Mitglieder: 33.208 | Beiträge: 1.680.332 | Online: 58 Benutzer u. 235 Gäste | Chat: 0 | Neues Mitglied: Belarus09
 

XETRA-START/DAX fällt unter 6.300 Punkte - SAP deutlich im Plus

Dax-30
0
Dioxin – 29. Juli 2008 – 8:51

DJ XETRA-START/DAX fällt unter 6.300 Punkte - SAP deutlich im Plus

FRANKFURT (Dow Jones)--Wie erwartet ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag mit deutlichen Abschlägen in den Handel gestartet. Den DAX wurde gleich zur Eröffnung unter die Marke von 6.300 Punkten gezogen. Auf die Stimmung drücken besonders die schwachen Vorlagen für Finanzwerte mit weiter hohen Abschreibungen und einer Kapitalerhöhung bei Merrill Lynch, so Marktteilnehmer. Auch die Gewinnwarnung von Sony belastet. Bis 9.45 Uhr verliert der DAX 1% oder 62 auf 6.289 Punkte und notiert damit schwächer.

Die Finanzkrise schlage weiter zu, sagt ein Händler. Die Analysten von Wellenreiter-Invest meinen, neue Tiefstkurse bei Merrill könnten auf eine Baisse-Fortsetzung in der gesamten Branche hindeuten. Neue Impulse dürften von der Berichtssaison, dem US-Verbrauchervertrauen und Verbraucherpreisen aus deutschen Bundesländern ausgehen, heißt es am Markt. Außerdem wird der Case-Shiller-Index Aufschluss über den Fortgang der US-Immobilienkrise geben.

Aus technischer Sicht würde sich die Situation unter 6.280 Punkten weiter eintrüben, dann hätte der DAX mehr als die Hälfte der Erholungsgewinne wieder abgeben, sagen charttechnische Analysten. Widerstand erwarten Marktteilnehmer bei 6.380 und 6.550 Punkten.

Unter Druck steht der Bankensektor. "Gar keine Frage, dass der Sektor angesichts der Ankündigung von Merrill Lynch, weitere 5,7 Mrd USD abzuschreiben und das Kapital um 8,5 Mrd USD zu erhöhen, noch einmal abgestraft wird", sagt ein Marktteilnehmer. Deutsche Bank verlieren 3,1% auf 56,55 EUR, Commerzbank 3% auf 20,05 EUR und Postbank 1,1% auf 44,08 EUR. Auch Versicherer stehen unter Druck, nachdem AIG am Vortag an Wall Street eingebrochen sind. Allianz verlieren 2,6% auf 104,12 EUR und Münchener Rück 1,2% auf 104,09 EUR.

Positiv überraschen konnte derweil SAP mit ihrem Quartalsausweis. Positive Akzente am Gesamtmarkt kann der Softwarekonzern damit aber nicht setzen. Laut der LBBW sind die Softwareerlöse hervorragend ausgefallen und der Gewinn je Aktie ist besser als erwartet. Auch der Ausblick hinterlasse einen guten Eindruck. "Die Zahlen zeigen, dass die SAP-Story stimmt", heißt es. SAP ziehen mit einem Plus von 5,4% auf 35,79 EUR kräftig an.

Andere Techwerte verlieren dagegen. Siemens büßen 1,5% auf 71,41 EUR ein. Für Infineon geht es gar um 3,1% auf 4,69 EUR nach unten. Der Halbleiterindex SOX sehe kritisch aus, heißt es am Markt. Der Index habe am Montag auf Schlussbasis das März-Tief gebrochen. Damit bestehe die Gefahr eines neuen Verkaufssignals. Mit dem anhaltenden Streik und schwachen Sektorvorlagen geben Lufthansa um 2,3% auf 14,65 EUR nach.

Salzgitter werden laut Händlern von den Zahlen der Klöckner-Werke belastet. Dabei sei es weniger der Gewinnrückgang als vielmehr der schwächere Umsatz und der schwächere Auftragseingang, der auf die Stimmung drücke, heißt es am Markt. Salzgitter verlieren 2% auf 96,43 EUR, für ThyssenKrupp geht es dagegen nur um 0,6% auf 32,26 EUR nach unten.

Krones verlieren nach der Vorlage von Geschäftszahlen 3,5% auf 53,87 EUR. Die Daten werden von Analysten zwar als im Rahmen der Erwartungen beschrieben, der Ausblick sei aber zurückhaltend ausgefallen. Symrise verlieren ebenfalls nach Zahlen 4,1% auf 11,40 EUR.

Im TecDAX haben mit IDS Scheer, MorphoSys und Pfeiffer Vacuum weitere Unternehmen Zahlen vorgelegt. Zu den MorphoSys-Zahlen heißt es, dass diese "teils wie erwartet, teils etwas besser als prognostiziert" ausgefallen seien. Gleichzeitig wurde die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Die Aktie steigt um 0,8% auf 44,25 EUR.

Für IDS Scheer geht es sogar um 7,4% nach oben. "Die recht pessimistischen Konsensprognosen wurden nicht bestätigt, dies ist wohl die Kernbotschaft der IDS-Zahlen", sagt Analyst Felix Ellmann von SES Research. Pfeiffer Vacuum notieren mit einem Minus von 4,4% auf 53,53 EUR. Hier sind die Zahlen unter den Erwartungen ausgefallen.

DJG/mpt/reh

(END) Dow Jones Newswires

July 29, 2008 03:51 ET (07:51 GMT)

Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.