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UPDATE: TUI beharrt auf Trennung von Containerschifffahrt

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Dioxin – 11. Juli 2008 – 12:48

DJ UPDATE: TUI beharrt auf Trennung von Containerschifffahrt

(Neu: Aktienkurs, Hintergrund, Details)

Von Kirsten Bienk
DOW JONES NEWSWIRES

HAMBURG (Dow Jones)--Vor dem Hintergund anhaltender Kritik ihres größten Aktionärs hat die TUI AG ihre Pläne zur Trennung von der Containerschifffahrtsparte bekräftigt. Außerdem hat der Aufsichtsrat des Touristik- und Schifffahrtskonzerns Behauptungen von John Fredriksen über unübliche Abfindungsregelungen für Vorstandsmitglieder und im Umgehen mit touristischen Anteilseignern zurückgewiesen.

Das Kontrollgremium hatte sich während seines Treffens am Donnerstag in Hannover vom Vorstand über den Stand des Trennungsprozesses von der Containerschifffahrt informieren lassen. Es bekräftigte, dass dieses Vorhaben planmäßig fortgesetzt wird. Damit reagierte der Aufsichtsrat auf Forderungen des norwegischen Reeders Fredriksen, den Verkauf vor dem Hintergrund der sich verschlechternden Rahmenbedingungen sofort zu stoppen und stattdessen den Konzern zu teilen. Fredriksen ist derzeit mit 15,01% an TUI beteiligt und vor Alexej Mordashow größter Anteilseigner.

Fredriksen plädiert seit geraumer Zeit für einen sogenannten Spin-off, eine Trennung des Unternehmens in die beiden Sparten Schifffahrt und Touristik. Dieser Alternative hat der TUI-Aufsichtsrat jetzt eine sehr deutliche Absage erteilt und damit seine bereits bestehenden Bedenken bekräftigt.

Ein Spin-off setzt nach Angaben des Aufsichtsrates zwingend den Rückkauf von Anleihen der TUI AG im Umfang von mehr als 2 Mrd EUR voraus. Die daraus folgenden Bilanz- und Finanzierungsstrukturen hätten nachhaltig negative Auswirkungen auf die Bonität beider entstehenden Gesellschaften. Im gegenwärtigen Marktumfeld für Finanzierungen wäre die durch einen Spin-off erforderlich werdende Refinanzierung beider Gruppen ohne Eigenkapitalzufuhr (Kapitalerhöhung) zudem praktisch kaum durchführbar, hieß es weiter.

Aus derzeitiger Sicht vernichtet ein Spin-off nach Einschätung des Kontrollgremiums Werte und liegt damit nicht im Interesse der Aktionäre. Außerdem würde ein Spin-off eine 75-prozentige Zustimmung der Hauptversammlung benötigen.

Der Aufsichtsrat bekräftigte aber auch seine früher gemachten Angaben, dass letztlich noch keine Entscheidung über die Art der Trennung von Hapag-Lloyd getroffen wurde. Diese stellt er nun für den "Herbst" in Aussicht. Nach Vorliegen verbindlicher Kaufangebote könnten die verschiedenen Möglichkeiten der Trennung, wie Verkauf, Merger oder Spin-off, abschließend bewertet werden, heißt es. Die erste Auswertung unverbindlicher Angebote ist für Mitte August geplant. Interessenten hatten gesagt, dass sie bis zum 21. Juli unverbindliche Angebote einreichen müssen.

Der Aufsichtsrat erteilte noch weiteren Plänen seines größten Aktionäres eine Absagte. Angesichts des noch laufenden Entscheidungsprozesses bezeichnete er die geforderte Einholung eines Hauptversammlungsbeschlusses als "verfrüht". Sollte es rechtlich erforderlich sein, würden die Aktionäre zu gegebener Zeit um Zustimmung gebeten, hieß es.

Der Aufsichtsrat stellte sich außerdem hinter bestehende Abfindungsvergütungen für Führungskräfte. Großaktionär Fredriksen hatte diese zuvor als unüblich und viel zu hoch kritisiert. In den sogenannten Change-of-control-Klauseln sind Abfindungen festgeschrieben, die Vorstandsmitglieder erhalten, wenn sich bei einem Wechsel des Eigentümers kündigen. Diese Regelungen sind nach Angaben des Aufsichtsrates 2003 von einem unabhängigen Rechtsexperten verfasst worden. Sie seien nicht unüblich und auch rechtlich nicht zu beanstanden, hieß es.

Die Kritik, die Fredriksen an den Geschäftsbeziehungen zwischen der TUI AG und den touristischen Aktionärsgruppen unterhält, nahm das Kontrollgremium auch auf. Für sie würden "marktübliche" Bedingungen gelten, entgegnete der Aufsichtsrat den Vorwürfen Fredriksens. Er hatte gesagt, dass die touristischen Aktionäre bevorzugt behandelt würden.

Webseite: http://www.tui-group,com

-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116,
kirsten.bienk@dowjones.com
DJG/kib/mim

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July 11, 2008 07:48 ET (11:48 GMT)

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