AUSBLICK/Deutsche Post bei steigendem Umsatz mit weniger Gewinn

Dax-30
Dioxin – 9. Mai 2008 – 16:14

DJ AUSBLICK/Deutsche Post bei steigendem Umsatz mit weniger Gewinn

Von Rüdiger Schoß
DOW JONES NEWSWIRES

FRANKFURT (Dow Jones)--Trotz steigender Umsätze wird die Deutsche Post AG im ersten Quartal weniger Gewinn als im Vorjahreszeitraum verbuchen. Zwar hat sich das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbessert, wie das Bonner Unternehmen bereits am 5. Mai mitteilte. Mehrere Sondereffekte drücken jedoch auf die Ertragslage des um zwei Arbeitstage kürzeren Auftaktquartals. Detaillierte Ergebnisse zum ersten Quartal sollen am Mittwoch den 14. Mai veröffentlicht werden.

Der Umsatz des Logistikdienstleisters sehen von Dow Jones befragte Analysten auf 16,156 (Vorjahr: 15,473) Mrd EUR steigen. Das EBIT soll jedoch auf 905 (998) Mio EUR nachgeben. Beim Nettogewinn nach Anteilen Dritter erwarten sie im Durchschnitt einen Rückgang auf 404 (499) Mio EUR und beim Gewinn je Aktie auf 0,36 (0,41) EUR.

Die Post hatte sich erfreut über die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal gezeigt. Diese sei "sehr zufriedenstellend" gewesen. Das Kundengeschäft der Tochter Deutsche Postbank habe ein "um die Einflüsse der Kapitalmarktturbulenzen bereinigtes gutes operatives Ergebnis" verzeichnet.

Mit ihren ersten Aussagen zum Auftaktquartal sei die Deutsche Post im Rahmen seiner Erwartungen geblieben, sagte Analyst Jochen Rothenbacher von equinet. Es habe keine substanziellen neuen Aussagen gegeben. Angesichts der erwähnten Sondereffekte werden die berichteten Zahlen "wahrscheinlich nicht steigen", so der Analyst.

Zu den Sondereffekten, die den Gewinn im Vorjahresquartal stützten, gehört der Verkauf des Kölner Entsorgers Vfw an Monitor Clipper Partners, der im Vorjahr 59 Mio EUR Gewinn einbrachte. In diesem Quartal muss zudem der Einfluss der Kredit-Krise auf die Postbank berücksichtigt werden.

Weitere Verluste muss die Post zudem im ersten Quartal im US-Expressgeschäft verbuchen. Die Ertragslage sei dort "inakzeptabel", hatte Vorstandsvorsitzender Frank Appel auf der Hauptversammlung bekräftigt. Wie den Konkurrenten FedEx und UPS macht der Post dort zudem die sich abschwächende US-Konjunktur zu schaffen. Zur Zukunft des unrentablen Geschäfts will sich der Konzern, der sich nach jüngster Zählung zu 64% in der Hand institutioneller Anleger befindet, erst Ende Mai äußern.

Bei der Umsetzung des Kapitalmarktprogramms "Roadmap to Value" gebe es "gute Fortschritte", so der DAX-Konzern. Es sei bereits absehbar, dass das Ziel, bis 2009 mindestens 1 Mrd EUR durch Immobilienverkäufe einzunehmen, übererfüllt werde.

Keinen Einfluss hat die Tarifauseinandersetzung auf die Quartalsbilanz. Ausfälle machen sich erst im zweiten Quartal bemerkbar. Ende April hatten sich Post und ver.di darauf geeinigt, dass die 130.000 Beschäftigten bei weniger bezahlten Pausen eine gestaffelte Erhöhung der Löhne um 4% und ab Dezember 2009 um weitere 3% erhalten. Ver.di hatte eine Erhöhung um 7% gefordert. In diesem Jahr steigen die Personalkosten dadurch um 50 Mio EUR.

Das Deutschland-Geschäft dürfte zum Jahresauftakt schließlich davon profitiert haben, dass Konkurrenten, wegen der Einführung des Mindestlohns unter Druck gerieten und teilweise Insolvenz anmelden mussten. Langfristig will die Post ihr eigenes Filialnetz radikal ausdünnen und bis 2011 rund 700 der bundesweit noch 800 vom Konzern betriebenen Filialen schließen.

Webseite: http://www.dpwn.de

-Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117,
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