EZB-Sitzung ohne große Überraschungen

Pfeiffer/Traub
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kwietsche3 – 9. Mai 2008 – 13:40
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Am Europäischen Rentenmarkt kam es in dieser Woche zu einer stabilen Seitwärtsbewegung. Das Wochenhighlight war die Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag. Wie von den meisten Experten im Vorfeld erwartet, wurden die Leitzinsen in Europa bei 4,00 Prozent bestätigt. Und auch die mit Spannung erwartete Stellungnahme von Jean-Claude Trichet, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank brachte nichts Neues zutage. Die Marktbeobachter entnahmen seinen Aussagen, dass er am aktuellen Zinsniveau nichts ändern möchte. „Trichet machte zudem klar, dass das derzeitige Zinsniveau wohl dafür sorgen werde, die Preisgefahren einzudämmen“, berichtet Sabine Traub, Leiterin des Rentenhandels an der Stuttgarter Börse. Immer wieder hatten die Inflationssorgen aufgrund der Preissteigerungen bei den Lebensmitteln sowie dem Ölpreisanstieg zu den Erwartungen einer Leitzinserhöhung geführt. Dies hatte den Euro vor zwei Wochen auch auf ein neues Rekordhoch über der Marke von 1,60 US-Dollar getrieben. Auf die EZB-Sitzung am Donnerstag hat der Euro nun kaum reagiert. Zu Wochenbeginn haben die schwächeren Aktienkurse den Anleihen Rückenwind verliehen. „Der Handel verlief überhaupt recht volatil. Eine Tagesrange von 60 bis 100 Basispunkten ist nichts Außergewöhnliches“, so die Rentenexpertin. Von den Konjunkturdaten gingen wenige Impulse auf den Anleihenmarkt aus. Auch die Rohölpreise konnten trotz ihrer Rekordjagd kaum die Rentennotierungen beeindrucken. Donnerstagnacht konnte der Preis für ein Barrel amerikanischen Leichtöls (WTI) trotz hoher Lagerbestände in den USA auf ein neues Rekordhoch von 124,73 US-Dollar ansteigen. Ausgelöst worden sei diese Angst durch die immer neuen Anschläge auf Ölförderanlagen in Nigeria. Zuletzt wurde die Förderung im größten Ölförderland Afrikas durch immer neue Anschläge beeinträchtigt. Ein Ende dieser Anschlagsserie ist nach Ansicht von Experten nicht in Sicht.

Anlegertrends: Zahlreiche Neuemission in den Stuttgarter Handel eingeführt

Iberdrola, einer der größten Stromversorger der Welt, ist seit dieser Woche mit zwei Anleihen am Börsenplatz Stuttgart vertreten. Eine Emission mit Laufzeit bis 9. Mai 2013 und einem festen Kupon von 5,125 Prozent (WKN: A0TUZV), sowie eine Anleihe mit Fälligkeit am 9. Mai 2018 und einer Verzinsung von 5,625 Prozent (WKN: A0TUZW). Bei beiden Anleihen liegen die kleinste handelbare Einheit und zugleich auch die Mindeststückelung bei 50.000 Euro nominal. Die Europäische Investment Bank hat einen neuen Agency emittiert. Seit Donnerstag ist die Neuemission mit einem Kupon von 4,25 Prozent in Stuttgart handelbar. Am 15. April 2015 endet die Laufzeit. Privatanlegerfreundlich ist die kleinste handelbare Einheit – sie beträgt 1.000 Euro nominal (WKN: A0TUZK). Die SEB ist seit Montag mit einem neuen Jumbo-Pfandbrief an der Stuttgarter Börse vertreten (WKN: SEB2P0). Der feste Kupon beträgt 4,25 Prozent, die Laufzeit endet am 7. Mai 2013. Bei 50.000 Euro nominal liegt die kleinste handelbare Einheit. General Electric, einer der größten Mischkonzerne der Welt, hat über seine Finanztochter eine neue Unternehmensanleihe begeben. Am 18. Mai 2015 wird die Neuemission fällig, der Kupon beträgt 5,25 Prozent. Ab kommenden Montag ist die Neuemission an der Stuttgarter Börse handelbar (WKN: A0TVAC). Auch die amerikanische Investmentbank JP Morgan Chase hat eine neue Anleihe emittiert, die seit Donnerstag in Stuttgart gelistet ist (WKN: A0TUZF). Im Mai 2013 endet die Laufzeit, der Zinskupon liegt bei 5,25 Prozent. Die LBBW hat ihre Produktfamilie erweitert und eine neue Credit Linked Note begeben. Der „KSK Ostalb Synthia Plus“ liegen Porsche und Daimler als Referenzunternehmen zugrunde. Bis zum 26. Juni 2009 läuft die Neuemission. Sollte kein Kreditereignis eintreten, wird die Anleihe zu 100% des Nominalwertes zuzüglich einem Bonus von 4,3 Prozent zurückgezahlt. Im Falle eines Kreditereignisses wie beispielsweise Insolvenz oder Nichtzahlung, wird die Anleihe durch einen Barausgleich getilgt. Die kleinste handelbare Einheit beträgt 1.000 Euro nominal (WKN: LBW9Z4).