Dioxin – 8. August 2008 – 17:09
DJ XETRA-SCHLUSS/Etwas fester - DAX dank Euro und Öl im Plus
FRANKFURT (Dow Jones)--Nach einem äußerst volatilen Handelsgeschehen ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag etwas fester aus der Handelswoche gegangen. Der DAX kletterte um 0,3% oder 18 Punkte auf 6.562. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf XETRA rund 132,5 (Vortag: 134,3) Mio Aktien im Wert von rund 5,24 (Vortag: 4,95) Mrd EUR. Die Handelsaktivität konzentrierte sich überwiegend auf Aktien von Unternehmen mit Quartalsberichten und auf euro- und ölsensitive Titel.
Der zwischenzeitliche Fall der Rohöl-Preise unter die Marke von 116 USD wirkte hier positiv. Auch der Euro setzte seinen Kursrückgang fort und fiel bis an die 1,50-USD-Marke zurück. Ansonsten habe es das übliche "Hin und Her" des DAX zwischen Gewinnmitnahmen und Deckungskäufen vor dem Wochenende gegeben, hieß es aus dem Handel.
Der neue Rekordverlust des US-Immobilienfinanzierers Fannie Mae wurde hingegen gelassen zur Kenntnis genommen. "Das sind nur Folgeschäden der vorangegangenen Verwerfungen", erklärte ein Händler. Umgekehrt sei er sogar aufgewogen worden durch den überraschenden Quartalsgewinn beim US-Anleihenversicherer MBIA. Die Konjunkturdaten gaben keine neuen Impulse:
Bei den Zahlen zur US-Produktivität und den Lohnstückkosten glichen sich negative Revisionen des Vorquartals mit besseren Daten im zweiten Quartal aus. Unter anderem stiegen die Lohnkosten in den USA nur um 1,3% und damit deutlich geringer als erwartet. Technische Analysten sehen weiter eine Seitwärtsbewegung im DAX rund um die Marke von 6.600 Punkten.
Klare Kursgewinner waren am Freitag Aktien, die zuvor unter Zinserhöhungsbefürchtungen und dem Euro-Kurs gelitten hatten. Allen voran zeigten die Automobilwerte eine kräftige Erholung. So sprangen BMW um 6,5% auf 29,43 EUR, VW um 2% auf 200,54 EUR und Daimler um 3,9% auf 41,77 EUR. "Die Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet stützen die Hoffnung, dass es keine Zinserhöhungen mehr geben wird", sagte ein Händler. Davon profitierten Automobil- und Konsumwerte. Metro verbesserten sich um 2,1% auf 40 EUR glatt.
Infineon stiegen um 4,9% auf 5,73 EUR. Händler verwiesen auf gute Nasdaq-Vorlagen und die sehr hohe Volatilität der Aktie, so dass der Bewegung keine größere Bedeutung beigemessen werde. Die Deutsche Bank hatte jüngst in einer Studie angemerkt, dass sich die Gewinnsituation aufgrund des Restrukturierungsprogramms verbessern dürfte. Henkel stiegen um 2,9% auf 27,97 EUR und profitierten damit auch vom Dollar-Anstieg.
Auf den Papieren von Versicherern lasteten neben schwachen Geschäftsergebnissen auch Aussagen des Branchenverbands, der für das kommende Jahr in der Versicherungswirtschaft mit stagnierenden Beitragseinnahmen rechnet. Münchener Rück rutschten um 1,5% auf 109,31 EUR ab und Allianz schafften ein schmales Plus von 0,4% auf 112,47 EUR.
Im MDAX kam es zu kräftigeren Kursaufschlägen infolge des Dollar-Anstiegs: So sprangen EADS um 10,4% auf 14,94 EUR. Ein Pariser Händler wies darauf hin, dass EADS in besonderem Maße vom Dollarkurs und den Absatzmärkten in Nordamerika abhängig sei. Der "Dollar-Faktor" sei entscheidend am Berichtstag, hieß es.
Auch MTU schnellten um 13,2% auf 23,70 EUR empor, ohne dass weitere positive Nachrichten stützten. Symrise stiegen um 5,5% auf 11,70 EUR. "Symrise hat im Halbjahresbericht ja selbst die steigenden Rohstoffkosten und den negativen Währungseinfluss betont - das dreht sich gerade ins Gegenteil", erläuterte ein Händler die Kursaufschläge. Auch Heideldruck, Bilfinger Berger, Kuka und Tognum legten zwischen 4% und 6% zu. Im TecDAX stiegen Conergy nach ihrem Quartalsgewinn um 8% auf 9,90 EUR.
DJG/mod/flf
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August 08, 2008 12:09 ET (16:09 GMT)
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