Daxvestor – 30. Juli 2008 – 4:52
In dieser Woche ist der Terminkalender wieder einmal prall gefüllt. Dementsprechend zurückhaltend verhielten sich in den letzten Tagen die verunsicherten Börsianer. Man weiß ja nicht, was da so kommen kann. In den USA stehen zahlreiche Veröffentlichungen von Quartalszahlen durch namhafte Konzerne, u.a. Exxon Mobil, Verizon, Starbucks und Sun Microsystems an. Aber auch nicht weniger als 13 DAX-Unternehmen werden ihre Quartalsberichte vorlegen.
Unternehmen reduzieren ihre Prognosen
Dennoch dürften in Europa vor allem die Zahlen der Finanzkonzerne im Blickpunkt stehen. Berichten werden u.a. die angeschlagenen britischen Großbanken HBOS und HSBC, aber auch die Deutsche Bank und die Postbank. Man darf gespannt sein, ob die europäischen Institute ähnlich positiv überraschen können wie zuletzt ihre amerikanischen Konkurrenten Citigroup, JP Morgan und Bank of America – Zweifel sind angebracht. Tatsächlich wird es aber für die Entwicklung des Gesamtmarktes immer entscheidender wie die Unternehmen im Allgemeinen mit dem Konjunkturabschwung und den steigenden Kosten fertig werden. Von den 63 Unternehmen aus dem US-Index S&P 500, die bislang in diesem Quartal einen Ausblick gegeben haben, rechnen 30 mit fallenden Gewinnen. Das muss nicht repräsentativ sein, aber es wird doch immer klarer, dass die Belastungen für die Unternehmen zunehmen: So hat der US-Immobilienmarkt den Tiefpunkt noch nicht durchschritten und die Kreditausfälle setzen sich fort. Am Freitag sind in den USA zwei weitere regionale Banken geschlossen worden, wodurch die Zahl der Bankenzusammenbrüche in den USA in diesem Jahr auf sieben steigt. Zudem bleiben die Rohstoffkosten hoch, was auf die Gewinne drückt, und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage lässt nach. Diese negativen Einflüsse stellen eine größere und vor allem länger andauernde Belastung dar, als es viele Aktienexperten erwartet haben.
Zinserhöhung in den USA erwartet
Uns erschien die Prognose, der Aktienmarkt könne sich bis zum Jahresende rasch erholen und eine kräftige Rallye starten, von Anfang an als zu optimistisch – auch wenn die Bewertungskennziffern der Aktien vergleichsweise niedrig sind. Ein weiterer lang anhaltender Einbruch ist aber ebenfalls nicht wahrscheinlich. Die Unternehmen verfügen nach wie vor über starke Bilanzen. Zudem schwächt sich die Konjunktur zwar weltweit ab, aber es gib keine Rezession. Das dürften auch die US-Konjunkturdaten in dieser Woche bestätigen. Mit den BIP-Zahlen für das zweite Quartal, die Arbeitsmarktdaten für Juli und den ISM-Index werden einige marktbewegende Daten veröffentlicht. Sollten diese einigermaßen solide ausfallen, dann wäre das nicht unbedingt gut für die Börse, denn dann würden die Spekulationen über Leitzinserhöhungen durch die US-Notenbank zunehmen. Am Geldmarkt sind bereits jetzt drei Zinserhöhungen auf insgesamt 2,75 Prozent bis zum Frühsommer 2009 eingepreist. Auch dies spricht gegen eine nachhaltige Rallye am Aktienmarkt in den nächsten Monaten.
Fazit
Eine echte Trendwende nach oben ist beim DAX in den nächsten Monaten zwar unwahrscheinlich, aber dennoch gibt es gute Anlagechancen. Zum einen können Sie mit Hebelzertifikaten von kurzfristigen heftigen Kursbewegungen profitieren. Zum anderen sorgt die Nervosität am Markt bei der einen oder anderen Aktie für Übertreibungen nach unten. Das kann zum langfristigen Einstieg genutzt werden, denn irgendwann wird auch die Kreditkrise überwunden sein. Der DaxVestor informiert Sie wie immer über gewinnversprechende Anlagestrategien.
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Viel Erfolg wünscht
Ihre
DaxVestor Redaktion
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