegenposition einzunehmen, wenn alle anderen zittrige Hände haben: Während sich die Kommentatoren in ihrem Pessimismus seit Wochen gegenseitig überbieten, in den Medien Angst und Schrecken verbreitet werden, vertreten wir seit einiger Zeit eine gänzlich andere Meinung - und haben seither ganz gemütlich Aktienpakete zu Schnäppchenkursen eingesammelt.
Es sieht so aus, als kämen jetzt einige andere ebenfalls auf diese Idee. Der Auftritt des DAX am Freitag war jedenfalls bedeutsam. Warum, das sehen Sie hier:

Die blaue Abwärtstrendlinie wurde überwunden, dabei sind auch die Umsätze leicht angesprungen (grüne Markierung). Sollte es in der kommenden Woche zu Anschlusskäufen kommen, rückt die Marke von 7.000 Zählern in greifbare Nähe. Wer hätte das vor einigen Wochen gedacht? Man kann nur hoffen, dass die Anleger jetzt noch eine Weile skeptisch bleiben. Dann stehen die Chancen günstig, dass es noch ein gutes Stück weiter aufwärts geht: Institutionelle Anleger sind massiv unterinvestiert, und müssten bei weiter anziehenden Kursen einsteigen um den Zug nicht schon wieder zu verpassen. So wie im vergangenen Jahr, als viele Fonds trotz freundlicher Börsentendenz weit schlechter abgeschnitten haben als die großen Indizes...
Kommt doch noch ein Crash?
Die größten Chancen haben an der Börse bekanntlich diejenigen Ideen, die so gut wie niemand auf der Rechnung hat. Und deutlich steigende Aktien könnten an anderer Stelle einen Crash auslösen, mit dem derzeit niemand rechnet: Sollte es in den kommenden Wochen unerwartet zu starken Kaufsignalen an den Aktienmärkten kommen, dann könnte das für eine weitere Überraschung sorgen:
Haufenweise Millionäre?
Es ist kein Geheimnis, dass Trendfolge-Modelle gerade der letzte Schrei sind. Wenn diese Trendexperten alle so erfolgreich sind, wie sie tun, dann muss es unter ihnen haufenweise Millionäre geben: Es ist erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit man mit diesen Trendfolge-Modellen offenbar Millionen scheffeln kann - jedenfalls wird das so versprochen.
Und weil das offenbar viele Anleger glauben, schießen solche Magazine seit einiger Zeit wie Pilze aus dem Boden. Was das noch für Folgen haben wird, das werden wir an dieser Stelle demnächst einmal ausführlicher darlegen.
Heute geht es um etwas anderes: Einen der letzten noch verbliebenen starken Aufwärtstrends sehen wir derzeit beim Öl. Allein schon die Tatsache, dass es eben einer der letzten starken Trends ist, spricht dafür, dass hier massenhaft spekulatives Kapital unterwegs ist. Weil sich so viele Anleger an solchen Trends orientieren und es ja kaum noch welche gibt, mussten die Trendfolger hier gewissermaßen „zwangsweise“ investieren. Das Dumme ist nur: Wenn irgendwann alle durch die gleiche Tür hinaus wollen, dann kann es erstaunlich eng werden. Die Frage ist, ob es Gründe hierfür geben könnte.
Die Tatsache, dass sich die USA in einer Rezession befinden, wird inzwischen niemand mehr bestreiten. In der Vergangenheit hat noch jede wirtschaftliche Flaute zu Nachfrage- und damit zu Preisrückgängen bei Öl und Kupfer geführt. Mir sind keine Gründe bekannt, warum das diesmal anders sein sollte.
Nachfolgend sehen Sie den Kupfer-Preisverlauf seit 1900. In den grau gekennzeichneten Rezessions-Phasen kam es immer zu einer Schwäche beim Kupferpreis, und zwar auch in den inflationären 1970er Jahren. Inflation, die ja auch derzeit immer stärker zum Problem wird, schützt demnach nicht vor Preisverlusten bei Rohstoffen. Das ist ja auch logisch: Sinkende Nachfrage lässt die Preise nun einmal purzeln...

Doch zurück zum Öl: Was würde wohl passieren, sollten die Aktienmärkte in den kommenden Wochen durchstarten, und hier womöglich neue Aufwärtstrends entstehen? Beim Öl könnte es dann in der Tat zu einem Crash kommen. Die zahlreichen spekulativ agierenden Trend-Börsianer würden ihr Kapital dann nämlich dorthin umschichten, wo nun schon längere Zeit nichts mehr zu verdienen war: In die Aktienmärkte.
Der Dow Jones hat am Freitag angedeutet, was jetzt kommen könnte: Die wichtige Widerstandszone bei 12.750 Punkten (rote Linie) wurde überwunden. Bis zu einem Kaufsignal für alle Trendfolger ist es jetzt nicht mehr weit:

Und um im Bild zu bleiben: Der US-Dollar könnte zusätzliches Öl ins Feuer gießen. Er zeigt sich in letzter Zeit trotz der dramatischen Zinssenkungen der Fed seltsam stabil:

Das macht ja auch Sinn: Die anhaltende Schwäche des Dollar hat dazu geführt, dass die US-Unternehmen kaum noch nachkommen mit den Anfragen aus dem Ausland. US-Produkte sind derzeit überall auf der Welt heiß begehrt, weil man sie zu Spottpreisen einkaufen kann. Das wird die US-Wirtschaft und damit den Dollar mittelfristig stützen. Erste leise Anzeichen hierfür sieht man bereits im Kursverlauf des Greenback.
Rechnen Sie daher vorsichtshalber auch jetzt wieder damit, womit niemand rechnet. Eine Rallye an den Börsen wäre die eine Möglichkeit – ein hierdurch verursachter Crash beim Öl eine weitere....
Wie wir die Lage jetzt einschätzen und welche Titel man jetzt kaufen kann, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die vor wenigen Tagen erschienen ist. Anmeldungen unter www.antizyklischer-börsenbrief.de