DAX fährt Achterbahn

S. Boehm
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Daxvestor – 12. Juli 2008 – 5:19
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Die Börsen halten für die Aktionäre derzeit ein Wechselbad der Gefühle bereit. Ein bis zwei Prozent pro Tag nach oben oder unten sind fast schon normal. Dies zeigt vor allem Eines: Die Investoren sind stark verunsichert und wissen nicht, was sie machen sollen. Wie zu heiß gebadet klingen dagegen die Prognosen mancher Analysten.

DAX bis Jahresende bei 8.200 Punkten?
Die sehen den DAX bis Jahresende im Schnitt wieder bei 7.400 Punkten, manche sogar bei 8.200 Zählern. Das würde eine Rallye von 15 bis 30 Prozent bedeuten. Woher dieser Optimismus angesichts immer noch hoher Rohstoffpreise, einer noch lange nicht ausgestandenen Finanz- und Immobilienkrise und einer Wirtschaft am Rande der Rezession kommt, ist nicht zu ergründen. Die Märkte würden die Konjunktur zu negativ sehen ist eine Begründung, „viel zu billig und irrational nervös“ seien die Märkte ist eine weitere. Die dritte, gerne bemühte Begründung ist der Ölpreis. Der würde im zweiten Halbjahr deutlich zurückgehen, so die Verfechter dieser Meinung. Das klingt irgendwie nach dem Schützenfest vom Dorf nebenan. Irgendeiner der Schützen wird schon treffen.

Alcoa wirft Fragen auf
Licht ins Dunkel könnten vor allem harte Fakten bringen. Die gerade angelaufene Quartalssaison kommt da genau richtig. Der Aluminiumkonzern verbuchte im zweiten Quartal zwar einen Gewinneinbruch von 715 auf 546 Mio. USD, die Analysten hatten jedoch einen noch stärkeren Rückgang erwartet. Dennoch gibt es Fragen, zumal eine niedrigere Steuerquote nachgeholfen hat. 2007 kamen 55 Prozent der Erlöse aus den USA. Dies könnte sich nun rächen. Außerdem ist es fraglich, ob es Alcoa gelingt, gleichzeitig mehr umzusetzen und die Preise zu erhöhen. Dies ist notwendig, um die gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten auszugleichen. Es bestehen daher berechtigte Zweifel, dass die Gewinnschätzungen zu optimistisch sind, auch wenn die Erwartungen dieses Mal nicht enttäuscht wurden.

Neue Hiobsbotschaften aus der Immobilienbranche
Derweil hat sich die Lage im Finanzbereich noch weiter zugespitzt. So benötigen die beiden halbstaatlichen US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae weitere hohe Milliardenbeträge. Nach Meinung des ehemaligen Fed-Gouverneurs William Poole sind die beiden Institute faktisch zahlungsunfähig. Laut US-Medien arbeitet das Finanzministerium mit den zuständigen Behörden daher an einem Notfallplan. Der ist auch dringend notwendig. Sollten Freddie und/oder Fannie tatsächlich pleite gehen, würde das die Krise am US-Immobilienmarkt nochmals deutlich verschärfen.

Fazit
Mehrfach ist der DAX mit seinen Bemühungen gescheitert, den Widerstand bei 6.400 Punkten erneut zu überwinden. Nach dem Bruch des Supports bei 6.200 Punkten am heutigen Freitag ist ein Rückgang zur runden Marke von 6.000 Zählern wohl kaum noch zu vermeiden. Die Lage bleibt angespannt. Die neuerliche Zuspitzung im Finanzsektor könnte soga

Viel Erfolg wünscht

Ihre

DaxVestor Redaktion

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r die in den USA in Gang kommende Quartalssaison überlagern.