kwietsche3 – 27. Mai 2008 – 8:17
Der DAX hat vergangenen Montag sein zweites, aus der Bullenflagge berechnetes, Kursziel zwischen 7.200/50 Punkten erreicht. Anschließend begann die erwartete Korrektur, die bereits zu einem Wochenverlust von knapp 3% führte. Die Überschrift von letzter Woche „DAX auf Zielgerade“ konnte nicht treffender gewählt werden. Aus technischer- aber auch sentimenttechnischer Sicht dürfte das Ausloten des Tiefpunktes noch nicht stattgefunden haben.
Die Technik
Mit 7.231 Punkten in der Spitze ist der DAX am vergangenen Montag exakt in die zweite Zielzone 7.200/50 Punkten eingelaufen die seit Wochen an dieser Stelle genannt wird. Anschließend kam es zu einer deutlichen Korrektur, die im Wochenverlauf mit rund 3% Verlust zu Buche schlägt. Letzte Woche schrieb ich:
„Nach unten hin sollte nun die ehemalige Widerstandszone auf Tagesschluss nicht mehr unterschritten werden, andernfalls wäre der aktuelle Impuls als Fehlsignal zu werten. In dieser Folge müsste mit einem Rückgang bis rund 6.860 Punkte gerechnet werden. Die kurzfristige Markttechnik ist erneut in der oberen Extremzone angelangt. Von dieser Seite ist nun mit
nachlassendem Momentum zu rechnen.“

Zwischen 6.860/40, 6.823 bis hin zu 6.813 Punkten ergeben sich eine Reihe von guten Unterstützungsthemen aus waagerechten Chartmarken, 38,2%-Fibonaccimarke und 90-Tagedurchschnitt.
Auch die Markttechnik deutet noch keine Entspannung an. Es ist daher sehr Wahrscheinlich, dass zur Unterseite noch etwas kommt – wenigstens ein Test des 38-Tagedurchschnitts bei aktuell 6.891 Punkte. Favorisiert wird aber die Zone um 6.850 Punkte.
Schaut man sich hingegen den Wochenchart an könnte man auf die Idee kommen, dass es sogar noch eine Etage tiefer geht. Die Markttechnik hat hier ihren oberen Scheitel gerade erst durchlaufen und „drückt“ nun. Zudem haben wir ein klassisches Wochenreversal in den Candles vorliegen. Eine, aus Wochensicht, sinnvolle Unterstützung wäre sicherlich die
6.500er Region.

Und damit stelle ich noch einmal den „Hypothetischen Chartverlauf“ vor, der hier vor einiger Zeit schon einmal zu sehen war. Diverse Zeitprojektionen lassen vermuten, dass eine ausgedehnte Korrektur bis zum 06.06.2008 dauern kann.

Zur Erinnerung:
Im obigen Chart habe ich einmal einen möglichen Kursverlauf eingezeichnet. Hierfür gibt es keine Begründung – lediglich die Symmetrie wurde hier in Form einer großen übergeordneten inversen SKS-Formation – herangezogen. Mit den jüngsten Kursbewegungen erhält diese These einmal mehr Nahrung und auch von den Fibonacci- und Zeitrelationen wird das „große Bild“ aktuell gut untermauert.
Das Sentiment
Letzte Woche schrieb ich:
„Mit den jüngsten Kursgewinnen hat sich das Sentiment nochmals gen Norden bewegt und ein weiteres Bewegungshoch bei aktuell 49% erzielt. Der Historie zu Folge stellt das bereits „überhitztes“ Terrain dar. Doch es mangelt noch an möglichen Trendwendesignalen wie bspw. einer
Divergenz.“
Keine Frage, die vergangene Woche hat nun mehr als deutliche Spuren im taktischen animusX®-Sentiment hinterlassen. Der Rückgang von 48 auf nunmehr -11% kommt schon einem Einbruch, ja einem Sentimentimpuls, gleich. Von dieser Seite kann also noch keine Entwarnung gegeben werden.
Dennoch bleibt ein Hoffnungsschimmer: Die Investoren haben recht schnell reagiert und ehemalige Bullen sind direkt zu Bären mutiert. Eine Wanderung, wie so oft üblich, in das Lager der Unentschlossenen fand zunächst nicht statt. Auch die jüngsten Positionsdaten untermauern die „Flexibilität“ der Investoren.

Die durchschnittlichen Investitionsquoten wurden kurzerhand angepasst und die durchschnittlichen Shortquoten springen nahezu auf ein Rekordniveau. Zudem kommt, dass die durchschnittlichen Überinvestierungen komplett zurückgefahren wurden.



Bei den animusX®-Ratios liegt, der letzte Woche angesprochene, Anker immer noch bei rund 6.850 Punkten. In Verbindung mit den jüngsten Sentimentdaten wird es um dieses Niveau also einmal mehr spannend. Die Chancen auf einen Stabilisierungsversuch sind allemal vorhanden.

Fazit
Aus technischer- aber auch sentimenttechnischer Sicht dürfte das Ausloten des Tiefpunktes noch nicht stattgefunden haben. Eine erste sinnvolle Unterstützungsmarke liegt bei rund 6.850 Punkten vor. Hier bestehen, wenigstens kurzfristig, sehr gute Chancen auf einen Zwischenstopp mit anschließender Erholung bis in den Bereich 7.000 Punkte. In dieser Phase wird es sehr spannend und die entsprechende Entwicklung dürfte klarere Signale hinsichtlich des „Hypothetischen Verlaufs“ liefern. Die taktische als auch strategische Einschätzung bleibt zunächst mit neutral bestehen.