DAX: War´s das schon wieder?

S. Boehm
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Daxvestor – 10. Mai 2008 – 5:56
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Auch in der fast abgelaufenen Börsenwoche gab es zahlreiche Unternehmensdaten, die oftmals überraschend gut ausfielen. Der Netzwerkausrüster Cisco Systems etwa hat im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen übertroffen. Der Gewinn pro Aktie lag mit 0,38 US-Cent um zwei Cent über den Prognosen der Analysten. Trotz unsicherer Konjunkturaussichten hat das Unternehmen seinen Ausblick bestätigt.

Telekom vor Zukauf in den USA?
Verwirrung herrscht dagegen über die künftige Strategie der Deutschen Telekom. Die Quartalszahlen, die der Konzern am vergangenen Donnerstag brachte, zeigten eine anhaltende Erosion bei den Festnetzanschlüssen. Im ersten Quartal gingen 582.000 für die Telekom verloren. Zwar konnten dafür im DSL-Bereich und im Bereich der All-IP-Anschlüsse Kunden gewonnen werden, dennoch ist ein echter Wachstumstreiber bei der Telekom nicht in Sicht. Nur aufgrund des strikten Sparkurses konnte die Telekom im ersten Quartal trotz eines Umsatzrückgangs um 3,1 Prozent auf 14,98 Mrd. Euro eine Gewinnsteigerung erzielen. Der schwache Dollar machte dem Ergebnis bei der US-Mobilfunktochter zu schaffen.

Sprint Nextel im Visier
Dennoch könnte die Telekom auf dem US-Markt weiter wachsen – durch eine Akquisition des drittgrößten US-Mobilfunkanbieters Sprint Nextel. Seit Tagen gibt es Gerüchte, wonach die Telekom ernsthaft interessiert sei. Der Aktienkurs des durch einen missglückten Zusammenschluss von Sprint und Nextel vor drei Jahren entstandenen Unternehmens konnte seit Mitte April um rund 50 Prozent steigen. Ein Schnäppchen ist das mit 24,2 Mrd. USD kapitalisierte Unternehmen sicher nicht. Außerdem würde es massive technische Probleme geben, da die technischen Standards von Sprint Nextel und T-Mobile unterschiedlich sind. Neuerdings gibt es auch Gerüchte, wonach sich Sprint und Nextel wieder trennen möchten. Dies wäre womöglich eine Chance für die Telekom. Ein Kauf des angeschlagenen US-Mobilfunkers insgesamt dürfte jedoch nur schwer zu verdauen sein und die Telekom auf Jahre beschäftigen.

EZB belässt Leitzins unverändert
Wie erwartet beließ der EZB-Rat den Zins unverändert bei 4,00 Prozent. Das Statement von Notenbankchef Trichet fand besonders große Aufmerksamkeit. Im Spannungsfeld zwischen Inflationsgefahren und Konjunkturabschwächung hatten viele Analysten erwartet, dass Trichet ein verbales Signal geben würde, das auf eine moderate Zinssenkung in den nächsten Monaten hinweisen könnte. Trichet ließ in seiner Begründung dann aber keinen Zweifel, dass die Inflationsbekämpfung für die Notenbank erste Priorität hat: „Die Inflationsrisiken sind weiterhin klar aufwärts gerichtet“. Trotz der Wachstumsabschwächung rechnet die EZB weiterhin mit einem moderaten Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts in der Eurozone. Das alles klingt nicht nach einer Änderung der Haltung der Notenbanker und einer damit verbundenen Zinssenkung. Mit dem Satz „wir werden alle Entwicklungen während der nächsten Wochen sehr genau beobachten“ ließ sich das Direktorium jedoch eine Hintertür offen. Einen Zinsentscheid gab es übrigens auch in Großbritannien. Nach drei Zinssenkungen in Folge blieb die Bank of England diesmal untätig. Der Leitzins blieb bei fünf Prozent und damit immer noch deutlich höher als in der Eurozone.

DAX kann sich behaupten
Der DAX konnte sich fünf Tage in Folge über der 7.000-Punkte-Marke behaupten, bevor er am Freitag erneut unter diese Marke fiel. Aufwärtsdynamik sieht anders aus. Da der Break über 7.000 Punkten bei relativ niedrigen Umsätzen erfolgte, ist aus Sicht der Markttechnik die Gefahr eines Fehlsignals nicht von der Hand zu weisen. Zu einem noch stärkeren Belastungsfaktor könnte sich der Ölpreis auswachsen. Die Spannungen um den Iran und Förderausfälle in Nigeria haben den Preis auf neue Hochs getrieben.

Viel Erfolg wünscht

Ihre

DaxVestor Redaktion

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