Daxvestor – 21. Juni 2008 – 6:25
In dieser Woche bewegten die Unternehmenszahlen die Märkte. Allerdings waren es nicht die Banken, die für Abwärtsdruck sorgten, sondern der pessimistische Ausblick des Logistikers FedEx, der die Stimmung vermieste. Bei den Banken war dagegen sogar eine positive Überraschung dabei.
Goldman Sachs verdient gut
Die weltgrößte Investmentbank Goldman Sachs konnte bei der Vorlage der Quartalszahlen erneut alle Erwartungen übertreffen. Mit einem Nettogewinn von 2,09 Mrd. USD im zweiten Quartal lag das Ergebnis nur geringfügig unter dem des Vorjahres. Der Gewinn pro Aktie erreichte 4,58 (Vorjahr: 4,93) USD und lag damit deutlich über den Konsensusschätzungen der Analysten von 3,42 USD. Goldman Sachs scheint damit ziemlich unbehelligt durch die Finanzkrise zu kommen. Ganz offenbar hat Goldman Sachs rechtzeitig auf fallende Kurse gesetzt und damit prächtig verdient. Goldman-Chef Lloyd Blankfein meinte dazu nur, dass die Turbulenzen immer wieder gute Geschäftsgelegenheiten böten. „Die attraktivsten davon werden wir auch in Zukunft ausnutzen.“
Ölpreis und US-Konjunktur belasten FedEx
Eher gedrückt ist dagegen die Stimmung beim Post-Konkurrenten FedEx. Das US-Logistik-Unternehmen löste mit einer düsteren Prognose eine kleine Verkaufswelle an der Wall Street aus. Vorstandschef Frederick Smith machte den hohen Ölpreis und die schwache US-Konjunktur für die Belastungen verantwortlich. FedEx verzeichnete im vergangenen Quartal einen Verlust von 241 Mio. USD, allerdings auch wegen eines Sonderpostens aufgrund von Abschreibungen in Folge der Übernahme von Kinko. Doch auch wenn man diese Sonderbelastung herausrechnet, verfehlt FedEx die Schätzungen. Die Konzernführung scheint daher vorsichtig zu werden und rechnet für 2009 nur noch mit einem Gewinn pro Aktie zwischen 4,75 und 5,25 USD. Dies schockte die Märkte, denn die Analysten hatten im Schnitt mit 5,98 USD gerechnet. Mit großen Erwartungen blickt daher so mancher Zeitgenosse am 22. Juni nach Dschidda in Saudi-Arabien, wo sich die OPEC zu einem Sondergipfel wegen des hohen Ölpreises trifft. Schließlich könnte ein sinkender Ölpreis die Belastungen für Unternehmen wie FedEx deutlich mindern. Da sich die OPEC allerdings uneinig ist und in den meisten Ländern auch zusätzliche Kapazitäten fehlen, rechnen wir nicht mit einem Nachgeben der Ölpreise in Folge der Sitzung.
ZEW-Index fällt auf 15-Jahres-Tief
In Deutschland machte das ZEW-Konjunkturbarometer unangenehm auf sich aufmerksam. Der Index fiel im Juni auf -52,4 (-41,4) Punkte und damit deutlich unter die Prognosen der Volkswirte. In der Historie des ZEW-Index gibt es nur vier Monate, in denen die Erwartungen noch niedriger lagen. Allerdings muss man die Zahlen etwas relativieren, da sie die Erwartungen der Finanzmarktanalysten widerspiegeln, die sich ganz offenbar von den konjunkturellen Realitäten abgekoppelt haben. Die Inflationsgefahren und die mögliche Zinserhöhung der EZB sowie die sich verschlechternden Exportchancen der deutschen Unternehmen sind die Ursachen für die schlechte Stimmung der Analysten. Voreilige Schlüsse sind aber nicht angebracht. Interessant dürften vielmehr die ifo-Daten werden, die für nächste Woche angekündigt sind. Dann wird sich zeigen, wie stark die Stimmungseintrübung in den Unternehmen ist.
DAX verharrt in Trading-Intervall
Alles in allem wenig verändert zeigt sich der DAX bislang in dieser Woche. Allerdings gibt es nach wie vor relativ große Tageskursschwankungen. Dies ist ein Indiz für die Orientierungslosigkeit der Anleger. Aus charttechnischer Sicht bleibt der DAX weiterhin in einer Seitwärtsrange zwischen 6.400 und 7.000 Punkten gefangen. Erst bei einem Durchbruch nach oben oder unten dürfte größere Kursdynamik aufkommen.
Viel Erfolg wünscht
Ihre
DaxVestor Redaktion
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