kwietsche3 – 3. April 2008 – 11:41
Die Immobilienkrise hat bei Finanzwerten ein Blutbad angerichtet. Die Deutsche Bank und die Commerzbank verloren innerhalb eines halben Jahres 40 bzw. 50 Prozent an Wert, bei der Hypo Real Estate sind es sogar 70 Prozent. Alle drei Aktien notieren inzwischen unter ihrem Buchwert, was gemeinhin als günstiges Einstiegsniveau gilt. Allerdings ist in der aktuellen Marktlage Vorsicht angebracht. Letztlich spiegelt die Notiz unter dem Buchwert die Risiken wider, die Anleger in den Bankbilanzen noch vermuten. Und wahrscheinlich sind die Sorgen berechtigt.
Derzeit taxieren Analysten die Verluste, die der Finanzbranche aus der Finanzkrise drohen, auf etwa 600 Milliarden Dollar. Bislang ist davon nur etwa ein Drittel bekannt gegeben. Die Anleger müssen sich für die nächsten Wochen und Monaten also auf weitere milliardenschwere Abschreibungen einstellen, die am Eigenkapital der Finanzinstitute zehren. Die vermeintliche Fehlbewertung wird dann nicht mit steigenden Kursen, sondern mit fallenden Buchwerten ausgeräumt. Ein Investment in Finanztitel ist daher auch auf dem aktuellen Niveau noch riskant.
Weniger Risiken drohen bei Industrietiteln, die profitabel arbeiten und nahe oder unter dem Buchwert notieren. Die finden sich hauptsächlich bei Nebenwerten, etwa Alphaform, Jenoptik oder Analytik Jena. Eine Garantie für schnelle Kursgewinne gibt es aber auch hier nicht: Anfang 2003, als die letzte Baisse ihren Höhepunkt erreichte, notierten einige profitable Unternehmen sogar unter ihrem Cash-Bestand. Wenn erst einmal Angst oder Gier um sich greifen, gibt es bei Börsenkursen eben keine Grenzen mehr.
In diesem Sinne
Wolfgang Braun
Wolfgang Braun ist Chefredakteur des „Global Performance“. Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Wachstumswerte-Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von 20 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes fällt. Weitere Informationen unter www.globalperformance.de.