Dioxin – 26. Juni 2008 – 17:23
DJ XETRA-SCHLUSS/DAX sehr schwach - Deutliche Verluste im Finanzsektor
FRANKFURT (Dow Jones)--Sehr schwach sind die deutschen Aktien am Donnerstagabend aus dem Handel gegangen. Der DAX büßte 2,4% oder 158 Punkte auf 6.460 ein. Kein einziger der 30 Indexwerte schaffte den Sprung ins Plus. Vor allem Finanzwerte wiesen kräftige Verluste von bis über 7% auf. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf XETRA rund 155,8 (Vortag: 133,8) Mio Aktien im Wert von rund 5,96(Vortag: 5,46) Mrd EUR.
Eine Fülle schlechter Nachrichten sorgte für laufenden Verkaufsdruck auf die Märkte. So überraschte die belgisch-niederländische Fortis am Morgen mit einer unangekündigten Kapitalerhöhung. Am Nachmittag brachte eine Herabstufung der US-Finanzwerte die Branche global unter Druck. Zudem wurden US-Autohersteller von Gerüchten über fehlende Barreserven bei Chrysler nach unten gedrückt. Und zu allem Überfluss sprang der Ölpreis im späten Handel um rund 5 USD und brach damit nach oben aus.
Händler befürchten nun einen raschen Anstieg auf 150 USD je Fass Rohöl und sprachen von europaweiten Panikverkäufen. "Heute kamen die Verkäufe mal nicht vom Terminmarkt, sondern wirklich über den Aktienmarkt", sagte ein Händler. Dies sei ein sehr schlechtes Zeichen, weil es typisch für den Rückzug von Langfristanlegern sei. Die Konjunkturdaten des Tages spielten vor diesem Hintergrund kaum eine Rolle. Technische Analysten sehen den DAX nun in Richtung der Januar-Tiefs um 6.400 Punkte zurückfallen.
Die Verliererliste wurde angeführt von Hypo Real Estate, die um 7,3% auf 18,98 EUR einbrachen. Hier verwiesen Händler auf das Fristende für das Gebot von J.C. Flowers. "Das Gebot hat die Aktie zuletzt gestützt, damit dürfte es nun vorbei sein", sagte ein Marktteilnehmer mit Blick darauf, dass Aktionäre J.C.Flowers fast die Hälfte der Aktien angedient hatten. J.C.Flowers will aber nur 24,9% übernehmen.
Hauptsächlich standen Finanztitel jedoch mit der Kapitalerhöhung der Fortis-Gruppe und der Herabstufung der US-Handelshäuser durch Goldman Sachs unter Druck. Commerzbank verloren 4,6% auf 19,18 EUR und Deutsche Bank 3,3% auf 57,16 EUR. Für Deutsche Börse ging es sogar 6,3% auf 73,81 EUR talwärts. Selbst Postbank gaben um 2,1% auf 56,70 EUR nach, obwohl ein Verkauf des Instituts kurz bevorstehen könnte.
Automobilwerte folgten den globalen Einbußen der Branche nach unten. Vor allem die Angst über die Zukunft der US-Werte drückte auf den Markt. So lasteten zeitweise Gerüchte über fehlende Liquidität oder sogar ein möglicher Gläubigerschutz von Chrysler auf den Branchenwerten. Trotz Dementis aus Detroit fielen alle Automobiltitel: BMW um 4,2% auf 30,54 EUR, Daimler um 3,3% auf 41,08 EUR und VW um 2,5% auf 178,01 EUR.
Auf die Stimmung drückten daneben schwache Ausblicke des SAP-Wettbewerbers Oracle und des Blackberry-Herstellers RIM sowie ein schwacher Auftragseingang von Nike, hieß es im Handel. adidas verloren 4% auf 41,12 EUR und SAP 1% auf 33,42 EUR.
In der zweiten Reihe fielen EADS nach sehr schwachen Vorlagen von Boeing um 4,7% auf 12,29 EUR. Zudem hat die Societe Generale die Aktie auf "Verkaufen" gesenkt. Im TecDAX brachen Wirecard nach negativen Gerüchten um 30% auf 7,75 EUR ein.
DJG/mod/flf
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June 26, 2008 12:23 ET (16:23 GMT)
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