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Wall Street schließt etwas fester - Lehman Brothers unter Druck

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Dioxin – 12. Juni 2008 – 22:19
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DJ Wall Street schließt etwas fester - Lehman Brothers unter Druck

NEW YORK (Dow Jones)--Mit leichten Aufschlägen, aber deutlich unter ihren Tageshochs haben die Kurse an Wall Street am Donnerstag den Handel beendet. Das Sentiment wurde dabei vor allem von den besser als erwartetet ausgefallenen US-Einzelhandelsumsätzen gestützt. Dagegen stand der Finanzsektor mit den Abgaben von Lehman Brothers erneut im Blickpunkt. Der im späten Handel wieder erholte Ölpreis belastete dagegen. Der führende Juli-Kontrakt der Sorte Light Sweet Crude erhöhte sich um 0,36 USD oder 0,3% auf 136,74 USD. Im Verlauf war der Kontrakt schon bis auf 131,55 USD gefallen.

Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verbesserte sich um 0,5% bzw 58 Punkte auf 12.142, nachdem er im Verlauf schon bis auf 12.269 Punkte gestiegen war. Der S&P-500 erhöhte sich um 0,3% bzw 4 Punkte auf 1.340. Der Nasdaq-Composite legte um 0,4% bzw 10 Punkte auf 2.404 zu. Umgesetzt wurden 1,33 (Mittwoch: 1,38) Mrd Aktien. Dabei standen 1.629 Kursgewinnern 1.507- verlierer gegenüber. Mit einer unveränderten Tendenz schlossen 84 Aktien.

Unterstützung bekam der Markt von der Konjunkturseite: Vor allem die besser als erwartetet ausgefallenen US-Einzelhandelsumsätze stützten laut Händlern. Dieser hat im Mai eine unerwartet dynamische Entwicklung verzeichnet, was die Sorgen vor einer möglichen Rezession dämpfen sollte. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vormonat um 1,0%. Volkswirte hatten vor dem Hintergrund von Steuerrückzahlungen an die US-Bürger lediglich eine Zunahme um 0,5% erwartet. Die Umsätze ohne Kfz erhöhten sich sogar um 1,2% gegenüber April. Hier war ein Anstieg um 0,7% erwartet worden.

Zudem haben die US-Importpreise im Mai weniger deutlich zugelegt als erwartet. Auch die nach Börseneröffnung veröffentlichten US-Lagerbestände für April lagen im Rahmen der Erwartungen. Negativ wiegten laut einem Marktbeobachter lediglich die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die leicht über den Erwartungen gelegen haben. Dies könne ein Hinweis auf eine weiter steigende Arbeitslosenquote sein.

Bei den Einzelwerten standen Lehman Brothers im Fokus des Interesses. Die Aktie zeigte sich äußerst volatil und schloss mit einem Minus von 4,4% bei 22,70 USD. Im Sitzungsverlauf hatten die Titel in einer Spanne zwischen 21,17 USD und 24,55 USD gehandelt. Die wegen der Subprimekrise in Turbulenzen geratene Investmentbank hat zwei Topmanager abgesetzt. President und COO Joseph Gregory und CFO Erin Callan mussten am Donnerstag ihre Posten räumen, wie das Unternehmen erklärte. Am Montag hatte Lehman Brothers eingeräumt, dass die Gruppe im zweiten Geschäftsquartal vermutlich rund 2,8 Mrd USD Verlust einfahren wird. Analysten waren von der Höhe des Verlusts überrascht gewesen.

Die anderen Finanzwerte zeigten sich dagegen mit Aufschlägen und erholten sich somit von den Abgaben des Vortages. Citigroup legten um 3,5% auf 19,89 USD zu, J.P. Morgan stiegen um 2,4% auf 38,01 USD und American Express kletterten um 1,9% auf 43,42 USD.

In den Blickpunkt rückten im späten Handel zudem Microsoft und Yahoo!, nachdem der Software-Konzern sein Angebot von 33 USD je Aktie für Yahoo! zurückgezogen hat. Yahoo! verzeichneten ein Minus von 10% auf 23,52 USD, während Microsoft um 4,1%, auf 28,24 USD zulegten. Die Titel von Google verbesserten sich um 1,4% auf 552,95 USD.

Weiter gesucht waren auch Anheuser-Busch. Der Konzern bestätigte am Vortag den Erhalt eines unaufgeforderten Gebots von InBev über 65 USD je Aktie. Das Management werde das Gebot nun bewerten und dann das weitere Vorgehen bekannt geben, hieß es. Die Aktie legt um 5,2% auf 61,40 USD zu. An der Nasdaq stiegen Qualcomm um 5,8% auf 48,98 USD, nachdem das Unternehmen seinen Gewinnausblick für das laufende Quartal und das Fiskaljahr angehoben hat.

DJG/DJN/ros

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June 12, 2008 17:19 ET (21:19 GMT)

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