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Das sieht nicht gut aus!

T. Theuerzeit
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kwietsche3 – 10. Juni 2008 – 9:00
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Überwiegend negative Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks sowie mehr oder weniger deutliche Worte seitens der FED und der EZB brachten die Märkte vergangene Woche richtig in Bewegung. Das Fass zum überlaufen brachte dann wohl der jüngste Einbruch des US-Dollars gepaart mit einem neuen Rekord beim Rohöl. Die in der vergangenen Woche ohnehin recht schwachen Aktienmärkte erhielten dann am Freitag ihren „Todesstoß“.

Die Technik

Letzte Woche schrieb ich:

„Die vergangene Woche verlief sehr positiv. Technisch gesehen muss die aktuelle Bewegung zunächst als Pullback gewertet werden – ein mögliches Rebreak, zurück in den gebrochenen Aufwärtstrend, wird das nächste Thema sein. Vom Tisch ist ein erneuter Rücksetzer damit aber noch nicht. Die Markttechnik läuft bereits wieder in ihre obere Extremzone hinein und eine ABC-Korrektur ist leider nicht auszuschließen.“

Formaltechnisch ist die ABC-Korrektur nun abgearbeitet. Zudem kommt, dass sich der DAX an der unteren Trendlinie des tertiären Abwärtstrends als auch am 90-Tagedurchschnitt notiert. Weiterhin stellt der 06.06.2008 ein wichtiges Zeitziel dar. Hierzu schrieb ich am 25. Mai 2008:
„Diverse Zeitprojektionen lassen vermuten, dass eine
ausgedehnte Korrektur bis zum 06.06.2008 dauern kann.“

Problematisch ist die ganze Angelegenheit jedoch deshalb, dass das wichtige Vorgängerhoch des vorherigen Aufwärtstrends bei 6.860 Punkten deutlich und vor allem auch auf Tagesschluss gebrochen wurde. Schaut man sich den Kursverlauf nämlich aus einem anderen Blickwinkel an, so wurde eine Schulter-Kopf-Schulter Formation etabliert. Dessen formaltechnisches Kursziel wäre bei rund 6.600 Punkten zu suchen und liegt in etwa bei dem bedeutenden Tief bei 6.516 Punkten. Nicht zuletzt verläuft bei 6.570 Punkten das 61,8%-Fibonacci-Retracement der Aufwärtsbewegung seit März dieses Jahres. Fakt also ist, erst zwischen 6.600 und 6.500 haben wir eine solide Unterstützungszone vorliegen.

Und ohne den Teufel an die Wand zu malen – im Wochenchart sieht das Bild noch schlimmer aus: Hier haben wir es seit März diesen Jahres mit einer klassischen Pullbackbewegung, zurück an die Nackenlinie der übergeordneten Topformation, zu tun. Bewertet man diesen Impuls als Bärenflagge, so droht formaltechnisch ein weiterer Rückgang in die Region zwischen 5.500 bis 5.300 Punkte. Die Markttechnik jedenfalls hätte hier noch genug Korrekturraum bis zur unteren Extremzone.

Es wird sich nun zeigen müssen, ob wir es in der Tat mit einer Schulter-Kopf-Schulter Formation zu tun haben. Indikationen liefert eine mögliche Pullbackbewegung an die Nackenlinie mit anschließendem Rebreakversuch. Aktuell verläuft diese Linie in etwa bei 6.940 Punkten auf Wochenschlussbasis. Das Sentiment Keine Frage, das taktische animusX®-Sentiment verhält sich erwartungsgemäß und bricht weiter ein. Mit Werten von -30% kommt es langsam aber sicher der unteren Extremzone näher. Aktuell mangelt es aber noch an klareren – vor allem antizyklischen – Signalen. Und auch die Irritation bei den Investoren hält an – die Wanderung in das Lager der Unentschlossenen hält auch noch an.

Der Blick auf die Positionsdaten verrät indes, dass die vergangene Woche noch keine gravierenden Veränderungen hervorgerufen hat. Weder die durchschnittlichen Investitionsquoten noch die durchschnittlichen Shortquoten sind ausgebaut worden. Lediglich die durchschnittlichen Cashquoten wurden erhöht. Und was damit passieren soll ist offensichtlich
auch klar: Dem animusX®-L/S-Index zufolge will man nun die verbilligten Kurse für eine große Einkaufstour nutzen. Dieser Index springt bei den Profis mit Werten von 63% auf ein Zweijahreshoch.

Fazit
Der DAX befindet sich kurzfristig auf einem interessanten Unterstützungsniveau. Ab sofort wird ein möglicher Aufwärtsimpuls jedoch als Pullbackphase auf die zuvor beschriebene Schulter-Kopf-Schulter Formation gewertet. Diese wäre hinfällig, wenn der DAX auf Wochenschluss die 6.940 Punkte zurückerobern könnte. In diesem Fall stünde vermutlich ein Test der oberen Trendlinie des tertiären Abwärtstrends bei aktuell 7.020 Punkten (Wochenschlussbasis) zur Diskussion. Übergeordnet hat sich die technische Situation weiter eingetrübt. Ein weiterer Abwärtsschub deutlich unter das Märztief kann nicht von der Hand gewiesen werden. Stimmungstechnisch ist noch keine Extremsituation erkennbar. Im Gegenteil, die Investoren sind, allen voran die Profis, scheinbar eher gen Norden fixiert. Von dieser Seite würde eine weitere Welle gen Süden für deutliches Überraschungspotenzial sorgen. Die taktische als auch strategische Einschätzung verändert sich auf negativ.