kwietsche3 – 2. Mai 2008 – 11:26
Die Börsen befinden sich weiter im Aufschwung. Der DAX kratzt an der Marke von 7.000 Zählern, im Dow Jones sind die Verluste seit Jahresbeginn auf nur noch drei Prozent zusammengeschmolzen. Die Anleger haben einen Umgang mit der Immobilienkrise gefunden – sie ignorieren sie einfach. Vor allem die charttechnische Situation sieht weiter gut aus und spricht dafür, dass die Aufholjagd an den Börsen noch etwas anhält. Zuletzt gab es aber eine Reihe an fundamentalen Daten, die die mittelfristige Marktentwicklung belasten könnten.
So gibt es zunehmend Anzeichen, dass die Finanzkrise auf den US-Konsum durchschlägt. Selbst ein Unternehmen wie Starbucks, jahrelang erfolgsverwöhnt, hat kürzlich eine drastische Gewinnwarnung herausgegeben. Der Einzelhändler Target schreibt acht Prozent der Kreditkarten-Schulden ab, da immer mehr Kunden in Zahlungsverzug geraten. Die Bank of America deutete ähnliche Probleme an. Nach den Abschreibungen aus Immobilien könnte auf die Banken also eine neue Welle an Wertberichtigungen zukommen. Dabei ist die Immobilienkrise noch nicht ausgestanden: Am Dienstag wurde ein Preisverfall bei Häusern im Jahresvergleich von 13 Prozent gemeldet – der höchste Wert seit Erstellung des Index. Gleichzeitig haben sich die Zwangsversteigerungen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.
Auch die Unternehmenszahlen sind nicht sonderlich überzeugend. Viele US-Unternehmen haben einen vorsichtigen Ausblick gegeben, entsprechend fallen die Gewinnprognosen für den S&P 500 weiter. Ähnlich die Lage in Deutschland, wo nicht nur Finanztitel wie die Deutsche Bank oder die Allianz Probleme haben, auch bei SAP oder DaimlerChrysler lagen die vorgelegten Daten klar unter den Erwartungen. Zwar gibt es auch noch ein paar positive Glanzlichter wie BASF, Merck oder MAN, das kann die fundamentalen Schwächen am Gesamtmarkt aber nicht kaschieren.
In diesem Sinne
Wolfgang Braun