Reloaded: Die richtige Aktie zur richtigen Zeit

Heiko Aschoff
1
kwietsche3 – 2. Mai 2008 – 15:03
Eingestellt in:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Mai letzten Jahres hatte ich in Kooperation mit dem Rohstoff Spiegel getreu dem Motto „Die richtige Aktie zur richtigen Zeit“ eine Methode beschrieben, die einem bei diesem Vorhaben unschätzbare Dienste leistet. Gemeint ist das „screenen“ von Aktien. Ich möchte darauf nicht mehr verzichten – wie sonst kann man bei einem begrenzten Zeitbudget aus der Vielfalt der Möglichkeiten ausgezeichnete Chance-/Risikoverhältnisse selektieren, die zur eigenen Anlagephilosophie passen? Beflügelt durch die anhaltend positive Resonanz auf die damaligen Beiträge, stelle ich seit einigen Wochen engagierten Anlegern, die neben ihrem eigenen Research Handelsanregungen suchen oder einfach nicht die Zeit haben, sich rund um die Uhr mit der Börse zu beschäftigen, umfangreiche Auswertungen zur Verfügung.

Neben anderen Spezialauswertungen nehme ich in jeder Hauptausgabe beispielsweise einen „Index-Highflyer“ aus den wichtigsten Marktindizes unter die Lupe und untersuche die fundamentale Basis in einem Blitzcheck. Handelt es sich noch um eine lohnenswerte Investition oder steht der Titel vor dem Absturz? Wenn eine Aktie überdurchschnittlich steigt, könnte es daran liegen, dass vorausschauende Investoren eine signifikante Unterbewertung erkennen und / oder Insider Informationen haben, die noch nicht allgemein bekannt sind. Das Ergebnis aller fünf untersuchten „Index-Highflyer“ sehen Sie in der folgenden Übersicht. Obwohl es sich um keine Timing-Empfehlungen handelte, boten vier der fünf vorgestellten Titel schon nach wenigen Tagen (Arbeitstage) ein schönes Gewinnpotential. Bei allen untersuchten Werten handelt es sich um deutsche Qualitätsaktien und nicht um Zockerpapiere oder irrwitzig gehebelte Produkte.

In der Summe lag das Gewinnpotential bis dato bei rund 90%, abzüglich des einen bisher schlummernden, also ausgestoppten Wertes. Diesem traue ich als „Spätzünder“ noch einiges zu von dem ermäßigten Kursniveau. Bei allen anderen vorgestellten „Index-Highflyern“ sehe ich ebenfalls noch kein Ende der positiven Entwicklung.

Auch wenn der folgende Beitrag eine Wiederholung aus dem letzten Jahr ist, hat er nichts an Aktualität verloren. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn er Ihr Interesse an diesem nützlichen Verfahren weckt und Sie sich auf eigene, komfortable Entdeckungsreisen begeben.

Mit Aktienscreening zum Erfolg

Dem Aktienanleger bietet sich eine unüberschaubare Vielfalt an Aktien und Analysemöglichkeiten. Schnell kommt die Phase, wo man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Die zur Verfügung stehenden Informationen und Datenmengen sind zeitlich einfach nicht mehr zu bewältigen – es sei denn, man schränkt das betrachtete Anlageuniversum stark ein oder legt sich eine eigene Investmentbank zu. Die letztgenannte Variante dürfte die Belastbarkeit des Geldbeutels überstrapazieren, die erste Variante die lukrativen Gelegenheiten einschränken. Aber es gibt dennoch eine ausgezeichnete Analysemöglichkeit, die für jedermann erschwinglich ist und bei richtiger Anwendung wertvolle Entscheidungsgrundlagen bereitstellt.

