Dioxin – 2. Juli 2008 – 17:21
DJ XETRA-SCHLUSS/Knapp behauptet - Erholungsansatz verpufft
FRANKFURT (Dow Jones)--Nach zwei schwachen Handelstagen hat sich der DAX am Mittwoch zwar etwas gefangen, konnte vorübergehende Gewinne aber nicht halten. Im Vorfeld der Zinsentscheidung der europäischen Zentralbank am Donnerstag und der US-Arbeitsmarktsdaten am Freitag dominierte Zurückhaltung. "Dieser schwache Erholungsansatz nach den vorherigen Verlusten stimmt skeptisch und lässt befürchten, dass der finale Ausverkauf noch ansteht", meinte denn auch ein Händler.
Der DAX verlor 0,2% oder 11 Punkte auf 6.305, nachdem er im Tageshoch bis auf 6.396 Zähler gestiegen war. Umgesetzt wurden an DAX-Titeln auf XETRA rund 113,0 (Vortag: 103,0) Mio Aktien im Wert von rund 6,74 (Vortag: 7,22) Mrd EUR. Aus charttechnischer Sicht sei der DAX bei 6.260 Punkten unterstützt, auf Widerstand treffe er bei 6.430 Zählern, hieß es. Die US-Konjunkturdaten am Berichtstag blieben ohne größere Wirkung, für Druck auf die Kurse sorgten jedoch die nachgebenden US-Börsen.
Der MDAX verlor nach anfänglichen Gewinnen 2,6% bzw 226 Zähler auf 8.564. Händler verwiesen zur Begründung auf Portfolioumschichtungen institutioneller Investoren, die angesichts der sich auf breiter Front eintrübenden Konjunkturperspektiven nunmehr die großen Werte den kleinen und mittleren Werten vorzögen.
Für den TecDAX ging es um 2,6% oder 19 Punkte auf 734 nach unten. Hier belasteten die Abgaben bei Solarworld, die sich vor dem Hintergrund von Spekulationen über eine Aktienplatzierung um 6,2% auf 26,93 EUR verbilligten. Das Unternehmen hat die Gerüchte mittlerweile zurückgewiesen. Solon fielen um 10,7% auf 48,47 EUR zurück, nachdem die Analysten der Commerzbank die Papiere auf "Hold" von "Buy" gestuft hatten.
Die Finanzwerte profitierten dagegen von dem überraschend vorbörslich veröffentlichten Ausblick der Deutschen Bank auf das Ergebnis des zweiten Quartals. "Das zeigt eine schnelle Reaktion auf die Kursverluste und Gewinnwarnungsgerüchte vom Dienstag", hatte ein Marktteilnehmer bereits vor der Eröffnungsglocke frohlockt. Die Bank erwartet ein profitables zweites Quartal, zudem seien aller Voraussicht nach keine Kapitalmaßnahmen notwendig. Deutsche Bank stiegen um 3,9% auf 54,48 EUR. Commerzbank legten gar um 4,8% auf 18,98 EUR zu.
TUI erholten sich wegen der Meldung, dass Großaktionär John Fredriksen seine Beteiligung weiter aufgestockt hat, von den Tagestiefs. Er halte nun über seine Gesellschaft Monteray Enterprises Ltd 15,01% an dem Touristik- und Schifffahrtskonzern, geht aus einer Mitteilung von Monteray vom Mittwoch hervor. Zuletzt hatte Monteray eine Beteiligung von 11,747% gemeldet. "Damit geht der Machtkampf in die nächste Runde und der Druck auf den Vorstand in Richtung Hapag-Lloyd wächst", meint ein Händler. Der Titel verlor 0,7% auf 14,33 EUR.
Merck verbilligten sich vor dem Hintergrund einer Abstufung auf "Underweight" von "Equalweight" durch Morgan Stanley um 4,2% auf 84,90 EUR. Schwach entwickelten sich auch die Rohstoffwerte und Stahlwerte. "Vermutlich wurden hier angesichts der schwierigen Gesamtmarktlage noch Gewinne mitgenommen", meinte ein Händler. "Im Moment sehen wir Verluste bei denjenigen Titeln, die sich bislang der Abwärtsbewegung widersetzen konnten. Das deutet auf die finale Phase der Abwärtswelle hin", so ein anderer Marktteilnehmer. Unter anderem fielen ThyssenKrupp um 4,5% auf 35,13 EUR, Salzgitter ermäßigten sich um 6,4% auf 102,65 EUR.
Arcandor litten unter einer Gewinnwarnung von Marks&Spencer und gaben 4,5% auf 7,01 EUR nach. Stada erholten sich hingegen mit einem Aufschlag von 3,6% auf 44,85 von den vorherigen Verlusten. Zudem wurde der Titel in einem Börsebrief zum Kauf empfohlen.
DJG/mif/flf
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July 02, 2008 12:21 ET (16:21 GMT)
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