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UPDATE: IVG senkt wegen Immobilienneubewertung die Prognose

Deutschland
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Dioxin – 14. August 2008 – 11:42

DJ UPDATE: IVG senkt wegen Immobilienneubewertung die Prognose

(NEU: Analystenstimme, Aktienkurs, Details)

Von Rüdiger Schoß
DOW JONES NEWSWIRES

BONN (Dow Jones)--Die auf das Büroimmobilien- und Kavernengeschäft spezialisierte IVG Immobilien AG hat unter Hinweis auf eine niedrigere Bewertung ihres Immobilienportfolios die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. In der Prognose nicht enthalten sind die zu erwarteten Einnahmen aus dem Verkauf des Kavernengeschäfts. Wie der Konzern am Donnerstag in Bonn mitteilte, soll im September die Entscheidung über den Käufer der unterirdischen Öl- und Gaslager gefällt werden.

Für 2008 rechnet der Konzern nur noch mit einem bereinigtem EBIT von 265 Mio bis 290 Mio EUR, während er bislang 365 Mio bis 400 Mio EUR erwartet hatte. Das Konzernergebnis soll nur noch 50 Mio bis 60 Mio EUR betragen, teilte der im MDAX geführte Konzern am Donnerstag in Bonn mit. Zuvor waren unter dem Strich 90 Mio bis 100 Mio EUR erwartet worden.

Die noch in diesem Jahr erwarteten Einnahmen aus dem Verkauf des Kavernengeschäfts seien ebenso wenig in der Prognose berücksichtigt wie weitergehende Bewertungsänderungen, teilte das Unternehmen weiter mit.

Für das Gesamtjahr 2008 erwartet der IVG Konzern zudem eine Gesamtleistung zwischen 1,2 Mrd und 1,3 Mrd EUR. Diese Einschätzung liegt ebenfalls unter der bisherigen Annahme von 1,3 Mrd bis 1,4 Mrd EUR. Hintergrund seien nur die bereits im ersten Halbjahr ausgewiesenen negativen unrealisierten Marktwertänderungen im Bereich Investment.

Die nicht zahlungswirksamen und nicht realisierten Marktwertverluste im Immobilienportfolio belaufen sich in der Sparte IVG Investment auf minus 168,3 Mio EUR. Hingegen hatte sich im ersten Halbjahr des Vorjahres der Marktwert um 142,8 Mio EUR verbessert.

Diese Abschreibungen im Bestandsbereich schlugen nur unvollständig auf die Gewinn- und Verlustrechnung durch, weil sich Marktwertveränderungen bei den Kavernen und im Bereich Immobilienentwicklung positiv bemerkbar machten. In der Gewinn- und Verlustrechnung bilanzierte IVG als unrealisierte Marktwertänderungen ein Minus von 45,6 Mio EUR. Wertsteigerungen hatten im Vorjahreszeitraum zu einem Plus von 189,1 Mio EUR geführt.

Um der Belastung aus der Bewertung des Immobilienbesitzes entgegenzuwirken, habe die Umsetzung des Kostensenkungsprogramms "höchste Priorität". Geplant sei, beeinflussbare Kosten um rund 10% zu reduzieren und damit jährlich 30 Mio EUR einsparen. Darüber hinaus soll die Gesamtverschuldung abgebaut werden.

Unverändert hält der Konzern daran fest, noch in diesem Jahr den Verkauf des Kavernengeschäfts abzuschließen. Die IVG hatte im Frühjahr den Verkauf beschlossen und bis Mitte August mehrere verbindliche Angebote für die Lager erhalten. Geprüft wird neben der Trennung auch ein Teilverkauf oder die Gründung eines IVG-Fonds, in den die vermieteten Lager eingebracht werden.

Für das Kavernengeschäft ermittelte die BDO Deutsche Treuhand im zweiten Quartal einen Vermögenswert von 1,546 Mrd EUR. Wegen der Inbetriebnahme von drei Kavernen, die von Öl- auf Gas-Lagerung umgestellt wurden, sind das 111,5 Mio EUR mehr als Ende vergangenen Jahres. "Der Ausbau unserer Kavernenanlagen läuft auf Hochtouren, so konnten im ersten Halbjahr drei umgerüstete Kavernen an die Mieter übergeben werden", sagte Vorstandsvorsitzender Wolfhard Leichnitz.

Operativ habe sich die IVG gut entwickelt, urteilte Wolfhard Leichnitz, Vorstandsvorsitzender der IVG: "So konnte zum Beispiel unser Geschäftsbereich IVG Development sieben Projekte sehr erfolgreich veräußern. In unserem Immobilienportfolio ist es uns gelungen, in der like-for-like-Betrachtung die Mieten weiter zu erhöhen und den Leerstand abzubauen."

Die Gesamtleistung sank den Angaben zufolge im ersten Halbjahr auf 463,2 Mio EUR nach 525,2 Mio EUR im Vorjahreszeitraum. Während das bereinigte EBIT mit 151,1 Mio (Vj 306,4) EUR punktgenau die Markterwartung traf, überstieg das Konzernergebnis mit 51,1 Mio EUR die Durchschnittserwartung der von Dow Jones Newswires befragten Analysten. Sie hatten damit gerechnet, dass der Konzerngewinn auf 40 Mio von 184,9 Mio EUR sinkt. Der Nettovermögenswert gab gegenüber Ende 2007 um 4,9% auf 27,62 EUR nach.

Zunächst sollte der gesenkte Ausblick den Kurs belasten, sagte Analyst Frank Neumann vom Bankhaus Lampe zu Dow Jones Newswires. Später rücke die geplante Trennung vom Kavernengeschäfts für die Kursfindung in den Vordergrund. Sollte der Verkauf erfolgreich verlaufen, könnte der Ausblick demnächst eher angehoben werden, so Neumann. Er empfiehlt die Aktie mit einem Kursziel von 27 EUR zum Kauf. Als drittschwächster Wert des MDAX verloren IVG bis 11.35 Uhr 3,4% auf 12,30 EUR.

Webseite: http://www.ivg.de

-Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117,
ruediger.schoss@dowjones.com
DJG/rso/mim

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August 14, 2008 06:42 ET (10:42 GMT)

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