Dioxin – 15. Mai 2008 – 17:24
DJ UPDATE: XETRA-SCHLUSS/DAX beendet datenreichen Tag kaum verändert
(Neu mit Umsatz)
FRANKFURT (Dow Jones)--Eine wahre Datenflut brach am Donnerstag über den DAX ein - der unbeeindruckt den Handel auf kaum veränderten Niveau beendete. Die Berichtssaison lief zunächst auf vollen Touren und zog am Morgen die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Mit einem wenig veränderten Umfeld mit Euro, Öl und Zinsen, war der Aktienmarkt gut eingebettet. Der DAX beendete den Handel mit einem Minus von 2 Punkten auf 7.081. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 134,8 (Vortag: 135,2) Mio Aktien im Wert von rund 3,77 (Vortag: 4,87) Mrd EUR.
Positiv wurde am Morgen der überraschende Anstieg des BIP im ersten Quartal in Deutschland zur Kenntnis genommen, obgleich dies in einem nicht geringen Maße auf das milde Winterwetter zurück zu führen sei, wie Analysten sagten.
Am Nachmittag gab es dann eine ganze Reihe von Daten aus den USA. Den Reigen eröffnete der volatile Empire-State-Manufacturing-Index, der leicht enttäuschte. Keine guten Worte fanden Volkswirte für die schwache US-Industrieproduktion. Für Heinrich Bayer, Volkswirt bei der Postbank, deutet der Rückgang nun deutlicher auf eine leichte Rezession hin. Besonders auffällig sei der Rückgang in der Automobilindustrie mit einem Minus von 8,2% ausgefallen. Der Philly-Fed-Index konnte zwar leicht positiv überraschen, allerdings keinen nachhaltigen Impuls liefern.
Den Tagesgewinner stellte die Deutsche Postbank, die von ihrer Position als Übernahmekandidat Nummer eins profitierte. Einmal mehr wurde die Allianz-Versicherung als möglicher Käufer im Handel genannt. Die Überlegung dahinter ist, die Postbank mit dem Privatkundengeschäft der Dresdner Bank als Einheit zu verknüpfen. Die Postbank beendete mit einem Plus von 3% auf 59,50 EUR den Handel. Allianz verloren dagegen 0,4% auf 128,83 EUR.
Von Anschlusskäufen war bei Deutsche Post die Rede. Der Ergebnisausweis habe den Kurs am Vortag nur vorübergehend belastet, hieß es. Der Markt warte nun auf die Umstrukturierung des US-Expressgeschäfts. In diesem Bereich hat das Unternehmen im 1. Quartal einen Umsatzrückgang von 10% auf 942 Mio EUR verbucht. Die Aktie legte um 2,7% auf 21,38 EUR zu.
"Unter den Erwartungen", hieß es im Handel zu den am Morgen vorgelegten Zahlen von RWE. Der Quartalsbericht fügte sich in das Bild von Wettbewerber E.ON ein. Die Bestätigung des Ausblicks verhinderte stärkere Verluste, hieß es. RWE verloren 0,4% auf 77,26 EUR.
Bayer gaben um 1,7% auf 55,03 EUR nach, nachdem das Unternehmen angekündigt hat, das Medikament "Trasylol" vom US-Markt zu nehmen. Die Entscheidung komme aber nicht ganz überraschend, war im Handel zu hören. Mit einem Abschlag von 1,1% auf 44,91 EUR ging es für ThyssenKrupp nach unten. Die Aktie reagierte damit auf das gesenkte Votum der Deutschen Bank auf "Halten". Dabei verwiesen die Analysten in der Studie auf die Preiserhöhungen bei den Rohstoffen, die den Stahlkonzern träfen.
Den stärksten Gewinner im MDAX stellten Hochtief nach Vorlage guter Zahlen. Der Baukonzern hat nach Aussage der Analysten der WestLB ein hervorragendes Ergebnis für das erste Quartal vorgelegt. Das Geschäft in Europa habe zwar abermals mit einem Verlust abgeschlossen, doch sei dieser geringer gewesen als im Vorjahr ausgefallen. Die Aktie legte um 6,7% auf 74,20 EUR zu.
Zur Vorsicht mahnten Marktteilnehmer bei Salzgitter. Der Gewinn enttäusche trotz einer niedrigeren Steuerquote, hieß es im Handel. Auch beim Ausblick habe sich Salzgitter mit dem Hinweis auf Rohstoffpreise und Währungseffekte "ein Hintertürchen offen gelassen für einen Rückzug". Salzgitter gaben um 3,1% auf 138,21 EUR nach.
Ersol aus dem TecDAX fielen nach schwachen Zahlen um 0,9% auf 63,34 EUR zurück. Das Unternehmen hat nach Einschätzung der Analysten der WestLB abermals einen schwachen Quartalsausweis vorgelegt. Ersol werde sich anstrengen müssen, wenn es seine Ziele in diesem Jahr erreichen wolle. Den schwächsten Wert stellten Wirecard mit einem Minus von 5,9% auf 13,58 EUR.
DJG/thl/ros
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May 15, 2008 12:24 ET (16:24 GMT)
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