Gemeint ist das „screenen“ von Aktien. Aus einem definierten Anlageuniversum werden nach festen Kriterien Aktien selektiert. Dabei können Fundamentaldaten wie auch technische Analysetools verwendet werden. Der große Vorteil besteht darin, enorme Datenmengen nach einheitlichen Maßstäben aufzubereiten, die der Investor für wichtig erachtet. Das Ergebnis sind überschaubare Aktienlisten als Anregung für Investmententscheidungen. Man kann den Prozess derart verfeinern, dass daraus umfassende Anlagestrategien entstehen. Die CANSLIM-Methode von O´Neil oder die in O`Shaugnessys Buch „Die besten Anlagestrategien aller Zeiten“ genannten Verfahren sind erfolgreiche Beispiele dafür.

Aber es muss gar nicht so kompliziert sein. Schon einfache Aktienscans liefern wertvolle Hinweise, wo etwas passiert und es sich lohnen könnte, genauer nachzuschauen. Die populäre Suche nach 52-Wochen-Hochs, Umsatzspitzenreitern oder Volatilitätsausbrüche sind nichts anderes als eine besondere Form des Aktiensceenings.

Entscheidend ist, dass die verwendeten Kriterien nachvollziehbar sind und dem Anwender bewusst ist, auf welchem theoretischen Fundament sie stehen. Wer die Relative Stärke als Selektionskriterium verwendet, sollte an die Existenz von Trends glauben. Dagegen dürfte ein überzeugter „Random Walk Verfechter“ Probleme damit haben.

Je besser das verwendete Analyseinstrumentarium mit der eigenen Anlegermentalität harmoniert, desto größer sind die Erfolgsaussichten: Nur wenn das Vertrauen da ist, wird man in kritischen Börsenzeiten nicht all seine guten Grundsätze über Bord werfen. Lassen Sie nicht zu, dass der Spruch „diesmal ist alles anders“ zum kostspieligen Eldorado wird.

Natürlich sind Aktienscans nicht der heilige Gral der Geldanlage. Jedes Screening ist nur so gut, wie die angewandten Parameter realistische Aussagen über den weiteren Kursverlauf zulassen. Aber auch falsche Daten, unseriöse Aktienpushereien, eine niedrige Marktkapitalisierung oder fehlende Börsenumsätze können zu Fehlinterpretationen führen. Deshalb empfehle ich dringend, die selektierten „Favoriten“ immer einer Detailanalyse zu unterziehen. Ein konsequentes Money Management ist absolute Pflicht. Verluste müssen begrenzt werden, Gewinne dürfen gerne weiterlaufen.

Mit der aktuellen Ausgabe des Rohstoff Spiegels möchten wir den Startschuss geben für spezielle Aktienscreenings. Dabei handelt es sich nicht um Anlageempfehlungen, sondern nur um Anregungen, die auf Sondersituationen hinweisen. Einige davon dürften es wert sein, näher untersucht zu werden. Je nach Marktklage wählen wir unterschiedliche Schwerpunkte und picken Aktien mit interessanter Indikatorkombination heraus.

In weiteren Beiträgen werde ich eine kleine Übersicht grundlegender Prinzipien vorstellen. Die Zusammenstellung kann nur einen kleinen Einblick vermitteln in die vielfältigen Analysemöglichkeiten. Sie stellt quasi den kleinsten gemeinsamen Nenner der von mir in der täglichen Praxis verwendeten Aktienscans dar. Starten möchte ich mit einem Aktienscreening, das Aufwärtstrends auf Basis der Relativen Stärke identifiziert. Spezielle Volumen-, Volatilitäts- und Schwungkraftindikatoren erlauben Einblicke in die Phase der Kursentwicklung.

Wer auf den Geschmack gekommen ist und sich intensiver mit dem Aktienscreening beschäftigen möchte, wird schnell im Internet und der Fachliteratur fündig. Dort gibt es vordefinierte Screener (viele kostenlos zum ausprobieren), Hinweise zu geeigneter Software und Erfahrungsberichte erfahrener Trader. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei!

Möchten auch Sie von meinen Investment Ideen profitieren? Oder suchen Sie aussichtsreiche Handelsanregungen? Dann schauen Sie doch einfach mal vorbei!

Ihr Heiko Aschoff
Diplom-Kaufmann
www.institutionell.INFO